Urlaub am Rom und Rambach

Publiziert in 38 / 2012 - Erschienen am 24. Oktober 2012
Wir erleben den goldenen Oktober 2012 im einzigartigen Natur- und Kulturraum des Val Müstair, eingebettet zwischen dem Schweizer Nationalpark und dem Nationalpark Stilfserjoch. Wir erleben herrliche Wandermöglichkeiten in unberührter Natur ohne Schnell­restaurants an jeder Weggabelung, dafür mit traditionsbewussten Einkehrmöglichkeiten auf den Almen. Wir erleben einen bewirtschafteten Alpenraum, der uns Begegnungen mit Hirtenhunden und Viehherden, die Versorgung mit lokalen Produkten von Käse, Wurst über Honig und Kuchen bis hin zu frisch gemolkener Milch vom Hof gegenüber ermöglicht. Wir hören trotz des Verkehrs auf der Passstraße bald unentwegt die verschiedenen Klänge der Kuhglocken oder Wassergeräusche vom Tröpfeln eines Bergbaches bis hin zum Rauschen des breiter werdenden Roms und des Rambachs. Wir erleben Menschen, die uns gastfreundlich und sehr offen begegnen und traditionsbewusst in dieser Kulturlandschaft verwurzelt zu sein scheinen. Wir erleben das Erntedankfest in Valchava nicht als Kostümfest für Touristen, sondern als gemeinsames Fest der gesamten grenzüberschreitenden Region. Dank der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit können wir uns dieses wunderschöne Flusstal vom Nationalpark bis zum Etschtal mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschließen. Zu wünschen ist eine nachhaltige Weiterentwicklung der gesamten Region, wodurch sich für Urlauber die attraktive Verbindung von der Südtiroler Urlaubsregion über das Münstertal bis in die Engadiner Urlaubsregion böte. Nicht nachvollziehbar sind in diesem Zusammenhang Überlegungen, den Rambach zur Stromerzeugung zu nutzen und damit den einzigartigen Naturraum des unverbauten Roms an der Grenze zu Italien enden zu lassen. Stattdessen sollte eine Ausweitung der Biosphäre auf das Südtiroler Münstertal das Ziel sein, damit im gesamten Flusstal Natur- und Kulturerleben im Vordergrund stehen können. Katja Brunsmann, Bergfelde bei Berlin, 18.10.2012
Vinschger Sonderausgabe

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