„Die Gutgesinnten im vorpolitischen Raum“
Publiziert in 1 / 2009 - Erschienen am 14. Januar 2009
Mals – Was sie am meisten fürchten: die Malser haben im Mai nur einen einzigen Bürgermeisterkandidat zur Auswahl; was sie auf keinen Fall wollen: Macht anstreben und selbst in einer Partei kandidieren; was sie gern hätten: das Ende der Malser Politikverdrossenheit einläuten und ein transparentes Zeitalter ausrufen; wie sie das alles erreichen wollen: indem sie eine offene Plattform einrichten, an der Bürger möglichst aller Fraktionen beteiligt sind und wo aktiv das politische Geschehen in der Gemeinde Mals mitgestaltet werden kann. Als freie und unabhängige „Denkmäuler“ bezeichnen sie sich. Ja, Sie haben richtig gelesen. Nicht Denkmäler, um die wird es im Gedenkjahr ja noch zur Genüge gehen, sondern Denkmäuler, die selbstständig denken und offen das Maul aufreißen, wenn ihnen etwas nicht passt, aber auch, wenn sie eine gute Idee vorbringen wollen. Würde das Wort „Utopie“ nicht so abschätzig behaftet sein, man müsste an den Engländer Thomas Morus, Schutzpatron der Regierenden, erinnern, der um 1516 fast gleichzeitig mit Luther’s papstlosen Visionen seine persönliche Vorstellung eines guten (gr. Eu) Ortes (gr. Topos) oder einer idealen Gesellschaft entwickelte. Wie gesagt, utopisch heißt inzwischen „unwirklich“, noch schlimmer „bedeutungslos, weil un-verwirklichbar“, aber der Bäuerin und Journalistin Daniela di Pilla Stocker aus Muntetschinig, dem Ingenieur Ronald Patscheider aus Mals, dem Nationalparkmitarbeiter Hans Peter Gunsch aus Matsch, dem Techniker Günther Kreidl aus Mals, dem Hüttenwirt Andreas Pobitzer aus Schleis, dem Tischler Dietmar Punter aus Planeil, dem Apotheker Johannes Fragner Unterpertinger aus Mals, dem Tierarzt Peter Gasser aus Mals und dem Sozialarbeiter Thomas Hellrigl aus Tartsch war sehr ernst bei der Vorstellung ihres politischen Projektes am 8. Jänner. 11 Tage Zeit ließen sie den anwesenden Pressevertretern, um ihre „offene Runde öffentlich zu machen“ und alle Bürger der Großgemeinde zu einer ersten Informationsversammlung am Montag, 19. Jänner, um 20.00 Uhr, ins Kulturhaus einzuladen. Moderieren wird die Veranstalltung der Rai-Journalist Eberhard Daum.
„Die Gutgesinnten im vorpolitischen Raum“ – ein Ausdruck des Malser Apothekers – wollen gegensätzliche Meinungen zulassen, fordern Transparenz und Zusammenhalt, sie bieten Informationsaustausch und möchten eine „konstruktive, politische Kultur“ in Mals aufbauen. „Wir haben die Chance, uns rechtzeitig und in Frieden auf die Gemeinderatswahl vorzubereiten“, meinte Peter Gasser.
Günther Schöpf