Wortfallenleger

Publiziert in 9 / 2017 - Erschienen am 15. März 2017
Immer wieder wird in Leserbriefen die Übermacht der englischen Sprache im Alltag kritisiert. Zu gerne bemühe der Südtiroler das Englische, wenn es darum geht, seine Produkte oder – hoppla – Events an Mann und Frau zu bringen (schlimmer wäre eigentlich nur noch Italienisch); und im Rundfunk würde ohnehin zu viel englischsprachiges Liedgut serviert. Jeder, wie er will. Darüber hinaus gibt es noch Wörter, die zwar englisch klingen, es aber gar nicht sind bzw. dort eine ganz andere Bedeutung haben. Dass „Handy“ im Englischen kein Mobiltelefon bezeichnet, ist mittlerweile fast jedem bekannt (sogar Smartphone-Besitzern). Es handelt sich um einen Scheinanglizismus. Nur ein Fall von vielen. Deshalb Vorsicht! Bitten Sie keinen Engländer den Beamer einzuschalten, leihen Sie sich keinen Oldtimer, tragen Sie keinen Smoking, gehen sie nicht zu einem Shooting und wenn Sie das nächste Mal ein Fußballspiel bei einem Public Viewing erleben, dann hoffen Sie, dass die gegnerische Mannschaft 7:0 zerlegt wird, denn Public Viewing bezeichnet in England das öffent­liche Aufbahren eines Leichnams. z
Christian Zelger
Christian Zelger
Vinschger Sonderausgabe

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