Der Gemeinderat von Kastelbell-Tschars bei der Sitzung am 26. Februar.
BM Gustav Tappeiner.
Das Gewerbegebiet „Altes Magazin Tschars“ wird in eine Wohnzone umgewidmet.

Von Gewerbegebiet zu Wohnzone

Endlich Lösung für „Altes Magazin Tschars“

Publiziert in 5 / 2026 - Erschienen am 10. März 2026

Kastelbell-Tschars -  „Ich habe mich sehr gut erholt und bin seit dem 1. Februar wieder im Amt.“ Dies schickte Bürgermeister Gustav Tappeiner bei der Gemeinderatssitzung am 26. Februar voraus. Er bedankte sich beim Vizebürgermeister Daniel Alber, der während seiner rund zweimonatigen Abwesenheit die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters geführt hatte, sowie beim gesamten Ausschuss und auch beim Gemeinderat.

3 Wohngebäude sind vorgesehen

Definitiv mit breiter Mehrheit genehmigt hat der Gemeinderat die Umwidmung des Gewerbegebietes „Altes Magazin Tschars“ in Mischgebiet. Auf der rund 2.500 Quadratmeter großen Fläche befand sich ursprünglich ein Obstmagazin und später eine Produktionsstätte für Trinkhalme. Nach der Stilllegung des Betriebes brannte das Gebäude im Jahr 2000 ab und wurde 2004 abgerissen. Der jetzige Bebauungsvorschlag sieht 3 Wohngebäude vor. Die maximale mittlere Gebäudehöhe ist auf 7,5 Meter begrenzt, die Baudichte auf 1,5 Kubikmeter pro Quadratmeter.   

Wie steht es um die Wohnqualität?

Bei der Diskussion sprach sich Benjamin Zwick (Freies Bündnis Kastelbell-Tschars) gegen die Umwidmung aus. Die Wohnzone befinde sich außerhalb des Ortskerns und liege an der Hauptdurchzugsstraße. In punkto Wohnqualität sehe er mehr Nach- als Vorteile. „Mir ist dort eine Wohnzone lieber als ein Handwerksbetrieb“, argumentierte hingegen der Gemeindereferent Thomas Plack. Auch der Bürgermeister meinte, dass die Wohnqualität nicht so negativ einzustufen sei. Die Wohnsiedlung schließe an bestehende Wohngebäude an. Die Gemeindekommission für Raum und Landschaft habe im Herbst 2025 ein einstimmiges positives Gutachten abgegeben. Die Erschließung der Zone über den Sackweg ermögliche die Erweiterung der dortigen Schallschutzwand, was die Wohnqualität steigere.

Durchführungsplan ist noch zu erstellen

Verpflichtend vorgeschrieben ist die Erstellung eines Durchführungsplanes für das neue „Mischgebiet M2“. Noch im Vorfeld der Genehmigung desselben muss die Gemeinde eine Vereinbarung mit dem Eigentürmer abschließen und entscheiden, ob sie die gesetzlich vorgesehene Möglichkeit, 60 Prozent der Fläche zur Hälfte des Marktwertes für den geförderten Wohnbau zu erwerben, nutzt. Werden die 60 Prozent erworben, sind sie für den geförderten Wohnbau bzw. für Wohnungen mit Preisbindung vorzusehen. Der Gemeinderat genehmigte die Umwidmung bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung aus den Reihen des Freien Bündnisses, das im Gemeinderat mit 5 Ratsmitgliedern vertreten ist.

Debatte um Instandsetzung von Verbindungsweg

Die von der Agrargemeinschaft Trumsberg geplante Instandsetzung des Verbindungsweges vom Trumser Alb‘l bis zur Stierberg-Alm brachte das Ratsmitglied Benjamin Pixner (Freies Bündnis) aufs Tapet, zumal es zuvor ein Online-Treffen dazu gegeben hatte. Bedenken hätten beim Treffen Vertreter der Jägerschaft geäußert, wonach ein Einstandsgebiet für Rotwild gefährdet werden könnte. Thomas Plack und auch der Bürgermeister sagten, dass für dieses Vorhaben weder eine Genehmigung seitens der Gemeinde noch seitens der Forstbehörde vorgesehen sei. Sie plädierten dafür, dass sich alle Beteiligten noch einmal treffen, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu finden. Laut dem Ratsmitglied Reinhard Kaserer sei nicht von einem „großen Projekt“ zu reden, sondern es gehe lediglich darum, den bestehenden alten Weg „mit Pickel, Schaufel und Motorsäge“ instand zu setzen und zu reaktivieren. Die Almen könnten davon ebenso profitieren wie wanderfreudige Einheimische und Gäste. 

Josef Laner
Josef Laner

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