Die Prophylaxe für die Harninkontinenz beginnt schon vor der Geburt. Das MUKI Team vom Krankenhaus Schlanders vor dem neuen Entbindungsbett.

Was tun, wenn die Harnblase tröpfelt?

Publiziert in 16 / 2016 - Erschienen am 27. April 2016
Primar Robert Rainer berichtet aus der Praxis Schlanders - Die Harninkontinenz der Frau ist nach wie vor ein sehr leidiges Thema, leider aber auch immer noch sehr tabuisiert. Nachfolgend ein Bericht zu diesem Thema aus der Praxis des Krankenhauses Schlanders von Robert Rainer, dem Primar der Gynäkologie und Geburtshilfe: „Viele von Harninkontinenz betroffene Frauen ziehen sich zurück, vermeiden sportliche Aktivitäten oder gesellschaftliche Ereignisse mit der Angst Urin zu verlieren und unangenehm aufzufallen. Die häufigste Ursache der Harninkontinenz besteht in einer Schwäche der Beckenbodenmuskulatur. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, in den nächsten Jahren die Frauen ganz gezielt darauf zu sensibilisieren, den Beckenboden wahrzunehmen und zu trainieren. Wir beginnen mit der Aufklärungsarbeit bereits bei den jungen Frauen, die zu uns zur gynäkologischen Vorsorge kommen. In der Schwangerschaft werden die Frauen angeleitet, den Beckenboden wahrzunehmen und zu trainieren , was einerseits wichtig ist für die Geburt selber, aber auch für das Training der Muskulatur. Haltungsfehler der Schwangeren werden erkannt und können mit Hilfe einer gezielten Physiotherapie behoben werden. Das ist ganz wichtig für eine physiologische Geburt und für den Beckenboden selber. Geburtsverletzungen auch höheren Grades werden der Anatomie entsprechend korrekt versorgt. Nach der Geburt empfehlen wir Beckenbodentraining. Eine leichte Harn- und Stuhlinkontinenz bis zu 6 Monaten kann sein, darüber hinaus muss sie aber gezielt behandelt werden. Unser Ziel ist es, durch Aufklärung und Training Harninkontinenz und das Absinken von Gebärmutter, Harnblase und Enddarm zu vermeiden. Durch gezielte Vorsorge können viele Operationen im Genitalbereich vermieden werden. Die Lebensqualität der Frau ist dadurch bis ins höchste Alter eine bessere. Seit einem Jahr haben wir ein eigenes Ambulatorium für Harninkontinenz eingerichtet: die urogynäkologische Ambulanz. Wir laden alle Frauen, die ein Problem mit der Harnblase haben, ein, sich in dieser Ambulanz vorzustellen. Wir bieten ein exakte Diagnostik der HIK an, damit wir auch die richtige Therapie einleiten können. Mit regelmäßigen Kontrollen können wir den Verlauf der Erkrankung festhalten und zur richtigen Zeit auch die richtige Behandlung anbieten. Die konservative Therapie steht dabei im Vordergrund. Unter konservativer Therapie verstehen wir eine Kontrolle der Harninfektionen, Toilettentraining, Vaginalkonen, Beckenbodentraining, Elektrostimulation des Beckenbodens, Akupunktur, medikamentöse Behandlung bei ganz speziellen Formen. Damit können wir einen großen Anteil der Inkontinenz kontrollieren. Durch die Verlaufskontrollen kann auch der optimale Zeitpunkt festgelegt werden, an dem eine Operation durchgeführt werden soll. Wir bieten sämtliche Operationen der Harninkontinenz und Beckenbodeninsuffizienz in Schlanders an. Bei wenigen sehr speziellen Operationen holen wir uns einen sehr kompetenten Kollegen dazu. Anmeldung in der urogynäkologische Ambulanz unter Telefon 0473 735130.“ Red
Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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