Die Lodnerhütte, derzeit in Landesbesitz, deren Zukunft noch ungewiss ist

Vier Generationen unter einem Dach

Publiziert in 28 / 2014 - Erschienen am 30. Juli 2014
Durchs wasserreiche Zieltal zur verkannten Lodnerhütte Es ist trüb an diesem Morgen. Fünfzehn Wanderer kommen uns bereits um neun Uhr entgegen, während wir als einzige aufsteigen. Auf der Hütte angekommen, sind die Hüttenwirte Harald und Dagmar Prantl gerade mit dem Besen zugange. Auch Annemarie Wwe. Fischer, die Seniorchefin, huscht vorbei. Auf einer Hütte gibt es immer was zu tun, gleich ob in der Küche, in der Stube, auf der Terrasse oder an der Materialseilbahn. Derzeit arbeiten vier Generationen auf der Lodnerhütte zusammen, wie Harald mit Stolz feststellt. Seine Schwiegereltern haben 1971 die CAI-Hütte übernommen. Seine Frau Dagmar hat er hier kennengelernt. Aus seiner Mithilfe wurde Liebe und seit 27 Jahren ist er vom 25. Juni bis zum 30. September auf der Hütte anzutreffen. Inzwischen helfen die vier Kinder, Deborah, Elias, Tabea, Jemima, sowie das Enkelkind Nico mit. Schwiegersohn Michael kommt gerade von seiner Erkundungstour von der Johannesscharte zurück. Sie ist nach wie vor unpassierbar, es liegt noch zu viel Schnee. Was macht den Reiz des Hüttenwirt-Lebens aus? „Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und ich bin mein eigener Chef. Ja, ich würde sagen, es ist eine Berufung, irgendwie wächst man in die Aufgabe hinein, denn im Sommer habe ich keinen Tag Urlaub. Ich genieße den Kontakt zu den Menschen. Manche Wanderer nehmen den Stress vom Tal mit herauf, aber spätestens hier kommen sie dann zur Ruhe. Da entstehen oftmals interessante Gespräche“, erzählt der Hüttenwirt Harald. Jeden Winter kehrt er an seinen Arbeitsplatz in eine Naturnser Firma zurück. Anfänglich braucht es eine Eingewöhnung, um mit dem schnellen Rhythmus und dem Lärm im Tal zurecht zu kommen. Derzeit bereitet ihm jedoch das unstete Wetter Gedanken. Mit einem Blick zum Himmel meint er, „hoffentlich rettet uns der August“. Zumindest einige Übernachtungen sind für die nächsten Tage gebucht, das lässt hoffen. Wandererführerin Andrea Kuntner Info WanderROUTE Ausgangspunkt: Partschins (620 m) Höhenmeter: ca. 1.000 m Gesamtgehzeit: ca. 5 1/2 Std. Wegverlauf: Mit Texelbahn zum Giggelberg (1.536 m) und über den Meraner Höhenweg in ¾ Std. zur Nassereithütte (1.523 m). Weiter geht es auf gepflastertem Weg zur Gingglalm und in weitem Bogen hinauf zur Zielalm (bewirtschaftet, 2.196 m) und der dahinter liegenden Lodnerhütte (2 ½ Std., 2.259 m). Hinweis: Das Zieltal bietet viele interessante Gipfel. Die meisten setzen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraus. Beliebt sind die Übergänge zur Stettinerhütte (Johannesscharte) und zum Hochganghaus (Halsljoch, Milchsee-, Hochgangscharte). Sie ist auch über den Franz-Huber-Steig (ausgesetzt!) erreichbar.
Andrea Kuntner
Andrea Kuntner

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