Sulden präsentierte sich schon im Oktober als Wintersportort. Rechts die Pfarrkirche St. Gertraud und links das Parc Hotel. (Aufn. skigebiete-test.de)

Vielen wird die Luft immer dünner

Publiziert in 41 / 2012 - Erschienen am 14. November 2012
Die Stilfser Gemeinderäte befassten sich mit der IMU, ihren Folgen, einem un-wirklichen Einkehrschwung und mit dem Haus der Dorfgemeinschaft. Stilfs - In Sulden - im „Ort mit der reinsten Luft Europas“ - könnte die Luft für viele Betriebe ­immer dünner werden. Das war der Tenor einer Reihe von Wortmeldungen der im Gemeinderat Stilfs vertretenen Hotel­iers aus der Tourismushochburg Sulden. Sie hatten festgestellt, dass die Gemeindeverwaltung „nicht einmal ein kleines Signal“ an die Wirtschaft gesandt habe. Sie sahen auch nicht das „kleine Zuckerle für die Wirtschaft“, wie es Bürgermeister Hartwig ­Tschenett nannte, weil der Hebesatz für Dienstwohnungen von 7,6 auf 4,6 Promille gesenkt worden war. „80 Prozent unserer Hotels haben keinen Bereich als Wohnung eingetragen. Ob es private Räume oder Personalräume sind, wurde nicht eingetragen“, merkte Arnold Gapp an. „Die Belastungen sind fast nicht mehr zu schaffen. Nicht mehr das wird besteuert, was ein Betrieb einnimmt, sondern nur mehr die Betriebsflächen“, so Gapp. Der Referent für ­öffentliches Bauen, Armin ­Angerer, vertiefte: „Ernst wird es vor allem dann, wenn diese Beträge nicht mehr in den Betrieben investiert werden.“ Arnold Gapp wollte wissen, warum man nicht den Bestand an Zweitwohnungen erhoben habe und bei touristisch genutzten den Hebesatz von 10,6 Promille anwende. Die Referenten Angerer und Hannes Hofer dazu: „Die Sache mit den Zweitwohnungen ist ein heikles Thema. Wenn wir alles erheben würden, käme eine Lawine ins Rollen.“ Gemeinderat Wilhelm Haas kommentierte: „Wir sind alle zu gut, aber die Welt ist anders, auch der Monti.“ Auch eine Abänderung des Bauleitplanes betraf die Fraktion Sulden. Die Skipiste Langenstein war im Bereich der Talstation so eingetragen, als würde sie teilweise auf einem bestehenden Gebäude verlaufen. Der Rat beschloss, die Piste in der Nähe des Parc Hotels „der realen und sinnvollen Bestandssituation anzupassen“ und dem Antragsteller auf einer Fläche von 1.600 Quadratmetern „eine Zone für touristische Einrichtungen“ zu genehmigen. Genehmigt und für kostengünstig erachtet wurde auch das „Vorprojekt für bauliche Erneuerung und energetische Sanierung des Hauses der Dorfgemeinschaft (...) sowie Schaffung neuer Räumlichkeiten für die Unterbringung der Gemeindeämter mit einem Kostenvoranschlag von insgesamt 2,7 Millionen Euro“, ausgearbeitet von Architekt Kurt Stecher aus Prad. Damit wird in Stilfs ein lang diskutiertes und einschneidendes Bauprojekt in Angriff genommen: Zuerst wird ins Haus der Dorfgemeinschaft ausgesiedelt und dann das Rathaus umgestaltet. Mit den Gemeindeämtern werden Kindergarten, Bank und Bibliothek wieder einziehen. „Damit kommt wieder Leben ins Zentrum“, wie sich Gemeinderat Roland Angerer ausdrückte. Günther Schöpf
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