Was brennt den Pradern unter den Nägeln?

Publiziert in 13 / 2014 - Erschienen am 9. April 2014
Hauptplatz, Altersheim, teure Mittelschulsanierung und weitere Themen Prad - Zum Auftakt der ersten Bürgerversammlung im neuen Bürgersaal des neuen Gemeindehauses informierten Willigis Gallmetzer von der Abteilung Wasserschutzbauten und Walter Gostner (Patscheider & Partner) über das Projekt „flussaufwärts“. Bei diesem Projekt, das 400.000 Euro kostet und mit Mitteln der EU, des Landes und Staates ­finanziert wird, geht es darum, die Naturgefahren im Einzugsgebiet des Suldenbaches zu erheben, gegensätzliche Interessen unter einen Hut zu bringen, Ziele zu definieren und ab 2015 vorbeugende Maßnahmen umzusetzen. Projektpartner sind die Gemeinden Prad und Stilfs. Auch die Forstbehörde, der Nationalpark, die Fraktionsverwaltungen, die Landwirtschaft und weitere Interessengruppen werden involviert. Alle können sich im Rahmen eines Forums einbringen. Gostner informierte zusätzlich über die Erstellung des Gefahrenzonenplanes für die Gemeinde Prad. Im Plan werden Gefahren dokumentiert und definiert sowie Maßnahmen vorgeschlagen. Der Plan soll als nützliches Instrument für die Raumplanung und die wirtschaftliche Entwicklung dienen. Die Wanderausstellung „flussaufwärts“, die zurzeit in ­Gomagoi zu sehen ist, wird laut BM Hubert Pinggera auch in mehreren Orten in Prad Station machen. Teure Sanierung Hubert Pinggera erinnerte rückblickend an die Fertigstellung großer Bauvorhaben (Wohngemeinschaft St. Antonius, Kindergarten, Rathaus), auf welche die Bevölkerung zum Teil lange gewartet hat. Die Gemeinde habe zwar auch Darlehen aufnehmen müssen, doch die Tilgung könne zur Gänze mit Einnahmen aus Photovoltaikanlagen erfolgen. Gut voran komme man mit der Wiedergewinnung alter Bausubstanz in den Dorfkernen. Als große neue Herausforderung nannten Pinggera und Referent Alois Lechner die energetische und zum Teil auch bauliche Sanierung der Mittelschule, des derzeit größten Energiefressers der Gemeinde. Erst nach mehrmaligem Nachhaken von Udo Thoma (FÜR PRAD) nannte Lechner die Gesamtkosten: rund 3 Millionen Euro. Den Vorwurf, die Gemeinde hätte die Lehrerschaft bei der Planung nicht eingebunden, wiesen die Gemeindeverwalter zurück: „Es gab viele Gespräche mit der Direktorin und wenn die Lehrer nicht informiert sind, muss wohl die schulinterne Kommunikation nicht die beste sein“, so Alois Lechner und Tanja Ortler. Thoma blieb bei seiner Kritik: „Diese Vorgangsweise erinnert mich an jene, wie wir sie bei der Dorfplatzgestaltung erlebten.“ Bezüglich des Dorfplatzes stellte der Bürgermeister fest, dass die letzten Arbeiten in Kürze abgeschlossen werden. Er fehlen u.a. noch der Beleuchtungsmast sowie ein Segeltuch als Sonnen- und Regenschutz bei Veranstaltungen. Die Platzgestaltung sei ein weiterer Schritt in Richtung Aufwertung der Dorfkerne. Für die Zeit nach dem Abschluss der Arbeiten kündigte Pinggera an, dass der Zubringerverkehr zur MPREIS-Filiale zwar über die Silbergasse erfolgt, die LKWs dann aber für eine bestimmte Probezeit nicht mehr über die Silbergasse zurück, sondern über den Hauptplatz fahren, um in die Hauptstraße einzubiegen. Es ist von ca. einem halben Dutzend Fahrten pro Tag die Rede. Dauerbrenner Hauptplatz Mehrere Bürger/innen übten daran heftige Kritik. Es sei sehr gefährlich, wenn LKWs in unmittelbarer Nähe einer Bank über den Platz fahren. Der derzeitige Standort des Brunnes sei falsch gewählt worden. Auch über Verkehrsbelastungen in der Silbergasse wurde geklagt. Laut Karl Bernhart (FÜR PRAD) sei die Bevölkerung bei der Dorfplatzgestaltung nicht entsprechend eingebunden worden. In diesem Zusammenhang behängt übrigens auch ein Rekurs eines Privaten beim Verwaltungsgericht. Annegret Rück gab bekannt, dass sie und Udo Thoma als Mitglieder der Verkehrs- und Umweltkommission ausscheiden: „Diese Kommission hat nur mehr eine Feigenblattfunktion.“ Als Sprecher von FÜR PRAD bemängelte Bernhart, dass zu wenige Ratssitzungen stattfinden und sehr viel im Ausschuss entschieden wird. Auch das Thema Altersheim brachte er aufs Tapet: „Die Gemeinde hat über Jahrzehnte geschlafen. Prad muss zusammen mit Stilfs endlich Druck machen.“ Der BM und Tanja Ortler konterten, dass es bezirksweit genug Pflegbetten gibt und das Land einen Neubau in Prad nicht finanzieren würde. Wohl aber beabsichtige die Gemeinde, angrenzend an die neue Wohngemeinschaft weitere Altenwohnungen zu errichten, wobei auch Betten für Pflegebedürftige entstehen könnten. Nicht interessiert sei die Verwaltung an einem Ankauf von Betten im Altersheim Schluderns, das zu sanieren bzw. umzubauen ist. Ob Stilfs Betten einkaufen will, ist unklar. Bei der Diskussion wurde auch auf prekäre Zustände im Reutweg verwiesen, speziell in punkto Sicherheit. Zur Sprache kam auch das Thema Trinkwasser. Laut dem Referenten Manfred Lechner gibt es nichts Neues. Er verwies auf eine vor längerer Zeit erstellte Studie, wonach Lichtenberger Trinkwasser mit Kosten von über 2 Mio. Euro nach Prad geleitet werden könnte. Alfred Theiner (Süd-Tiroler Freiheit) nannte die Kontrolle der Verwaltung und die Volkstumspolitik als Schwerpunkte seiner Arbeit. Lob erntete die Gemeinde übrigens für den Schneeräumungsdienst. Referent Sepp Gritsch rief abschließend alle zur Teilnahme am Dorfputztag am 12. April mit Beginn um 13.45 Uhr vor dem Jugendraum auf. Sepp
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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