Gemeindereferent Franz Prieth

Weg frei für schnelles Internet im Oberland

Publiziert in 3 / 2014 - Erschienen am 29. Januar 2014
EGO übernimmt Bau- und Folgekosten. Bereits heuer erste Anschlüsse. Graun - Für die Betriebe, aber auch für die Haushalte wird ein schnelles Internet immer unverzichtbarer, vor allem in peripheren Gebieten. Nachdem das Land die Glasfaserhauptleitungen verlegt hat, obliegt es den Gemeinden, die Betriebe und Haushalte an das Netz anzuschließen. Hierfür wurden bzw. werden Masterpläne erstellt. Ein großes Problem sind die hohen Kosten für den Bau der „letzten Meile“. Der Gemeinde Graun ist es gelungen, eine geschickte und zukunftsweisende Lösung zu finden. „In unserer Gemeinde kostet die Umsetzung des Masterplans 3,247 Millionen Euro. Als Gemeinde hätte wir diese Ausgaben nicht schultern können, sodass wir Verhandlungen mit der EGO, der Energiegenossenschaft Oberland-Rojenbach, aufgenommen haben“, sagt der zuständige Gemeindereferent Franz Prieth. Ende November 2013 hat der Gemeinderat die Vereinbarung zwischen Gemeinde und EGO genehmigt. Auch die zwei Bio-Energiegenossenschaften Reschen (BER) und St. Valentin a.d.H. (BEST) wurden miteinbezogen. Die Vereinbarung sieht vor, dass die EGO die Gesamtbaukosten des Glasfasernetzes von den POPs (Glasfaserknotenpunkte) bis zu den Betrieben und Haushalten übernimmt. Zudem trägt die EGO, die zur Netzbesitzerin wird, auch die Folgekosten. Die Gemeinde baut derzeit mit Ausgaben von ca. 90.000 Euro POPs für Graun/Langtaufers sowie für Reschen und St. Valentin. Diese Ausgaben werden vom Land rückerstattet. Weiters bietet die Gemeinde logistische Hilfestellungen und stellt bereits vorhandene Leerrohre zur Verfügung. Die Genossenschaften BER und BEST stellen ebenfalls Leerrohre bereit und erhalten im Gegenzug eine kostenlose Faser für ein internes Netz. Mit der noch jungen Genossenschaft Energieversorgung Langtaufers laufen derzeit noch Gespräche. Wie viel kosten die Anschlüsse? Für Betriebe und Haushalte, die EGO-, BER- oder BEST-Mitglieder sind, kostet der Anschluss an das Netz 183 Euro, für Nichtmitglieder 549 Euro, wobei die Mehrwertsteuer jeweils inbegriffen ist. Neumitglieder kommen in den Genuss einer Begünstigung. Die Ausgaben für die Verträge mit Internet- und Telefonie-Anbietern kommen dazu. 85% der Gebühren, welche die Anbieter für die Nutzung der Leitungen zu entrichten haben, fließen an die EGO, 15% an die Gemeinde. Die ersten Anschlüsse an Betriebe und Haushalte sollen heuer gebaut werden. „Wir können das Netz natürlich nur schrittweise errichten“, so Franz Prieth. Der Vertrags-Entwurf zum Netzanschluss liegt vor. Auskünfte dazu gibt es im EGO-Büro oder bei Franz Prieth (franz.prieth@gmail.com). Besonders am Herzen liegt dem Referenten auch „ein schnellstmöglicher Ausbau des Netzes ins ­Langtauferer Tal und ins ­Rojental aufgrund der derzeit nur unzureichend bis überhaupt nicht funktionierenden Internet-und Telefonie-Anbindungen.“ Abgesehen davon, dass das Glasfasernetz aufgrund der Genossenschaftsstrukturen de facto den Bürgern gehört, sieht Prieth im schnellen Internet noch weitere wichtige Vorteile, speziell für eine periphere Gemeinde wie es Graun ist. So sei die vielseitig nutzbare Technologie eine große Chance für alle Wirtschaftsbereiche. Zudem könnten neue, qualitativ hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden, vor allem im Dienstleistungsbereich. Als konkretes Beispiel nennt der Referent zwei Gemeindebürger, die derzeit im Informatik-Bereich im Ausland arbeiten und gerne bereit wären, in ihre Heimat zurückzukehren, „denn wenn ein schnelles Internet vorhanden ist, können sie von zu Hause aus arbeiten.“ Ein großer Dank gebühre den Obmännern und Ausschüssen der Genossenschaften für die sehr gute Zusammenarbeit. Sepp
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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