Tag der offenen Tür im Tierheim Naturns
Publiziert in 41 / 2010 - Erschienen am 17. November 2010
Naturns/Plaus – Viele Interessierte nutzten am ersten Oktoberwochenende den Tag der offenen Tür, um sich im Tierheim Naturns - in Plaus gelegen - umzuschauen. Bei den Rundgängen konnten sie sich ein Bild über die Einrichtung und die Arbeit im Tierheim machen. In den verschiedenen großen und kleineren Zwingern und Quarantänen warten zurzeit 19 Hunde der verschiedensten Rassen und Größen auf ein neues Zuhause.
Nebenan im „Katzenhaus“ lassen sich 25 Katzen von den zwei Halbtagsangestellten verwöhnen. Mit diesen Arbeitskräften allein könne man laut Aussage der Besitzerin, Bettina Marth (im Bild), ein Tierheim dieser Größe nicht führen. „Wir sind vor allem auch auf die Mitarbeit der Freiwilligen angewiesen, diese leisten immerhin über 9.000 Stunden im Jahr, ohne die Freiwilligen würde das Tierheim Naturns gar nicht existieren“, erwähnte sie. Eine junge Frau aus dem Passeiertal meinte diesbezüglich, es sei richtig und wichtig, dass hier Freiwillige arbeiten, ohne diese würde es traurig ausschauen, ihr gefalle es mit und für die Tiere zu arbeiten. Die Führung obliegt dem „Verein Tierheim Naturns“ (Onlus Verein) mit dem Präsidenten Valter Brentegani an der Spitze.
Wichtige Umbauarbeiten durchgeführt
Bettina Marth berichtete voller Stolz von den Umbauarbeiten mit Kosten von über 40.0000 Euro. Neben einer Futterkammer zur temperaturgerechten Futteraufbewahrung wurden beheizte Räume für Kleintiere errichtet, damit diese auch im Tierheim wohungsähnliche Voraussetzungen vorfinden. Neu sind auch die Räume für die Sterilisierung der Tiere und die Sommerquarantäne. Heuer wurde zudem eine neue Kanalisierung errichtet, bei der allerdings noch der Anschluss fehlt.
Über 100 Tiere werden
pro Jahr vermittelt
Das Tierheim Naturns vermittelt pro Jahr über 100 Tiere an neue Herrchen/Frauchen. In begründeten Situationen nimmt das Tierheim selbstverständlich Tiere in Obhut. Kritisch wird das Ganze, wenn eine Person nach einigen Monaten erneut ein Tier dort abgeben möchte. Das lasse auf ein unüberlegtes Verhalten des Tierhalters schließen. Eine vorübergehende Unterbringung in der Urlaubszeit sei äußerst schwierig, weil gerade in dieser Zeit viele Tiere ausgesetzt werden. Vermitteln allein ist nicht alles, Frau Marth schaut sich die interessierten Personen genau an. Skeptisch wird die Tierheimbesitzerin, wenn sie von diesen hört, man könne nur am Wochenende kommen, um ein Tier zu holen. An den Wochenenden, speziell sonntags werden keine Tiere vermittelt. Viele wollen da meistens aus einer guten Laune heraus ein Tier holen, mit der Begründung, „weil man eh schon do isch“. Wenn man schon ein Haustier hole, müsse man auch genügend Zeit aufbringen können. Das Tierheim Naturns kümmert sich auch im Nachhinein um die vermittelten Tiere. Auf Wunsch werden Hunde nachträglich noch von einer Hundetrainerin betreut.
Das Tierheim ist auf Spenden angewiesen
Dieses private Tierheim wird zum Teil von der öffentlichen Hand (Land) unterstützt und ist vor allem auch auf Spendengelder angewiesen. Darüber hinaus versucht das Tierheim auch mit Erlösen aus den Flohmärkten (etwa in der Vorweihnachtszeit) zur Eigenfinanzierung beizutragen, um so leichter über die Runden zu kommen. „Da schenken uns die Leute auch schöne Sachen, wir freuen uns über jedes Geschenk, es soll aber kein Plunder sein, der auf den Müll gehört,“ betonte Frau Marth zum Schluss. Spendengelder können auf das Spendenkonto bei der Raika Algund (IBAN IT 55 A 08112 58460 000300271675) eingezahlt werden.
Oskar Telfser