Der Vizeobmann Matthias Bernhart (r.) überreichte dem scheidenden Obmann Leo Forcher eine Ehrenurkunde.
Reben für den scheidenden Obmann (v.l.): Hans Zagler, Leo Forcher und Elmar Luggin.
Robert Telfser (rechts) und das Gründungsmitglied August Ganthaler (Bildmitte) wurden für über 30-jährige Mitgliedschaft beim Vinschgauer Weinbauverein geehrt. Links der scheidende Obmann Leo Forcher.

Vinschger „Weinpapst“ tritt ab

Leo Forcher steigt nach 39-jähriger Obmannschaft aus dem Vorstand des Weinbauvereins aus.

Publiziert in 9 / 2020 - Erschienen am 10. März 2020

Tschars - Seit dem Gründungsjahr 1981 bemüht sich der Vinschgauer Weinbauverein um die Entwicklung des Weinanbaus im Tal. Wenn es während der vergangenen Jahrzehnte gelungen ist, den Weinbau nicht nur flächen- und mengenmäßig auf Vordermann zu bringen und vor allem die Qualität der Vinschger Weine zu steigern, so ist das nicht zuletzt das Verdienst von Leo Forcher aus Galsaun. Nach 39-jähriger Obmannschaft stellte sich der Gründungsobmann bei der Vollversammlung am 4. März im Josef-Maschler-Haus in Tschars nicht mehr der Wahl. Bürgermeister Gustav Tappeiner lobte im Namen der Bürgermeister aller Gemeinden, in denen Weinanbau betrieben wird, den jahrzehntelangen Einsatz von Leo Forcher für die weinbauliche Entwicklung und die Förderung der Qualität der Vinschger Weine von der Töll bis Marienberg. „Der Weinbau im Vinschgau und die Vinschger Weine werden heute respektiert“, sagte Tappeiner. Bezüglich des Vinschger Weinweges (Via Vinum Venostis) kündigte er an, dass nach Kastelbell-Tschars und Naturns eine Weiterführung bis Partschins geplant sei. Zu achten sei darauf, „dass die Wege auch erhalten werden und
geöffnet bleiben.“

Über 85 Hektar

Welchen Stellenwert der Weinbau im Vinschgau mittlerweile einnimmt, belegen schon einige wenige Daten. Die Zahl der Vereinsmitglieder ist auf nunmehr rund 280 angewachsen, die Anbauflächen sind seit der Gründung bis jetzt von 48 auf über 85 Hektar angewachsen. Derzeit gibt es 16 offizielle Abfüller im Vinschgau. 21 Mitglieder beliefern die Kellerei Meran, die eine eigene, durchaus erfolgreiche „Linie Vinschgau“ entwickelt hat. Beim Großteil der Mitglieder handelt es sich laut Leo Forcher um kleine Hobbywinzer, „die mit viel Herzblut und Gaudi ihre kleinen Flächen und Stelen bewirtschaften und die den eigentlichen Kern des Vereins bilden.“

Riesling überholt Weißburgunder

Was die Sorten betrifft, so hat im Vinschgau mit 18 Hektar der Blauburgunder die Nase vor. Erstmals den zweiten Platz nimmt mit 14 Hektar der Riesling ein, gefolgt vom Weißburgunder (13 ha), dem Zweigelt (8 ha) und anderen Sorten. Den Jahrgang 2019 bezeichnete der scheidende Obmann als „etwas durchwachsen“. Vor allem der teils kühle Mai hat dem Austrieb zugesetzt. Im Juni und Juli hat sich die Lage gebessert. „Wir verzeichneten zwar einen mengenmäßigen Rückgang von ca. 10 Prozent, aber die Qualität ist hervorragend“, resümierte Forcher. Die Vereinstätigkeit 2019 war wiederum umfangreich und vielfältig. Es gab u.a. Dorfverkostungen in Vetzan, Kortsch, Kastelbell und Naturns, 5 Beratungsnachmittage, ein Einkellerungsseminar, Weinanalysen durch Reinhard Massl, 3 Flurbegehungen und eine mehrtätige Lehrfahrt in das Weinbaugbiet Franken, über die Elmar Luggin informierte. Die Herbstbegehung 2019 führte nach Schluderns, Marienberg und in die Fürstenburg. Ein großes Augenmerk wurde wieder auf die Weiterbildung gelegt. Ein Dank wurde in diesem Zusammenhang den Experten und Fachleuten des Versuchszentrums Laimburg ausgesprochen. 

Neue Gesichter im Vorstand

Im einhellig neu bestellten Vorstand sind weiterhin Elmar Luggin (Schluderns), Matthias Thomann (Kortsch), Martin Schuster (Vetzan), Reinhard Massl (Goldrain), Andreas Gruber (Naturns) und Matthias Bernhart (Partschins) vertreten. Neu im Vorstand sind die jungen Winzer Florian Schönthaler (Schlanders) und Martin Gapp (Naturns), sowie Heiner Pohl anstelle seines Bruders Martin. Als kooptierte Mitglieder arbeiten Roland Fieg (Staben) sowie Martina Kafmann Wwe. Feichter (Bezirksamt für Landwirtschaft) und Hans Zagler (Fachschule Fürstenburg) im Vorstand mit. Dem Team der Rechnungsrevisoren gehört nach dem Ausscheiden von Sepp Kunter Andreas Forcher an. Den neuen Obmann wird der neue Vorstand in Kürze wählen. Einen besonderen Dank zollte Leo Forcher allen bisherigen und neuen Vorstandsmitgliedern, den kooptierten Mitgliedern sowie auch der Schriftführerin Nicole Reinstadler. Im Anschluss an die Vollversammlung fand die Fachtagung statt, bei der Arno Schmid (Versuchszentrum Laimburg) über die geländeklimatische Standortbewertung von Weinbauflächen informierte. Vorgestellt wurde auch das Weinbaugebiet Sarca-Arco-Mori, das Ziel der heurigen eintägigen Lehrfahrt. 

Josef Laner
Josef Laner

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.