Diskutierten (v.l.): Mathias Dietl, Elisa Platzer, David Tappeiner, Enrico Zuliani, Jasmin Mair, Gustav Rechenmacher, Dana Alber und Finn Pfeifer.
Ein Schülerbeitrag von (v.l.) Jonas Ortler, Miriam Pichler und Samuel Höchenberger.
Schuldirektor Werner Oberthaler
Moderatorin Emma Cesarano

Industrie und Zukunft

Schüler/innen und Unternehmen im Austausch: KI, Karrieren und Chancen

Publiziert in 9 / 2026 - Erschienen am 5. Mai 2026

Mals - Um den Austausch zwischen Schüler/innen und Unternehmen geht es dem Unternehmerverband bei gemeinsamen Veranstaltungen an Berufs- und Oberschulen. Kein Wunder, schließlich braucht es mehr denn je gut ausgebildete Jugendliche, um die Zukunft in den Unternehmen und der Gesellschaft erfolgreich zu gestalten. Bereits seit mehr als 20 Jahren finden regelmäßig Veranstaltungen in Schulen statt. Alljährlich kommt der Unternehmerverband auch in den Vinschgau, abwechselnd nach Schlanders und nach Mals. Heuer fand die Veranstaltung in der Aula Magna des Malser Oberschulzentrums statt. Das Motto: „Industry, performance, future“. Schuldirektor Werner Oberthaler konnte zahlreiche interessierte Schüler/innen begrüßen, und zwar jene der vierten und fünften Klassen des OSZ Mals sowie einige aus der Fürstenburg und der TFO Schlanders.

„Sind unverzichtbar“

Enrico Zuliani, der Vinschger Bezirksvertreter des Unternehmerverbands, präsentierte einige Zahlen und sprach über den Stellenwert der Unternehmen in Südtirol. So gibt es mehr als 500 Mitgliedsunternehmen im Verband mit über 42.000 Mitarbeitenden. Südtirol könne stolz sein auf das Unternehmertum, einige Betriebe hätten sich gar zu Weltmarktführern entwickelt. Die heimischen Unternehmen sind weltweit aktiv und bieten Produkte und Dienstleistungen in über 170 Ländern an. „Unsere Unternehmen sind unverzichtbar für den Wohlstand unserer Region und für Sozialleistungen“, betonte Zuliani und wies auf die hohe Steuerleistung hin, die durch die Industrie generiert wird. Viele Faktoren seien für den Erfolg ausschlaggebend gewesen, vor allem die Menschen mit Weitblick, Durchhaltevermögen, Zuversicht, Anpassungsfähigkeit, Mut und Innovationsgeist, zählte Zuliani auf. Auch auf Chancen und Herausforderungen der Zukunft wies er hin. Dazu zählt zweifelsohne die Künstliche Intelligenz, kurz KI. Derartige
Herausforderungen seien aber auch immer als Chancen zu sehen, so könne die KI unterstützen, Erfindergeist und Innovation aber beim Menschen bleiben. Um die KI ging es auch in einem Schülerbeitrag. Jonas Ortler, Miriam Pichler und Samuel Höchenberger präsentierten eine unterhaltsame Pro-und-Contra-Diskussion über die Künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft.

Vom Angestellten zum Unternehmer

Der Naturnser Jungunternehmer David Tappeiner, gemeinsam mit seinem Bruder Manuel Inhaber und Geschäftsführer des Traditionsunternehmens Berges, das heuer 100-jähriges Jubiläum feiert, sprach über seinen Werdegang. Er war 26 Jahre alt, sein Bruder 28, als sie sich 2018 den Traum von beruflicher Selbstständigkeit erfüllten und das bestehende Unternehmen in Naturns übernahmen. Drei Jahre später, mitten in der COVID-Zeit, kauften sie die ehemalige deutsche Muttergesellschaft und erweiterten damit die strategische Reichweite ihres Unternehmens. Heute tragen die Brüder gemeinsam die Verantwortung für rund 50 Mitarbeitende. In seinem Kurzvortrag gab David Tappeiner Einblicke, wie er den Schritt vom Angestellten zum Unternehmer gemeistert hat und einen Betrieb führt, der als führender Anbieter mechanisch stufenloser Antriebstechnik gilt. Dabei war er davor in anderen größeren Industrieunternehmen in Naturns tätig und hatte dort verantwortungsvolle Aufgaben inne, sprich auch einen sicheren Job mit gutem Gehalt. Lange habe er sich Gedanken über die Risiken der Selbstständigkeit und des Kaufs von Berges gemacht, schließlich sei es eine große Finanzierung für zwei junge Menschen gewesen. Ebenfalls erzählte der Unternehmer über die wichtigsten Eigenschaften in der Berufswelt und auch darüber hinaus, wobei er vor allem das Mindset und die Ehrlichkeit hervorhob.

„Das tun, was man gerne tut“

In einer Podiumsdiskussion sprachen Mathias Dietl, Elisa Platzer, Dana Alber und Finn Pfeifer (allesamt Schüler/innen der 4A FOWI) mit Tappeiner, Zuliani, Jasmin Mair (Mair Josef & Co. KG) und Gustav Rechenmacher (Systems GmbH) über verschiedene Themen, die sie bewegten. U. a. ging es darum, wie KI den Arbeitsmarkt und die Ausbildung verändere, was man tun könne, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, und wie die Unternehmer selbst auf ihre persönlichen Karrierewege zurückblicken. Gustav Rechenmacher, früherer Bezirksvertreter des Unternehmerverbands, betonte, dass das Wichtigste der Glaube an sich selbst sei. „Der Beste Weg ist meiner Ansicht nach auch immer, etwas zu tun, was man gerne tut“, gab er den Schüler/innen mit auf den Weg.

Michael Andres
Michael Andres

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