Für die Vorstellung des Konzeptes „Zukunft Haider Alm“ ernteten die HGJ-Vertreter viele Komplimente; im Bild (v.l.): Hubert Thanei, Edwin Coratti, Norbert Thöni, Martina Stocker und Attila Monsagrati.

„Über alle Optionen sachlich reden“

Publiziert in 26 / 2013 - Erschienen am 17. Juli 2013
HGV und HGJ stellen Konzepte vor. Sprenger weiterhin Präsident der Haider AG. Techniker soll genaue Daten liefern. Graun - Anbindung von Langtaufers an das Karlesjoch ­(Gletscherskigebiet Kaunertal) sowie Ausbau der Haider Alm und Möglichkeiten einer skitechnischen Anbindung der Haider Alm an den Watles und an ­Schöneben. Das ist die so genannte große Option. Die kleine Option ist eine Verbindung der Haider Alm mit Schöneben: Neue Talstation in St. Valentin und Verbindungslift mit Mittelstation zum Skigebiet Schöneben mit späterer Schaffung eines Skiweges von Schöneben zur Mittelstation. Die Trasse führt großteils durch Waldgebiet. Am 10. Juli waren es der HGV sowie die Hoteliers- und Gastwirtejugend (HGJ) der Gemeinde Graun, die zur Vorstellung der verschiedenen Konzepte einluden. Wie schon bei der Bürgerversammlung am 3. Juli (der Vinschger Nr. 25/2013) wurden auf Chancen und Möglichkeiten hingewiesen sowie auf Vor- und Nachteile beider Optionen. „Es braucht Perspektiven für die Jugend, die Bettenauslastung muss gesteigert werden, von einer Anbindung mit dem Gletscherskigebiet würde nicht nur Langtaufers profitieren, sondern auch die Haider Alm sowie die ganze Region.“ Das war der Grundtenor der Äußerungen der HGJ-Vertreter, die sich hinter die große Option stellten. Auch HGV-Ortsobmann Josef Thöni sieht in dieser Option eine Riesenchance. Der ehemalige Skirennläufer und Trainer Heinzpeter Platter habe gesagt, dass sich eine Abfahrt vom Karlesjoch nach Melag leicht und einfach erschließen lasse. Günther Stocker formulierte die Vision so: „Skiverbund Skiparadies ­Reschenpass mit Watles, Haider Alm, Schöneben und Nauders im Kartenverbund mit Kaunertal.“ Nicht der Wahrheit entspreche es laut Hansi Klöckner (Maseben KG), dass der Investor Hans ­Rubatscher sein Angebot definitiv zurückgezogen hat: „Wenn er öffentlich sagte, sich zurückziehen zu wollen, so nur deshalb, weil er schon lange auf eine Antwort gewartet hat und Druck machen wollte.“ HGV-Landesobmann Manfred Pinzger rief dazu auf, „über alle Varianten sachlich zu reden.“ LH Luis Durnwalder habe ihm unlängst bestätigt, zur Gletscheranbindung zu stehen, „wenn ein breiter Konsens in der Gemeinde gegeben ist.“ Sollte Rubatscher investieren, „wäre dies ein Garant und nicht nur ein ‚Sprücheklopfer‘“. Laut Pinzger soll über alle Optionen sachlich geredet werden, „und lasst euch nicht von Keiltreibern zerreißen.“ HGV-Gebietsobmann Karl ­Pfitscher plädierte klar für die große Option. „Keine überhitzten Entscheidungen“ Vinschgau Marketing-Direktor Kurt Sagmeister rief dazu auf, Vernunft walten zu lassen und keine überhitzten Entscheidungen zu treffen. Beide Optionen hätten bestimmte Reize. „Allerdings fehlen noch Informationen. Solche Sachen sind genau zu analysieren.“ Tatsache sei, das der Ski-Markt nicht mehr wächst. Der Malser Tourismusreferent Joachim Theiner und Hans Telser von der Touristik & Freizeit AG werteten eine Skischaukel Haider Alm-Watles-Schöneben als ­große Chance. Eine Liftverbindung vom Watles zur Haider Alm sei laut Telser relativ einfach. „Wir sind entscheidungsbereit,“ meinte Theiner. Hans Sprenger teilte mit, vorerst weiterhin Präsident der Haider AG bleiben zu wollen. Wie berichtet, hatte er bei einer hitzigen Vollversammlung der Haider AG mündlich seinen Rücktritt erklärt. Er hatte einen Grundsatzbeschluss für die große Option erwirken wollen. Dazu kam es aber nicht, denn es setzte sich den Antrag von BM Heinrich Noggler durch, die Abstimmung zu vertagen. Wie Sprenger am Samstag dem der Vinschger bestätigte, sei Rubatscher sehr enttäuscht. „Schöneben AG nicht mit eingebunden“ „Ich schätze Rubatscher sehr, aber wir als Schöneben wissen so gut wie nichts. Die ­Schöneben AG wurde überhaupt nicht eingebunden und war bei keinen Verhandlungen dabei,“ kritisierte Alfred Plangger, Vizepräsident der Schöneben AG. Diese stehe nach wie vor zur Anbindung mit der Haider Alm. Der Schöneben AG sei es gelungen, mit viel Mühe zeitgerechte Anlagen zu schaffen. Was die Förderleistungen betrifft, gebe es eine Überkapazität: „Wir fahren halbleer durch die Gegend“. Außerdem wisse man nicht, „was das Kauntertal wirklich will.“ Vertreter von Aufstiegsanlagen sowie Touristiker aus Nauders und dem Kaunertal sagten, dass von der großen Option alle profitieren würden. Das Problem sei die Schöneben AG, die kein Entgegenkommen gezeigt hätte. Auch Kritik an Schöneben-Präsident Oswald Folie wurde laut. Folie war bei der Sitzung nicht anwesend. Die Vizebürgermeisterin Karoline Gasser Waldner bemängelte, dass sich Rubatscher nie die Mühe gegeben habe, sich auch nur einmal mit dem Gemeindeausschuss und allen Akteuren an einen Tisch zu setzen. Nun werde der Ball zunehmend der Gemeindeverwaltung und der Schöneben AG zugespielt. Wie schon Gasser Waldner ist auch BM Heinrich Noggler überzeugt, dass noch konkrete Zahlen und Fakten auf den Tisch kommen müssen, bevor eine so große Entscheidung gefällt werden kann. Techniker wird beauftragt Der Verwaltungsrat der ­Schöneben AG hat am 11. Juli der gemeindeinternen Option (Zubringer Schöneben) zugestimmt. Die Finanzierungsmöglichkeiten sind noch auszuloten. Wie Heinrich Noggler am 12. Juli bestätigte, sind aus der Sicht der Gemeinde grundsätzlich beide Optionen möglich: „Was es für eine Entscheidung aber dringend braucht, sind konkrete Zahlen, verbindliche Zusagen für etwaige Finanzierungen und für mögliche Beiträge sowie die Auflistung aller Ausgaben, inklusive der Kosten für Pisten, Beschneiungsanlagen und Lawinenverbauungen.“ Um zu diesen Daten und Fakten in Bezug auf beide Optionen zu kommen, werde die Gemeindeverwaltung einen Techniker beauftragen: „Wir haben der Haider AG angeboten, dass sie einen Techniker ihres Vertrauens namhaft machen kann.“ Noggler hofft, dass der Techniker seine Arbeit binnen weniger Wochen erledigt. Liegen die konkreten Daten vor, „werden wir damit in die Vollversammlung der Haider AG gehen und anschließend im Gemeinderat entscheiden.“ Im Vorfeld dazu werde an die Abhaltung einer großen Bürgerversammlung gedacht.Sepp
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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