Regisseurin Eva Tscholl (rechts) und ihre Regieassistentin Anna Parth
„Wer ist schon normal?“ fragen sich (1. Reihe von links) Elke Kofler, Jonas Tröger, Brigitta Sachsalber, (2. Reihe von links) Christian Tscholl, Sabine Pixner, Christian Telser und Svetlana Lechthaler

Wer ist schon normal?

Publiziert in 3 / 2026 - Erschienen am 10. Februar 2026

Kortsch - Die Theatergruppe Kortsch steckt derzeit mitten in den Proben für ihre neue Produktion. Unter der Regie von Eva Maria Tscholl zeigt sie mit bekannten, aber auch mit einem neuen Gesicht die spritzige Komödie „Wer ist schon normal?“ (Originaltitel Toc Toc von Baffie Laurent). Die Premiere ist am 20. Februar um 20 Uhr im Haus der Dorfgemeinschaft in Kortsch. Neben aller Komik ist das Stück ein unterhaltsames Plädoyer dafür, seine eigene Befindlichkeit nicht allzu ernst zu nehmen und vor allem den Eigenheiten anderer Menschen mit Nachsicht zu begegnen. Die Komödie zeigt nämlich auf humorvolle und einfühlsame Weise, wie unterschiedlich Zwänge und Rituale den Alltag prägen. Vom Tourette-Syndrom über Kontrollzwänge bis hin zu kleinen Sicherheitsritualen: das Stück macht deutlich, dass solche Eigenheiten menschlich sind, und wir uns in manchen auch alle wiederfinden. Die Bezirkszeitung der Vinschger hat mit der Regisseurin, ihrer Regieassistentin Anna Parth und ihrer tollen Truppe ein unterhaltsames Gespräch geführt.

der Vinschger: Worum geht es in eurer neuen Produktion?

Eva Maria Tscholl: Eines möchte ich gleich vorausschicken: Wir möchten mit diesem Stück betroffene Menschen nicht lächerlich machen, sondern wir möchten unser Publikum sensibilisieren und diese Thematik enttabuisieren. Es geht in dem Stück um sechs Patienten mit Zwangsstörungen, die im Wartezimmer eines Psychiaters sitzen und sich notgedrungen gemeinsam die Zeit vertreiben müssen. Sie lernen als Zweckgemeinschaft die Zwänge der jeweils anderen kennen und irgendwann auch zu akzeptieren, auch wenn sie noch so schwer zu ertragen sind. 

Wie geht es euch als Schauspieltruppe mit diesem Stück? Fühlt ihr euch wohl in euren Rollen?

Christian Telser:  Meine Rolle als Fred mit Tourette-Syndrom ist etwas speziell, weil es sich um eine schwere Tic-Störung handelt, und die Reaktion des Publikums ist schwer einzuschätzen. Ich spiele die Rolle gerne und finde, dass es wichtig ist, diese Krankheiten zu thematisieren, ohne jemanden dabei lächerlich zu machen.

Brigitta Sachsalber: Ich fühle mich absolut wohl in meiner Rolle. Ich spiele Bianca, die Angst vor Bakterien, Keimen und Krankheiten im Allgemeinen hat. Das beeinträchtigt ihre Lebensqualität sehr.

Jonas Tröger: Der Zwang in meiner Rolle als Vincent besteht darin, dass ich sehr kopflastig bin. Ich muss alles berechnen, alles zählen usw….

Sabine Pixner: Ich spiele die Assistentin des Therapeuten und es macht mir wirklich viel Spaß.

Christian Tscholl: Ich bin neu in der Theatergruppe und spiele Bob im Stück. Bob ist fasziniert von der Symmetrie und gleichzeitig hat er noch eine ganz eigene Zwangsstörung. 

Elke Kofler: Meine Rollenfigur Maria hat im Stück gleich zwei Zwänge, einer davon ist ein Kontrollzwang, bei dem sie alles mehrfach kontrollieren muss.

Svetlana Lechthaler: Ich spiele meine Rolle sehr gerne, da sie sich von meinen letzten Rollen wesentlich unterscheidet und somit wieder eine neue Herausforderung für mich darstellt. Ich finde, dass wir durch das Theater auch zur Enttabuisierung von psychischen Leiden und Zwängen beitragen können.

Anna Parth: Es ist ein herausforderndes Stück, das zugleich heilsam ist, und viele Menschen im Publikum werden sich in irgendeiner Rolle auch wiederfinden.

Ihr wollt gleichzeitig auch ein Zeichen für zugängliche Kultur für alle setzen?

Eva Maria Tscholl: In Zeiten, in denen vieles teurer und vieles nicht mehr leistbar wird, möchten wir mit dem einheitlichen Eintrittspreis von 10 Euro ein Zeichen setzen. Wir spielen als Laienbühne ja für die Menschen, und deshalb sollen sie es sich auch leisten können, zu uns ins Theater zu kommen. Wir empfehlen das Stück allerdings erst ab 14 Jahren, da die Thematik doch etwas komplex ist! Die Premiere findet am 20. Februar um 20 Uhr im Haus der Dorfgemeinschaft in Kortsch statt. Unsere weiteren Aufführungstermine sind So 22.2., 17 Uhr, Fr, 27.2., 20 Uhr, So, 1.3., 17 Uhr, Do, 5.3., 20 Uhr und Sa, 7.3., 20 Uhr. Kartenreservierung unter 388 4380100 von 9-11 und von 18-20 Uhr oder online unter www.theatergruppe-kortsch.it 

Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Ingeborg Rainalter Rechenmacher

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