Premiere für die Theatergruppe Glurns mit „Der Räuber im Rock“: Bernhard Winkler, Heidi Prugg, Christian Baldauf, Franz Riedl, Ulrike Valentin, Christof Anstein, Theo Parschalk, Hans Gebhart, Ulrike Riedl, Stefan Winkler, Renate Reich, Renate Gander, Martin Unterer, Doris Prieth, Nadja Rainis

Theatergruppe Glurns

Publiziert in 10 / 2006 - Erschienen am 17. Mai 2006
Tradition Schon seit vielen Jahren wird in Glurns Theater gespielt. Jedoch fanden die Aufführungen immer nur in Zusammenhang mit dem Laubenfest statt. Während und nach dem Laubenfest 1999 fanden sich immer mehr Befürworter, die anregten, dass die Theaterspieler sich längerfristig zusammenschließen sollten. Eine Gruppe engagierter Schauspieler beschloss schließlich im Januar des Jahres 2000 einen Verein zu gründen. Das Interesse war von Anfang an sehr groß und so traten dem Verein gleich zu Beginn schon 21 Mitglieder bei. Die Aufgabe des Regisseurs übernahm Bernhard Winkler, der bereits bei den Laubenfesten Regie führte. Leider verstarb der allseits bekannte und beliebte Regisseur im vergangenen Frühjahr. Mit sehr viel Einsatz überwachte er das Einstudieren der Stücke, motivierte und begeisterte die Schauspieler und sorgte dafür, dass alle bisher aufgeführten Stücke beim Publikum großen Anklang fanden. Christof Anstein stand seit der Vereinsgründung dem Regisseur tatkäftig zur Seite, übernahm die Auswahl und das Umschreiben der Stücke und setzte sich ebenfalls stark für den Verein ein. Nach dem Tod von Bernhard Winkler übernahm er die Regieleitung. Der Räuber im Rock Bereits kurz nach der Gründung wurde mit Feuereifer für das erste Stück geprobt und schon im Frühsommer 2000 kam die turbulente Komödie „Der Räuber im Rock“ auf die Bühnenbretter: der Räuber, der, als Frau verkleidet, auf der Flucht vor der Polizei ist, platzt zufällig in eine Frauen-WG. Die Frauen halten ihn irrtümlich für die neue Mitbewohnerin und schon nehmen die Verwechslungen ihren Lauf. Nicht nur die Proben waren spannend und amüsant, auch das Publikum lachte während der Aufführungen Tränen. Die Theatergruppe Glurns hat sich seit ihrer Gründung zum Ziel gemacht, jedes Jahr ein bis zwei Stücke zu produzieren und gemeinsam aktiv zu sein. Eine Aufführung fand immer im Frühjahr im Stadtsaal statt, eine weitere wurde als Freilichtaufführung zum Glurnser Advent oder als Sommertheater für Gäste und Einheimische präsentiert. Damit sich die Mitglieder in ihrer schauspielerischen Leistung ständig weiterentwickeln können, werden regelmäßig Schulungen organisiert. Heute zählt die Gruppe bereits 32 Mitglieder. Jung und alt sind gleichermaßen vertreten und ergänzen sich in den Stücken optimal. Der Verein fördert außerdem gezielt die Kinder und jugendlichen Spieler und freut sich über jeden Theater-Nachwuchs. Highlights Großen Anklang fand im Advent 2003 die „Glurnser Herbergsuche“, in der die Theatergruppe vom Stadtplatz aus spielend durch die Stadt zog. Auch das letztjährige Adventsspiel „In jener Nacht“ zog zahlreiche Zuschauer an. Anlässlich des Jubiläums „700 Jahre Stadt Glurns“, das mit einem mittelalterlichen Stadtfest gefeiert wurde, wollte auch die Theatergruppe ihren Beitrag dazu leisten. Regisseur Bernhard Winkler schrieb deshalb das Stück „Glurns, Juwel Tirols“, das die Stadterhebung und wichtige Geschichtsdaten thematisierte. Fünf Freilichtaufführungen begleiteten und unterstrichen das großartige Jubiläumsfest und trafen auf ein interessiertes Publikum. Glurns, Juwel Tirols Das historische Theaterstück spielt gegen Ende des 13. Jahrhunderts in der kaiserlosen Zeit. Eine Zeit der Wirren, des Faustrechts und des Raubrittertums. Es werden einige Episoden aus dieser schwierigen Epoche und die damals erfolgte Markterhebung und Stadtgründung dargestellt. Zu jener Zeit waren die Churer Bischöfe im oberen Vinschgau die größten Grundherren. Die Reichenberger und die Remüser, zu Raubrittern verkommen, waren ihre Stellvertreter in Ober-Calven und im Unter-Engadin und schikanierten die Vinschgauer Bevölkerung nach Belieben. Ebenfalls sehr mächtig waren die Matscher Herren als Vögte der Churer Bischöfe und des Klosters Marienberg. Auch sie nahmen es mit ihren Aufgaben nicht so genau und wirtschafteten nach Belieben in die eigene Tasche. Fürst Meinhard als tüchtiger Landesherr schaute dem Geschehen jedoch nicht tatenlos zu und trachtete schon lange, seinen Einfluss im Gebiet an der oberen Etsch zu vergrößern, um die Churer Bischöfe und ihre Vögte besser kontrollieren zu können. Dazu erwählte er das kleine Dorf Glurns als sein Handelszentrum und verlieh ihm Markt- und Stadtrechte. 25 Schauspieler und 7 Statisten wirkten bei diesem Stück auf der Bühne mit. Etliche freiwillige Helfer waren am Bühnenbau und hinter den Kulissen engagiert. Die mittelalterlichen Kostüme waren so originalgetreu wie möglich und versetzten das Publikum effektvoll ins 13. Jahrhundert. Ungewohnt für die Schauspieler waren die Mikrophone, die auf der großen Freilichtbühne dafür sorgten, dass man das Geschehen auch in den letzten Reihen gut mitverfolgen konnte. Premiere im neuen Stadtsaal Im Herbst beginnen wieder die Proben zu einem größeren Stück, das bereits im neu renovierten Stadtsaal aufgeführt werden soll. Regisseur und Ausschuss sind schon mitten in den Planungsarbeiten. Stefan Winkler, als Obmann, Doris Prieth, seine Stellvertreterin, Martin Unterer, Kassier, Renate Gander, Schriftführerin, Heidi Prugg, sowie Renate Reich und Viktoria Wallnöfer, die seit Anfang des Jahres im Ausschuss vertreten sind, bemühen sich um alle organisatorischen und verwalterischen Aufgaben des Vereins, damit die schauspielerische Tätigkeit zur Freude der Glurnser Bevölkerung weiter lebt. Auch der nächste Auftritt der Theatergruppe kann somit mit Spannung erwartet werden. Aufgeführte Stücke: Frühjahr 2000: „Der Räuber im Rock“ (Komödie) Frühjahr 2001: „Technisches k.o.“ (Komödie) Advent 2001: „Die Glurnser Herbergsuche“ Ein Spiel unterwegs Frühjahr 2002: „Einmal ins Jenseits und zurück“ Sommer 2002: „Die Glurnser Hexe“ Advent 2002: „Der Minutenbettler“ (Adventsspiel) Advent 2003: „Die Glurnser Herbergsuche“ (Adventsspiel) August 2004: „Glurns, Juwel Tirols“ (Freilichtaufführung) Advent 2004: „Der heilige Abend als Glücksbringer“ (vorweihnachtliches Stück) Advent 2005: „In jener Nacht“ (Adventsspiel)
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