„Außergewöhnlich groß, aber grundsolide“
Naturnser Haushalt unter Dach und Fach.
Naturns - „Wir haben die Möglichkeit, einen Haushalt von 18,5 Millionen Euro zu verplanen“, erklärte der Naturnser Bürgermeister Zeno Christanell bei der letzten Gemeinderatssitzung im vergangenen Jahr zum Haushaltsvoranschlag für das Jahr 2026. Es handle sich um einen außergewöhnlich großen Haushalt, „aber um einen grundsoliden“, betonte Christanell. Die Gemeinde habe die Finanzen im Griff, wie der Schuldenabbau beweise. So betrug die Verschuldung im Jahr 2019 noch über neun Millionen Euro, mittlerweile nur mehr knapp über 1,1 Millionen. Dass die wirtschaftliche Lage stabil sei, konnte auch Gemeindesekretärin Katja Götsch bestätigen. Der kontinuierliche Rückgang der Verschuldung wirke sich positiv auf die Finanzsituation aus und stärke die Handlungsfähigkeit der Gemeinde. Den lokalen IRPEF-Zuschlag werde man auch weiterhin nicht erheben. Auch die GIS-Regelung bleibe gleich. Die Gebühren für Abwasser und Trinkwasser (um je 5 Prozent) sowie für die Abfallentsorgung (um 9 Prozent) müssten jedoch erhöht werden.
4 Millionen für Investitionen
Der größte Teil des Haushalts betrifft mit rund 11,5 Millionen Euro die laufenden Ausgaben, der größte Posten ist das Personal, das rund 3,2 Millionen Euro ausmacht. Für Investitionen sind im heurigen Jahr knapp 4 Millionen Euro aus dem Haushalt vorgesehen. Diese betreffen verschiedene Bereiche, so stehen wiederum zahlreiche Instandhaltungsarbeiten auf dem Programm. Den größten Posten betrifft der Neubau des Recyclinghofs, wofür in diesem Haushalt über 2,2 Millionen Euro veranschlagt sind. 280.000 Euro des Haushalts 2026 betreffen den Eigenanteil für den Umbau des Musikprobelokals bzw. die Erweiterung der Musikschule. Ein wichtiger Teil des Haushalts ist auch das „Unterrichtswesen und Recht auf Bildung“, bei Kindergarten, Musikschule, Grund- und Mittelschule fallen viele kleinere Arbeiten und Investitionen an. Jugend, Sport und Freizeit und viele Vereine im Kulturbereich sowie die Veranstaltungen der Tourismusgenossenschaft werden ebenfalls wieder mit Beiträgen unterstützt.
Elmar Karl Müller: „Nicht leicht nachvollziehbar“
„Der Haushaltsvoranschlag enthält erneut zahlreiche positive Ansätze. Der Gemeinde ist es weiterhin möglich, ein breit gefächertes Angebot in den Bereichen Kultur, Sport und Soziales zu fördern und aufrechtzuerhalten. Naturns präsentiert sich zudem nach wie vor als wirtschaftlich sehr starke Gemeinde, in der Unternehmen günstige Rahmenbedingungen vorfinden und insbesondere bei spezifischen Tätigkeiten sowie Veranstaltungen direkt und indirekt unterstützt werden“, heißt es u. a. in der Stellungnahme der Haushaltskommission mit den Mitgliedern Julian Müller (SVP), Astrid Tappeiner Auer (Zukunft Naturns) und Elmar Karl Müller (Süd-Tiroler Freiheit). Letzterer erklärte jedoch, den Bericht nicht mitzutragen und damit nicht einverstanden zu sein. Elmar Karl Müller kritisierte die Erhöhung der Gebühren für Wasser und Müll und bemängelte, dass der Haushalt schlecht aufbereitet und „nicht leicht nachvollziehbar“ sei. Christanell wies die Kritik zurück. Der Haushalt sei transparent und keineswegs kompliziert. Jeder Gemeinderat habe zwar das Recht, seine Meinung zu äußern, unsachgemäße Kritik sei jedoch nicht angebracht. Zudem habe Müller ausreichend Möglichkeiten gehabt, sich über den Haushalt zu informieren, so der Bürgermeister. Der Haushalt wurde schließlich mit einer Gegenstimme – jener von Müller – genehmigt.