Im Bild (v.l.): Andreas Tappeiner, Sigfried Stocker, Florian Pinggera (VEK-Sekretär), Alexander Telser (neuer VEK-Obmann), Georg Wunderer, Albrecht Plangger und Hubert Variola.

Verstärkung an der Spitze des VEK

Publiziert in 18 / 2015 - Erschienen am 13. Mai 2015
Alexander Telser neuer Obmann. Eigenständige Stromverteilung wird nun konkret angegangen. Stichtag 1. Jänner 2016. Prad - „Wir brauchen Verstärkung an der Spitze und haben jemanden gesucht, der das Ross vorne zieht, während Regional­assessor Sepp Noggler und ich das Pferd hinten anschieben.“ So begründete Albrecht Plangger, der bisherige Obmann des ­Vinschgauer Energiekonsortiums (VEK), den Wechsel an der ­Spitze. Aufgrund seiner Arbeit im Parlament in Rom trete er beim VEK in die zweite Reihe zurück. Als neuer Obmann wurde am 5. Mai am Sitz des E-Werks in Prad der Bankangestellte Alexander Telser aus Schluderns vorgestellt. Wie mehrfach berichtet, sind die wichtigsten Weichen für eine eigenständige Stromverteilung in den 6 Gemeinden Graun, Mals, Glurns, Taufers i.M., Schluderns und Laas gestellt. Dazu gehört vor allem der Ankauf des Stromnetzes seitens der genannten Gemeinden. Entsprechende Beschlüsse für die Unterzeichnung von Kaufvorverträgen wurden in allen Gemeinderäten gefasst. Wie der neue VEK-Obmann Alexander Telser, sein Vorgänger Albrecht Plangger sowie die Vorstandsmitglieder Andreas Tappeiner (Vizeobmann), Hubert Variola, Georg Wunderer und Siegfried Stocker unterstrichen, beginnt jetzt die Phase der Umsetzung. Phase der Umsetzung beginnt Es ist vorgesehen, dass die Gemeinden die Führung des Netzes bzw. die Stromverteilung ausschreiben, wobei davon ausgegangen wird, dass das VEK als Genossenschaft mit der Führung betraut wird. Operativ anlaufen soll die eigenständige Verteilung am 1. Jänner 2016. Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Das Ziel der Vorhabens brachte Georg ­Wunderer so auf den Punkt: „Nachdem es uns Vinschgern gelungen ist, in jahrelangem Kampf Beteiligungen an der Stromproduktion am Reschenstausee und am Kraftwerk Laas-Martell zu erstreiten, geht es nun darum, diese vor Ort erzeugten ca. 120 Millionen kWh auf möglichst direktem Weg und zu möglichst günstigen Konditionen zum Verbraucher zu bringen, sprich zu den Bürgern und Betrieben.“ Dank der eigenständigen Verteilung und des eigenständigen Stromhandels soll die Bevölkerung grundsätzlich in den Genuss von Vorteilen und Diensten kommen, wie sie von den E-Werken Prad und Stilfs schon seit langem angeboten werden. Bürgernaher Service „Wir möchten den Kunden eine gute Dienstleistung anbieten, individuelle Lösungen und einen bürgernahen Service“, sagte Telser. Bei den Tarifen ist das VEK allerdings an bestimmte Vorgaben gebunden. Tarife wie es sie z.B. in Prad gibt, können nicht angeboten werden, weil das VEK keine „historische“ Genossenschaft ist. Als weitere wichtige Argumente für die eigenständige Stromverteilung wurden das Schaffen neuer Arbeitsplätze und die lokale Wertschöpfung genannt. „Wir waren und sind weiterhin allesamt Idealisten, denen es darum geht, etwas Gutes für die Bevölkerung auf den Weg zu bringen, und zwar langfristig“, meinte Sigfried Stocker. An einem Businessplan wird derzeit noch gefeilt. Zwischenhändler ausschalten Positiv zu Buche schlagen dürfte sich dabei die Tatsache, dass das VEK beabsichtigt, sämtliche Strom-Zwischenhändler zwischen Börse und Verbraucher auszuschalten. Um ein möglichst koordiniertes Vorgehen gewährleisten zu können, sollen nun in allen 6 Gemeinden eigene Ansprechpartner namhaft gemacht werden. Alles daran setzen will das VEK im Laufe des heurigen Jahres auch, um die Bürger und Betriebe zu informieren, sie von der Sinnhaftigkeit und den Vorteilen der eigenständigen Stromverteilung auf Genossenschaftsbasis zu überzeugen und sie in diesem Sinne auch für eine aktive Mitgliedschaft zu begeistern. Sepp
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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