Es bleibt spannend im Gemeinderat von Schluderns. Vizebürgermeisterin Astrid Reinstadler hat vorgeschlagen, den Ausschuss zu erweitern; Alexander Telser, neuer Obmann des Vinschgauer Energiekonsortiums, nahm in der Ratssitzung mehrmals eine Vermittlerrolle ein.

Vorwärts, wir müssen zurück!

Publiziert in 24 / 2015 - Erschienen am 30. Juni 2015
Schluderns - Außenstehende empfanden die Ratssitzung vom 16. Juni als sachlich und konstruktiv. Dass alle anwesenden Volksvertreter aktiv an den Diskussionen teilnahmen, war sicher der Listenvielfalt zuzuschreiben. Zum ersten Mal Leben in den Ratssaal kam beim Tagesordnungspunkt „Erhöhung der Gemeindeaufenthaltssteuer“. Der Vorschlag, die Kurtaxe für alle Beherbergungsbetriebe um 70 Cent zu erhöhen, wurde unterschiedlich aufgenommen, führte zu Diskussionen und zur allgemeinen Erkenntnis, dass Schluderns in der Ferienregion Obervinschgau stiefmütterlich behandelt werde. Tourismusreferentin Romina Eberhöfer gab zu bedenken, dass sich die Gemeinde wohl auch mehr rühren sollte. Die Erhöhung wurde mit einer Enthaltung angenommen. Als Knackpunkt entpuppte sich die vor Jahren getroffene Grundsatzentscheidung, das Wasserkraftwerk Konfall zu bauen und aus den Erlösen die Beregnungsanlage Ebnet mit 2 Millionen Euro quer zu finanzieren. Wenn für die Wasserkonzession und für den Rückzug eines Rekurses nun im Voraus von der Gemeinde die Finanzierung verlangt werde, sah sich nicht nur Vizebürgermeisterin Astrid Reinstadler vom Bonifizierungskonsortium unter Druck gesetzt. Es kam zu Wortwechseln zwischen Bauern und Nicht-Bauern. Die Frage von Mirko Stocker, was spreche dagegen, eventuelle Förderungen allen Partnern zugute kommen zu lassen, blieb unbeantwortet. Bürgermeister Erwin Wegmann versuchte zu vermitteln, indem er auf spätere Entscheidungsmöglichkeiten des Gemeinderates verwies. Damit die Sache vorankomme, wurden mit drei Gegenstimmen und einer Enthaltung der Beitrag der Gemeinde genehmigt. Teilweise zurück rudern musste die Verwaltung auch im Falle des Kindergartenprojekts. Der bestehende Bau werde bis auf die Kellermauern abgerissen; im Neubau sei nur mehr Platz für drei Sektionen vorgesehen. Als Sprecher der Arbeitsgruppe begründete Peter Paul Trafoier die neue Ausgangslage mit „statischen Bedenken“ durch den Architekten im Falle einer Sanierung. Brigitta Stecher Parth wandte ein, dass sie erstens an der Qualität der Fundamente zweifle, dass man zweitens Räumlichkeiten für Kitas oder Krabbelgruppe vorsehen solle und dass drittens die Kosten für das Doppelprojekt Kindergarten und Probelokal der Musikkapelle zu überprüfen seien. Der Beschluss, für drei Sektionen den Kindergarten neu zu bauen, fiel einstimmig aus, weil man keine Zeit verlieren wollte. s
Günther Schöpf
Günther Schöpf
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