Jazz trifft auf psychische Gesundheit
Mals - Zum dritten Mal machte das Südtirol Jazzfestival auch in Mals im Treffpunkt „sein“ im Paulihof Halt. Bei dieser Einrichtung der Bezirksgemeinschaft Vinschgau handelt es sich um einen Ort zur Förderung der psychischen Stabilität und Gesundheit. Menschen mit psychischen Problemen, aber auch mit Suchtproblemen sind willkommen. Der Treffpunkt ist an vier Tagen in der Woche geöffnet. Das Angebot reicht vom gemeinsamen Kaffeetrinken und Miteinanderreden über Gesellschaftsspiele, Arbeiten mit verschiedensten Materialien, wie Holz, Ton, Wolle, Stoff usw., bis hin zu spezifischen Workshops und gemeinsamen Ausflügen. „Wir dachten uns, den schönen Ort soll man auch kulturell nutzen“, erklärt Einrichtungsleiter Roman Altstätter. Durch seinen Kontakt zu Luigi Loddi, der nicht nur Mitorganisator des Jazzfestivals ist, sondern auch Psychologe und Psychotherapeut, entstand die Idee, das Festival nach Mals zu bringen. Als Künstler konnte heuer Francesco Guerri gewonnen werden. Guerri hebt in den Solostücken mit ungewöhnlichen Stimmungen, perkussivem Bogeneinsatz, exotischen Präparationen und elektronischen Verzerrungen die Grenze zwischen festgelegter Komposition und entfesselter Improvisation auf. Seine einzigartige Musik solle „auch ein Kind verstehen“, sagt er. Luigi Loddi bedankte sich bei den Verantwortlichen des Treffpunkts „sein“. Es sei ein kleines Festival an einem besonderen Ort. „Von den über 60 Veranstaltungen beim Jazzfestival ist das einer meiner Höhepunkte, mein Herzstück“, so Loddi. Lobende Worte überbrachte auch Günther Plaickner, der Präsident von Ariadne, einem Verein für die psychische Gesundheit aller. Plaickner hob den Stellenwert der Einrichtung in Mals hervor: „Ihr nehmt Personen auf, die herkommen und sich wohl fühlen können.“ Ein reichhaltiges Buffet durfte nach dem Konzert nicht fehlen, aufgetischt von der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Prad.