Besonders groß waren die Lärmbelästigungen immer dann, wenn die „Steinmaschine“ in Betrieb war.

„Von wegen Transparenz“

Harsche Kritik an Suldner Gemeindevertreter

Publiziert in 32 / 2017 - Erschienen am 26. September 2017

Sulden - Nun ist er so gut wie fertiggestellt, der Camper-Stellpatz unterhalb des Hotels „Alpina“ in Sulden. „Dass es nicht mehr möglich ist, ihn weg zu bekommen, ist uns bewusst, aber die Vorgehensweise, mit der man uns diesen Stellpatz vor die Häuser gesetzt hat, lässt sehr zu wünschen übrig. Von Trans­parenz kann überhaupt keine Rede sein. Von den Suldner Vertretern im Gemeinderat und im Gemeindeausschuss sind wir schwer enttäuscht. Auch vom Bürgermeister hätten wir uns mehr erwartet.“ So lässt sich die Kritik von rund einem Dutzend von Anrainern des Camper-Stellplatzes zusammenfassen. Im Artikel im
der Vinschger Nr. 30/2017 seien ihre Beanstandungen, Bedenken und Kritikpunkte zum Großteil außen vor geblieben. Die Anrainer erinnern daran, dass es an ihren Reihen­häusern in der Vergangenheit schon einmal infolge von öffentlichen Erdbewegungsarbeiten zu Rissen und auch Rohrbrüchen gekommen war. Als man vom geplanten Bau des Camper-Stellplatzes-Platzes erfuhr, habe man schon im September 2016 einen Brief an die Gemeinde geschrieben, um daran zu erinnern und vor möglichen neuen Ge­fahrensituationen zu warnen. Auf eine Antwort auf diesen Brief warte man bis heute. Auch einen Rechtsanwalt habe man mit eigenen Kosten mit diesem Thema befasst, „um zumindest etwas in der Hand zu haben, falls Schäden verursacht werden.“ Am 20. Februar wurde ein zweiter Brief an die Gemeinde geschrieben, um auf die Bedenken bezüglich der Sicherheit der Häuser hinzuweisen. Auch dieser Brief sei unbeantwortet geblieben. Die Baukonzession wurde am 15. März ausgestellt. Die famose Bürgersammlung habe nicht im Sommer, wie im erwähnten Artikel berichtet, sondern vor Baubeginn am 24. Mai stattgefunden. Die Anrainer hatten mehrfach auf die Abhaltung einer Bürgerversammlung gedrängt, sodass sich die Gemeinde schließlich bewegen ließ, die Versammlung  einzuberufen. Ein transparentes Vorgehen seitens der Gemeinde habe es bei diesem Projekt von Anfang an nicht gegeben, stimmen Rita Schöpf, Emil Hofer, Dangl Sandra und Ulrike, Reinstadler Stefan, Eugen, Toni, Ulrike und Maria Luise überein. Lediglich Emanuel Abertegger hätte kurz vor Weihnachten einmal auf das Projekt hingewiesen. „Normalerweise dürfte es in einem 300-Seelen-Dorf üblich sein, dass die eigenen Gemeindevertreter die Bevölkerung oder mindestens die Anrainer rechtzeitig und ausführlich über Bauvorhaben dieser Größenordnung informieren, auch wenn es sich um private Bauinitativen handelt“, so die Anrainer. Der Camper-Stellplatz sei schließlich kein Zeitungskiosk. In Sulden sei in den vergangenen Jahren kein größeres Projekt wirklich transparent umgesetzt worden. Apropos Größe: Um insgesamt über 30 Stellplätze für Camper errichten zu können, werde die Gemeindeverwaltung nun zwei Lizenzen ausstellen. Der Baubeginn sei am 12. Juni gemeldet worden. „Dass hier tatsächlich gebaut wird, habe ich erst bemerkt, als ich sah, wie der Grund vermessen wurde“, so eine Anrainerin. Unerhört sei es gewesen, dass Abwasserleitungen „gekappt“ wurden, „ohne uns zu fragen.“ Noch immer groß ist der Ärger bezüglich der Lärmbelästigungen. Es sei zwar wahr, dass vom 13. bis zum 27. August nicht gearbeitet wurde, aber in der Zeit vorher und auch nachher habe man buchstäblich einen Höllenlärm über sich ergehen lassen müssen, und zwar fast den ganzen Tag über. „Auch Dutzende Gäste waren mehr als verstimmt, nicht wenige reisten ab. Es zitterten sogar die Balkone“, so die Inhaberin einer Residence, wo im August 2017 immerhin über 2.000 Nächtigungen gezählt wurden. Der Grund für die große Lärmbelästigung war vor allem der Einsatz einer „Stein­maschine“, mit der Material verarbeitet wurde, das aus dem Suldenbach entnommen und mit Lastkraftwagen herbeigekarrt worden war. Zumal die Baukonzession am 15. März ausgestellt wurde, hätte man schon sofort nach dem Abschluss der Wintersaison am 2. Mai mit den Arbeiten beginnen können. Nach wie vor skeptisch sind die Anrainer bezüglich der nur einspurigen Zufahrt zum Stellpatz. Schließlich diene die Zufahrt auch all jenen, die zum Recylcinghof müssen. Ob es gelingt, mit Hilfe einer Ampel eine zufriedenstellende Lösung zu schaffen, bleibe abzuwarten.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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