Als Werbetexter priesen diese Schülerinnen die Vorzüge des Monats Januar an.

Und was machen wir mit den Guten?

Publiziert in 13 / 2014 - Erschienen am 9. April 2014
Seit Juni 2000 ist es gesetzlich verankert: Nicht nur die Schwachen, auch die „Guten“ - die Begabten - haben ein Recht, gefördert zu werden. Laas - Mit „SpLeSch! Sprache-Lesen-Schreiben ist Begabtenförderung pur“ eröffneten die Direktorinnen des Schulsprengels Prad und Laas, Verena Rinner und Martina Rainer, die Schlussfeier der 2. Sprachwerkstatt Vinschgau. Eine Arbeitsgruppe von Deutschlehrerinnen und -lehrern der Mittelschulen St. Valentin, Mals, Glurns, Prad, Laas, Schlanders, Latsch und Naturns hatten jeweils zwei sprach-, lese- und schreibwillige Schüler aus ihren 2. Klassen ausgewählt. Zwei Tage lang wurden sie in der Bibliothek Laas durch die mehrfache Kinderbuchpreisträgerin und Künstlerin Brigitte Schär in die Buchstabenartistik eingeführt. Das Angebot muss gut angekommen sein, erzählte Direktorin Rainer. Die Rückmeldungen „der Guten“ waren nämlich das Beste, was man 13-Jährigen entlocken konnte: Das war flott, das war cool, war ein allgemeines Echo. „Damit haben wir ein wichtiges Ziel erreicht. Das verpönte und negativ besetzte Wort Leistung wurde aufgewertet“, freute sich Direktorin Rainer. Dass Brigitte Schär die Ergebnisse der Schreibwerkstatt inszenieren konnte, verdankte sie der graphischen Begleitung durch die Kunsterzieherin Isolde Schaller. Für den klingenden Rahmen war Musiklehrer Hannes Ortler zuständig. Den Mitarbeiterinnen am Schulsprengel, der Direktorin des Wohn- und Pflegeheimes Sibille Tschenett der Schulreferentin Verena Tröger und Bürgermeister Andreas Tappeiner wurde für die Gastfreundschaft in Laas gedankt. Das Schulen übergreifende Projekt, das auf drei Jahre ausgelegt ist, fand wohlwollende Unterstützung bei der Bezirksgemeinschaft. Die ­Raiffeisenkasse Prad-Taufers stellte Stifte und Farben als Geschenke zur Verfügung. Dafür, dass aus dem „SpLeSch“ ein englischer „Splash“, ein Platscher oder besser ein Ereignis wurde, sorgten die Schüler selbst. Nach dem virtuosen Auftakt am Klavier durch Stephanie Dietl und Sara Frank aus dem Musikzug der Mittelschule Schlanders sorgte Lehrer Ortler selbst für die passenden Klangvariationen zu den Auftritten der angehenden Schriftsteller. So mussten die Schüler ihren jeweiligen Geburtsmonat bewerben. „Werden Sie geboren im März!“, riefen die im März Geborenen dem Inspektor für den Bereich Sprachen, Ferdinand Patscheider, und den Direktoren Christian Köllemann, Werner Altstätter, Andrea Eberhöfer und Sonja Saurer zu. Steine wurden an die Leinwand projiziert. Steine des Anstoßes, die Schüler und Schülerinnen zum Überlegen und Schreiben inspirierten. Mit Worten spielend und jonglierend hatten sie „Haikus“ gedichtet. Worte und Sätze wurden zu Blumen, zu Wolken und zu Sonnen. Fast nicht zu glauben war, dass man in einer 2. Klasse der Mittelschule derart spritzige Kurzgeschichten zu Papier bringen konnte. s
Günther Schöpf
Günther Schöpf
Vinschger Sonderausgabe

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