Der Latscher Gemeinderat demonstrierte diesmal Einigkeit.

Einigkeit vor den Wahlen 

Gemeinderat Latsch weist Gewerbegebiet aus und diskutiert über Aufstockung, Plastik und das Glasfasernetz.  

Publiziert in 4 / 2020 - Erschienen am 4. Februar 2020

LATSCH - Nicht allzu lange dauerte die Sitzung des Latscher Gemeinderats am Donnerstagabend vor rund einer Woche. „Vor dem Wahlkampf herrscht Einigkeit“, brachte es Bürgermeister Helmut Fischer auf den Punkt. Die Änderung des Bauleitplanes der Gemeinde wurde nach kurzer Erklärung der verschiedenen Abänderungen ohne große Diskussionen genehmigt. Ein Punkt dabei betraf die Ausweisung eines Gewerbegebietes in Dorfnähe, gleich neben der Firma Pedross. Der landwirtschaftliche Grund wurde dafür umgewidmet, zwei interessierte lokale Unternehmen werden sich hier niederlassen. Auch die Verlegung der Gemeindestraße von Morter im Bereich vom ehemaligen Hotel Adler wurde einstimmig beschlossen. „Wichtig ist, dass eine ausreichende Breite des Gehweges gewährleistet bleibt“, merkte Christian Stricker, der Gemeinderat aus Morter, an. 
Die drei weiteren die Bauleitplanänderung betreffenden Punkte wurden ebenfalls einstimmig genehmigt. Dabei geht es um die  Anpassung des Landwirtschaftsgebietes eines Privaten in Goldrain, die endgültige Ausweisung von Gewerbegebiet beim Lagerplatz der Firma Bauexpert, sowie die Anbindung des Vetzaner Radwegs an den Vinschger Radweg über die Etsch bei Goldrain.  
Einig waren sich die Latscher auch über die Abgrenzung der verbauten Ortskerne in ihrer Gemeinde. Die verbauten Ortskerne und die bewohnten Gegenden werden demnach mit einer durchgehenden Begrenzungslinie, die alle verbauten Flächen und eingeschlossenen Grundstücke umfasst, abgegrenzt. Die Begrenzungslinie dürfe jedoch nicht Streusiedlungen und einzelne Häuser umfassen, auch wenn diese bereits von der Urbanisierung betroffen sind. 

Mit Glasfasernetz in Verzug 

In Verzug sei man jedoch mit dem Glasfasernetz. „Bis Ende März soll es in Betrieb genommen werden“, betonte Bürgermeister Helmut Fischer. Dies habe die ausführende Firma Infranet zugesichert. „Eigentlich hieß es bis Dezember. Weite Teile der Gemeinde wären laut Infranet startklar. Latsch und Tarsch wären abgedeckt, zumindest hier soll es im März so weit sein“, so Fischer. Erst habe es geheißen bis Dezember, ärgerte sich der Bürgermeister und versprach, mehr Druck auszuüben. „Es wurde nun klar kommuniziert, dass nicht mehr darauf gewartet werden soll, bis auch jeder entlegene Hof angeschlossen ist“, so Fischer. Es fehle jedoch auch noch ein Betreiber für das Netz. Hierbei könnte es auf eine Zusammenarbeit zwischen Vion und der Alperia hinauslaufen. 
Ausgiebig diskutiert wurde in Sachen „plastikfreie Feste“. Dabei war sich der Rat größtenteils einig, dass ein Zwang nicht zielführend wäre, aber ein Umdenken stattfinden müsse. Es gebe mittlerweile ausreichend ökologische Alternativen, die aber mit Mehrkosten verbunden seien. 

Künftig fünf Referenten? 

Eine längere Diskussion dürfte sich bei der Sitzung in rund einem Monat anbahnen. Dann nämlich steht die Aufstockung des Gemeindeausschusses von vier auf fünf Referenten auf der Tagesordnung. Derzeit beschäftigt die Gemeinde nämlich neben dem Bürgermeister noch vier weitere Referenten. Auch hier war der Tenor, dass eine Aufstockung und somit eine bessere Arbeitsaufteilung durchaus sinnvoll seien. Vor allem aber auch gebe es mehr Spielraum in Sachen Zusammenstellung des Gemeindeausschusses. „Unter anderem müssen die Fraktionen bedient werden. Da hat man bei vier Referenten nicht viele Möglichkeiten“, meinte etwa Referent Robert Zagler, der selbst für die Fraktion von Goldrain im Ausschuss sitzt. Komme es zu einer Aufstockung, gebe es zwei Möglichkeiten: Eine Option wäre, dass die gesamte Amtsentschädigung gleich bleibt, also der finanzielle Aufwand für alle Referenten sich nicht erhöhen würde und jeder Referent etwas  weniger Geld erhält. Die zweite Möglichkeit wäre jene, dass das Gehalt eines jeden einzelnen Referenten so bleibt wie es ist, womit ein höheres Budget für die Vergütung der Referenten eingeplant werden müsse.

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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