Die Delegation der FOS „Marie Curie“ in Chamonix.

Jugend bewegt

YPAC-Treffen in Chamonix mit Vinschger Beteiligung

Publiziert in 9 / 2026 - Erschienen am 5. Mai 2026

Meran/Vinschgau/Chamonix - Das YPAC ist ein Parlament, in dem sich Jugendliche aus 7 Alpenländern und 10 Schulen zusammenfinden, um gemeinsam an Themen und Problemen zu arbeiten, die den Alpenraum betreffen. Mitglied des Jugendparlamentes ist auch Julia Tröger aus Goldrain, Schülerin an der FOS „Marie Curie“ in Meran. Neben ihr stammen mit Lea Stecher aus Mals noch ein weiteres Mitglied von YPAC (Youth Parliament to the Alpine Convention) aus dem Vinschgau sowie auch der YPAC-Lehrer Andreas Dietl. Zum YPAC-Treffen, das Ende März in Chamonix in Frankreich stattfand, haben wir folgenden Beitrag bekommen:

Eine anstrengende Woche haben wir hinter uns. Eine Woche, in der wir aus unserer Komfortzone herausgekommen sind: Lange Anreise, quietschende Betten in der Jugendherberge, nicht enden wollende Diskussionen, Ringen um Ergebnisse, fordernde Tage, kurze Nächte. Diese Woche hat viel von uns abverlangt.
Und trotzdem hat uns diese Woche so viel Spaß gemacht und so viel gegeben. Weil wir wissen, warum wir uns einsetzen und wofür wir uns einsetzen. Wir, das sind 70 junge Menschen, Schülerinnen und Schüler aus 7 Alpenländern und 10 Schulen, mit vier verschiedenen Sprachen, und wir alle sind Mitglieder des Jugendparlaments zur Alpenkonvention – YPAC.
Jedes Jahr treffen wir uns eine Woche lang, um das Leben im Alpenraum mitzugestalten und zu verbessern. Dieses Jahr fand unser YPAC-Treffen vom 23.03. bis 27.03.2026 unter dem Motto „Climate Resilient Development“ in Chamonix, Frankreich statt. Tagungssprache war Englisch. Dieses Jahr feiert YPAC zusätzlich sein 20-jähriges Bestehen. Die Delegation der FOS „Marie Curie“ war von Anfang an dabei.
Ziel dieses Projekts ist es, junge Menschen aus dem Alpenraum zusammenzubringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, Probleme gemeinsam anzugehen und der Jugend dadurch eine Stimme zu geben. In dieser Woche ist uns nämlich wieder einmal klargeworden, dass uns viel mehr verbindet, als uns trennt. Wir haben alle die gleichen Sorgen und Probleme, und wir haben Angst. Angst, dass es schon zu spät sein könnte, diese Welt zu retten. Dass wir uns darauf einstellen müssen, dass in unserer Zukunft immer mehr Probleme auf uns zukommen werden.

Wir haben es gesehen, mit eigenen Augen: die direkten Auswirkungen des Klimawandels. Wir waren auf dem größten Gletscher Frankreichs, dem Mer de Glace. Wir haben gesehen, wie hoch und mächtig er noch vor Kurzem war, und mussten erkennen, wie drastisch er geschrumpft ist. Das hat uns gezeigt, dass der Klimawandel nicht etwas Abstraktes ist, über das man nur spricht, sondern etwas ganz Konkretes, das schon geschieht. Und zwar jetzt. Was wir brauchen, sind Lösungen und vor allem Taten. Wir bei YPAC haben das versucht, wir haben uns eingesetzt – alle zusammen. Aus unserer Arbeit sind unter anderem folgende Resolutionen hervorgegangen:

„Dam Good Solar“: Solaranlagen auf Staudamm-Fassaden sollen erneuerbare Energie liefern, ohne zusätzliche Fläche zu beanspruchen.

„Graduate with Impact": Ein verpflichtendes Klimaprojekt soll zur Abschlussvoraussetzung an Oberschulen werden, um Jugendliche aktiv in den Klimaschutz einzubinden.

„New Land, New Life - Let Nature thrive": Durch das Gletscherschmelzen entstehende Gletschervorfelder sollen als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden, um neue Ökosysteme zu schützen und Biodiversität zu fördern.

Uns ist einmal mehr klargeworden, dass wir nicht morgen handeln dürfen – wir hätten schon gestern handeln müssen. Aber trotzdem: Noch ist nicht alles verloren. Wir haben noch Hoffnung, wir glauben daran, dass wir doch noch etwas ändern können. Und zwar heute.

Redaktion

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