Überleben im Müll

Publiziert in 28 / 2015 - Erschienen am 29. Juli 2015
Mit dem Projekt „Müllmenschen“ wird konkret geholfen. Petra Theiner dankt allen, die spenden. „Jeder Euro kommt direkt zu den Ärmsten.“ Saraswatipur/Kalkutta - Es gibt viele Gebiete auf der Welt, in denen Menschen hungern, dürsten und Leiden ertragen, von denen die meisten von uns keine Ahnung haben. Besonders arg sind die Nöte vieler Menschen in der Großstadt Saraswatipur in Nordostindien und in Kalkutta. Seit nunmehr 10 Jahren setzt sich Petra Theiner aus Prad zusammen mit den Südtiroler Ärzten für die Welt für die Ärmsten der Armen in diesen Gebieten ein. Im September 2014 brachte sie gemeinsam mit den örtlichen Salesianern das Projekt „Müllmenschen“ auf den Weg. Der Name kommt nicht von ungefähr, denn es ist der Müll der großen Stadt, der unzähligen Menschen eine Überlebenschance bietet. Niemand weiß genau, wie viele Menschen dort leben. Sie sammeln Papier, Plastikreste, Eisen, Glasscherben und andere Sachen, die man wiederverwerten kann. Vom Verkauf des Mülls bekommen sie einen Hungerlohn. Aber auch nach Essensresten wird auf den Müllhalden mit bloßen Händen gesucht. Ganze Familien graben Höhlen in die Müllberge, in denen sie dann wohnen. Oder sie bauen sich aus Plastikplanen Behausungen auf den Halden. Was mit diesen Behausungen während der ­Monsunzeit geschieht, kann man sich vorstellen. Ende 2014 erreichten Petra dringende Hilferufe aus Kalkutta konfrontiert: Kinder von den Müll­halden, die schwer an Krebs erkrankt waren, mussten umgehend operiert werden. Für die „Müllmenschen“ ist ein Aufenthalt im Krankenhaus unvorstellbar. Operationen sind auch in Indien sehr teuer. „Ohne die Spenden aus Südtirol wären viele Operationen nicht möglich“, ist Petra überzeugt. Spendengelder hat Petra vor allem bei Benefizabenden gesammelt. Petra ist es ein großes Anliegen, allen zu danken, die ihre Projekte unterstützen, besonders jenen, die schon seit Jahren ein großes Herz haben. Petra: „Jeder Euro ist wertvoll und kommt direkt zu den Ärmsten der Armen!“ Sie bedankt sich auch für die tolle Zusammenarbeit mit den Südtiroler Ärzten für die Welt. Das Ziel von Petra ist es, möglichst viele Kinder von den Müllhalden zu holen, ihnen eine Schulbildung zu ermöglichen und Hand in Hand damit den Weg für eine bessere Zukunft zu ebnen. Dafür braucht sie weiterhin Hilfe. Über bisher durchgeführte sowie geplante Hilfsaktionen berichtet der Salesianer-Bruder Mathew George, der die Projekte vor Ort koordiniert, in einem Brief, den Petra kürzlich erhalten hat. So konnten z.B. seit September 2014 in Bagar (Müllgebiet) 22 Kinder und Erwachsene operiert werden. Zudem wurden, ebenfalls seit September, über 130 Menschen für medikamentöse Behandlungen in Krankenhäuser und Arztpraxen gebracht. 155 Kleinkinder und Mütter erhalten ­monatlich Nahrungsmittelpakete. 600 Familien im Müllgebiet profitieren vom Programm für Gesundheit und Ausbildung. 350 Schüler erhielten Büchertaschen. 40 Kinder wurden erstmals in Schulen eingeschrieben. Geplant sind u.a. 10 Toiletten für die Frauen in den Slums. Auch ein Platz zum Waschen von Kleidung mit sauberem Wasser soll entstehen. Ebenfalls in Planung ist ein kleines Zentrum für eine Schneiderei sowie für die Herstellung von Kerzen und Briefkuverts. Ein besonderes Augenmerk wird auch darauf gelegt, dass Kinder ausgebildet werden bzw. die Schule besuchen können. sepp Spendenkonto: Südtiroler Ärzte für die Welt Kennwort: Projekte Petra Theiner Volksbank (IBAN: IT 95 U05856 11601 050570000333 BIC: BPAAIT2B050), Sparkasse (IBAN: IT35 E06045 11600 000005003779 BIC: CRBZIT2B090)
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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