Schon seit Wochen arbeitet Andreas Lechner in der Basis in Schlanders an seinem neuen Roman „Heimatstein“.
Diese zwei Werke hat der Künstler Peter Burchia in der Kreativwerkstatt der Basis geschaffen. Sie werden im Jänner 2026 in Berlin ausgestellt.
Die Malerin Anna Mesniankina und Andreas Lechner bei einem Bild, das erst kürzlich in der Kreativwerkstatt entstanden ist.

Auf „Heimatgold“ folgt „Heimatstein“

Andreas Lechner, dessen Vorfahren väterlicherseits aus Laas stammen, arbeitet an einem besonderen „Marmor-Roman“.

Publiziert in 16 / 2025 - Erschienen am 9. September 2025

Schlanders -  Eine Tasse Kaffee nach deutscher Art, eine Zigarre in der Rechten und auf dem kleinen Tisch auf der Terrasse der Basis in Schlanders ein Laptop, ein Handy und das Buch „Marmor – Spurensuche“. So begegneten wird am 28. August dem Autor, Regisseur, Produzenten, Komponisten und Schauspieler Andreas Lechner. Einem vielfach tätigen Künstler, einem Münchner mit Leib und Seele und einem Mann, der sich auf die Spurensuche nach seinen Vorfahren väterlicherseits begeben hat. Den Vinschgau, genauer gesagt Laas, trägt er mit „Lechner“ im Namen. Sein Großvater Josef Lechner wanderte zur Zeit der Option nach Kiefersfelden aus, wo er bei der „Marmorindustrie Kiefer“, einer traditionellen Steinindustriefirma in Kiefersfelden, Arbeit fand. Später zog die Familie nach München, wo Andreas 1959 als Sohn von Frieda Straßberger und Franz Lechner – dem Sohn von Josef Lechner – geboren wurde. Schon während seines Musikstudiums am Richard-Strauß-Konservatorium in München gründete Andreas die Musikkabarettgruppe „Guglhupfa“, für die er die Texte und die Musik schrieb. Zwischen 1978 und 1990 trat er deutschlandweit auf. Bei Josef Bierbichlers Film „Triumph der Gerechten“ (1987) wirkte Andreas Lechner erstmals als Darsteller und Produktionsassistent mit.

Vom Bauernbub zum stärksten Mann der Welt

Für seinen ersten Roman „Heimatgold“, der 2019 im Münchner Volk Verlag erschien, hatte sich Lechner auf die Spurensuche seiner Vorfahren mütterlicherseits gemacht. Im Mittelpunkt des Romans steht Josef Straßberger, Lechners Großvater mütterlicherseits. Das Buch spielt in der Vorkriegszeit im ländlichen Bayern. Es schildert den Werdegang eines Bauernbuben aus Kolbermoor, der in seiner Jugendzeit jeden Tag Mehlsäcke schleppt. Josef Straßberger hat aber ein Ziel: Er will der stärkste Mann der Welt werden. Nichts kann seinen Traum zerstören, auch nicht die Einberufung in das „1. Bayerische Fußartillerie-Regiment“. Er überlebt den Ersten Weltkrieg. Trotz einer Kriegsverwundung geht er zu den Gewichthebern des TSV 1860 München. Er wird deutscher Meister, Weltmeister und Weltrekordhalter. Seinen größten Erfolg erzielt Josef Straßberger bei den Olympischen Spielen 1928 mit einer Goldmedaille.

Rund 100 Seiten sind schon geschrieben

Mit dem „Heimatstein“ will Andreas Lechner nun seinen Vorfahren väterlicherseits ein literarisches Denkmal setzten. Schon seit mehreren Wochen hält er sich im Vinschgau auf. Der Ausgangspunkt für seine Recherchen, Gespräche, Exkursionen und Begegnungen ist die Basis in Schlanders, wo er sich für insgesamt rund 2 Monate eingemietet hat. „Die Basis ist ein einzigartiger, visionärer Ort, wie es sie deutschlandweit und international in dieser Form kaum gibt“, schwärmt Lechner. Schlanders und der Vinschgau könnten zu Recht stolz auf die Basis sein. Großen Dank zollt Andreas Lechner dem Künstler Reinhold Tappeiner aus Laas, der ihm die Kontakte zu vielen Lechners und weiteren Personen, die mit dem Marmorabbau und der Marmorbearbeitung in Laas enger zu tun hatten bzw. haben, vermittelt hat. Zu den Recherchearbeiten gehörte unlängst auch ein Besuch der Lasa Marmo GmbH in Laas und ein Gespräch mit den Verantwortlichen der Firma. Ähnlich wie bei „Heimatgold“ möchte Andreas Lechner auch bei seinem neuen Roman „Heimatstein“ die persönliche und berufliche Geschichte seines Großvaters und dessen Nachkommen nachzeichnen. Geplant ist ein fiktiver Roman. Andreas Lechner: „Das Gerüst ist zwar historisch und auch die Orte sind real, aber der Kern des Romans ist die Leidenschaft eines Bergbauernbuben für den Marmor.“ Erste Kostproben aus dem Rohentwurf des Romans „Heimatstein – Ein Roman über den Laaser Marmor – Geschichte, Kultur & Heimat in Stein gemeißelt” las der Autor am 5. September in der Basis in Schlanders vor einem ausgewählten Publikum vor.

„Kultur gegen das Vergessen“

Zusätzlich zu seinem schriftstellerischen Schaffen ist Andreas Lechner auch anderweitig künstlerisch tätig. Voll beschäftigt ist er bereits seit einiger Zeit mit dem Projekt „Kultur gegen das Vergessen“. Lechner ist Initiator und künstlerischer Koordinator des Projektes, bei dem es sich um eine Veranstaltungsreihe handelt, die auch im Jänner 2026 in Berlin mit Ausstellungen, Lesungen und Filmvorführungen an die Opfer des Holocaust erinnern wird. Zu sehen sein werden in Berlin auch zwei Werke von Peter Burchia, die der 1994 in Bozen geborene Künstler kürzlich in seinem Atelier der Basis in Schlanders geschaffen hat. Zu Gast war in der Kreativwerkstatt unlängst auch die aus der Ukraine stammende Malerin Anna Mesniankina. Ein Teil ihrer Werke ist derzeit in Berlin ausgestellt. Anna Mesniankina, geboren in Berdjansk in der Ukraine, hatte dort bis zu ihrer Flucht 2022 neben ihrer künstlerischen Praxis als Malerin auch als 3-D-Grafikerin gearbeitet. Die Motive ihrer Bilder reichen von Elementen aus der Natur bis hin zu abstrakten Kompositionen. Der Aufenthalt von Mesniankina ist ein weiterer Beweis der internationalen Strahlkraft der Basis. 

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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