25 Jahre SEG
Energiegenossenschaft feiert rundes Jubiläum.
Schluderns - Es ist eine Erfolgsgeschichte, auf welche die am 29. März 2000 von 34 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehobene Schludernser Energiegenossenschaft zurückblicken kann. „Wir feiern heute nicht nur 25 Jahre Energiegeschichte, sondern auch 25 Jahre Mut zur Eigenverantwortung, Weitblick und gemeinschaftliches Handeln“, sagte SEG-Obmann Elmar Koch am 30. August beim Jubiläumsfest der Energiegenossenschaft Schluderns, Glurns und Taufers im Münstertal. Was vor einem Vierteljahrhundert mit dem Bau des Fernwärme-Leitungsnetzes und der Errichtung des Heizwerkes in Schluderns begann – es war damals das erste Fernheizwerk in der westlichen Landeshälfte –, hat sich zu einem nicht mehr wegzudenkenden Energieversorger für Schluderns und später auch für Glurns und Taufers im Münstertal entwickelt. „Zu verdanken haben wir das alles vor allem einem Mann, nämlich Sigfried Stocker“, führte der Obmann vor zahlreichen Mitgliedern aus Schluderns, Glurns und Taufers, vielen früheren und derzeitigen Vorstandsmitgliedern, ehemaligen und jetzigen Mitarbeitern und Ehrengästen aus.
Unabhängig, umweltfreundlich und nachhaltig
Sigfried Stocker, gestorben am 16. April 2016, hatte als „treibende Kraft, Initiator, Visionär, Netzwerker und Antreiber“ stets das klare Ziel vor Augen, eine unabhängige, umweltfreundliche und nachhaltige Energieversorgung für Schluderns und später auch für Glurns und Taufers auf die Beine zu stellen, „welche nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial sinnvoll ist.“ Stellvertretend für alle verstorbenen Mitglieder wurde für den Gründungsobmann Sigfried Stocker und die Vorstandsmitglieder Helmuth von Scarpatetti und Johann Thaler eine Gedenkminute eingelegt. Auf die Ausdehnung der Fernwärmeversorgung auf Glurns – die erste Warmwasserlieferung erfolgte 2003 – blickte das ehemalige Vorstandsmitglied Elmar Prieth zurück und auf den Bau des Heizwerks und Fernwärmenetzes in Taufers und Rifair – das Netz ging 2008 in Betrieb – der Vize-Obmann Siegfried Warger. Warger erinnerte auch an die Pionierleistung der SEG in Sachen Glasfaser: „Taufers war 2011 die erste Gemeinde in der westlichen Landeshälfte mit Glasfaserinternet.“ 2015 folgte das Glasfasernetz in Schluderns. Wie sich die Genossenschaft seit 2000 bis jetzt entwickelt hat, zeigen schon einige wenige Eckdaten: 2 Heizwerke, 851 Mitglieder (Haushalte, Betriebe, öffentliche Einrichtungen), 954 Übergabepunkte, 42,3 km Leitungsnetz. Zur Wärmerzeugung aus Biomasse kommt grüner Strom dazu (ORC, Biogas und Photovoltaik). Außerdem ist die SEG am E-Werk Rambach beteiligt (3 Prozent) und am E-Werk Konfall (12 Prozent).
„Nicht nur Sache großer Konzerne“
Auch in Zukunft wolle sich die SEG laut dem Obmann neuen Entwicklungen und Herausforderungen in den Geschäftsfeldern Wärme, Strom und Glasfaser stellen. Unverändert bleibe einer der Leitgedanken von Sigfried Stocker: Wärme, Strom und Glasfaser aus der Region und für die Region. Die SEG habe gezeigt, „dass man auch in kleinen Gemeinden Großes schaffen kann, wenn man zusammenarbeitet.“ Großer Dank gebühre in diesem Sinn auch den früheren und amtierenden Gemeindeverwaltungen von Schluderns, Glurns und Taufers im Münstertal. Gezeigt habe die SWG außerdem, „dass Energieversorgung nicht nur Sache großer Konzerne ist, sondern auch Sache der Bürgerinnen und Bürger.“ Zu den Ehrengästen des gelungenen Jubiläumsfestes auf dem Werksgelände der SEG gehörten u.a. auch die Bürgermeister Heiko Hauser (Schluderns) und Erich Wallnöfer (Glurns) sowie Herbert Von Leon, der Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirol. Für das leibliche Wohl sorgten die Schützen und die Musikkapelle Schluderns, für passende Musik die „Waltner Böhmische“.