Schwachheit, dein Name ist ...

Publiziert in 9 / 2019 - Erschienen am 12. März 2019

„Schwachheit, dein Name ist Weib!" heißt ein bekanntes Zitat von William Shakespeare. Es ist mir am 8. März, dem internationalen Frauentag, in den Sinn gekommen. Ersetzt man das „Weib“ mit „Mann“, ist es plötzlich der Mann, der als schwaches Geschlecht bezeichnet werden könnte. Aber das ist alles nur Unsinn. Ein Spiel mit Worten. Schwach ist weder die Frau noch der Mann. Schwach wird der Mann immer dann, wenn er der Frau die Stärke aberkennt, wenn er sie erniedrigt, ungleich behandelt, missbraucht. Hinter solchen Taten verbergen sich immer eigene Schwächen. Wer es nötig hat, Gewalt anzuwenden, ganz egal ob körperliche oder seelische, hat selbst ein Problem. Frauen werden in vielen Teilen der Welt noch immer nicht gleich behandelt wie ihre männlichen Mitmenschen. Auch in unserem Kulturkreis sind Frauen in etlichen Bereichen benachteiligt. Bei der Entlohnung etwa, im Arbeitsleben, in Wirtschaft und Politik. Dabei könnten Frauen vor allem in der Politik Großes leisten, weil sie oft besser verstehen und fühlen, was für die Menschen getan werden sollte. Für Frauen, Kinder und Männer. Warum wir erst jetzt über den Frauentag sprechen, hat einen einfachen Grund. Die Zeit, während der er in Vergessenheit gerät, wird so um einige Tage verkürzt.

Josef Laner
Josef Laner

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