Die offene „Plattform Demokratie“ im Hotel Greif mit Daniela di Pilla Stocker, Ronald Patscheider, Hans Peter Gunsch, Günther Kreidl, Andreas Pobitzer, Dietmar Punter, Johannes Fragner Unterpertinger, Peter Gasser und Thomas Hellrigl (von links)

„Die Gutgesinnten im vorpolitischen Raum“

Publiziert in 1 / 2009 - Erschienen am 14. Januar 2009
Mals – Was sie am meisten fürchten: die Malser haben im Mai nur einen einzigen Bürgermeisterkandidat zur Auswahl; was sie auf keinen Fall wollen: Macht anstreben und selbst in einer Partei kandidieren; was sie gern hätten: das Ende der Malser Politikverdrossenheit einläuten und ein trans­parentes Zeitalter ausrufen; wie sie das alles erreichen wollen: indem sie eine offene Plattform einrichten, an der Bürger möglichst aller Fraktionen beteiligt sind und wo aktiv das politische ­Geschehen in der Gemeinde Mals mitgestaltet werden kann. Als freie und unabhängige „Denkmäuler“ bezeichnen sie sich. Ja, Sie haben richtig ge­lesen. Nicht Denkmäler, um die wird es im Gedenkjahr ja noch zur Ge­nüge gehen, sondern Denkmäuler, die selbstständig denken und offen das Maul aufreißen, wenn ihnen etwas nicht passt, aber auch, wenn sie eine gute Idee vorbringen wollen. Würde das Wort „Utopie“ nicht so abschätzig behaftet sein, man müsste an den Engländer Thomas Morus, Schutzpatron der Regierenden, erinnern, der um 1516 fast gleichzeitig mit Luther’s papstlosen Visionen seine persönliche Vorstellung eines guten (gr. Eu) Ortes (gr. Topos) oder einer idealen Gesellschaft entwickelte. Wie gesagt, utopisch heißt inzwischen „unwirklich“, noch schlimmer „bedeutungslos, weil un-verwirklichbar“, aber der Bäuerin und Journalistin Daniela di Pilla Stocker aus ­Muntetschinig, dem Ingenieur Ronald Patscheider aus Mals, dem Nationalparkmitarbeiter Hans Peter Gunsch aus Matsch, dem Techniker Günther Kreidl aus Mals, dem Hüttenwirt ­Andreas ­Pobitzer aus Schleis, dem ­Tischler Dietmar Punter aus ­Planeil, dem Apotheker ­Johannes Fragner ­Unterpertinger aus Mals, dem Tierarzt Peter Gasser aus Mals und dem Sozialarbeiter ­Thomas Hellrigl aus Tartsch war sehr ernst bei der Vorstellung ihres politischen Projektes am 8. Jänner. 11 Tage Zeit ließen sie den anwesenden Pressevertretern, um ihre „offene Runde öffentlich zu machen“ und alle ­Bürger der Großgemeinde zu einer ersten Informationsversammlung am Montag, 19. Jänner, um 20.00 Uhr, ins Kulturhaus einzuladen. Moderieren wird die Veranstalltung der Rai-Journalist Eberhard Daum. „Die Gutgesinnten im vor­politischen Raum“ – ein Ausdruck des Malser ­Apothekers – wollen gegensätzliche ­Meinungen zulassen, fordern Transparenz und Zusammenhalt, sie bieten Informations­austausch und möchten eine „konstruktive, politische ­Kultur“ in Mals aufbauen. „Wir haben die Chance, uns rechtzeitig und in Frieden auf die Gemeinderatswahl vorzu­bereiten“, meinte Peter Gasser.
Günther Schöpf
Günther Schöpf

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