Hier lässt sich’s gut sein
Wohnraum für ältere Menschen und Tagespflegeheim im „Widum Glurns“
GLURNS - In einem waren sich am 14. März bei der Eröffnung der Struktur „Widum Glurns“ alle einig: Hier lässt sich’s gut sein, in den 7 Wohnungen für begleitetes und betreutes Wohnen ebenso wie im Tagespflegeheim. Bürgermeister Erich Wallnöfer freute sich, dass es gelungen ist, „diese wegweisende Struktur für ältere Menschen in unserer kleinen Stadt mit ihren rund 950 Einwohnern zu schaffen.“ Nach dem Einzug der ersten Seniorinnen und Senioren im September 2025 seien mittlerweile fast alle Wohnungen besetzt. „Wir als Gemeinde kümmerten uns um die Bauarbeiten und die Finanzierung, während für die Führung die Bezirksgemeinschaft gewonnen werden konnte“, führte der Bürgermeister aus. Einen besonderen Dank zollte er Ariane Burger und ihrem Mitarbeiterinnen-Team („es wurde viel Wissen von Prad nach Glurns gebracht“), der Architektin Michaela Wunderer, den Stadtratsmitgliedern Ignaz Niederholzer und Rosa Pichler Prieth, der Bezirksgemeinschaft und nicht zuletzt der Pfarre Glurns.
Das Pfarrhaus sollte nicht ungenutzt bleiben
Auf den Werdegang des Projektes blickte der Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Martin Baldauf zurück. Bereits 2017 hatte der Pfarrgemeinderat beschlossen, das Widum auszubauen und nicht als Leerstand zu belassen. Ein Jahr später entstand der Gedanke, eine Struktur für begleitetes und betreutes Wohnen zu schaffen und dabei auch den Pfarrsaal mit einzubeziehen. Um das Vorhaben zu finanzieren, schrieb die Pfarre im selben Jahr 4 Grundstücke zum Verkauf aus. Als bei einer Aussprache in Bozen mitgeteilt wurde, dass es nur für Gemeinden bzw. Stiftungen Landesbeiträge gibt, hat sich die Gemeinde Glurns unter dem damaligen Bürgermeister Alois Frank entschieden, das Projekt in die Hand zu nehmen. Die 4 Grundstücke im Ausmaß von rund 2,7 Hektar wurden im Wert von 800.000 Euro mit einem Schenkungsvertrag an die Gemeinde übertragen, die sich ihrerseits verpflichtete, das Projekt umzusetzen. Einige Räume hat die Pfarre für eigene Zwecke zurückbehalten. Die Bauarbeiten haben im Herbst 2022 begonnen und wurden 2025 abgeschlossen. Martin Baldauf dankte allen Mitwirkenden, im Besonderen der Gemeindeverwaltung unter Bürgermeister Alois Frank, dem Gemeindesekretär Georg Sagmeister, der jetzigen Gemeindeverwaltung und der Architektin Michaela Wunderer. Die reinen Baukosten – ohne Mehrwertsteuer und technische Spesen – bezifferte Bürgermeister Erich Wallnöfer mit ca. 1,4 Millionen Euro.
Die Bezirkspräsidentin Roselinde Gunsch, die u.a. für die Sozialdienste zuständig ist, sprach von einem gelungenen und zukunftsweisenden Projekt. Der Bedarf an Strukturen dieser Art werde angesichts des demografischen Wandels weiter steigen. Sie gratulierte der Stadtgemeinde für den Mut, diese Struktur, die sich zudem mitten in der Stadt befindet, zu schaffen. Auch bei Ariane Burger und ihren Mitarbeiterinnen sowie bei den Sozialdiensten mit der Direktorin Karin Tschurtschenthaler an der Spitze bedankte sich die Bezirkspräsidentin. Neben Strukturen in Schlanders, Prad, Martell und St. Valentin a.d.H. führt die Bezirksgemeinschaft nun auch die Struktur „Widum Glurns“ (Wohnungen und Tagespflegeheim). Den kirchlichen Segen erteilte Pfarrer Werner Mair. Oft zu hören war bei der anschließenden Besichtigung: „Isch’s do schean!“.