Jugendliche engagieren sich für den Naturschutz
Staben/Naturns - Ende Juli fand bereits zum fünften Mal der Aktionstag „Friday for Nature“ statt. 8 Jugendliche aus der Gemeinde Naturns beteiligten sich gemeinsam mit Erwachsenen an Pflegearbeiten im Biotop „Kleine Etsch“ in Staben. Durch dieses Biotop fließt der Sackbach, ein Altarm der Etsch. Aufgrund seiner idealen Wasserqualität und -temperatur, der geeigneten Fließgeschwindigkeit sowie der Ufervegetation mit Bäumen und Hecken bietet der Sackbach einen idealen Lebensraum für rund 10 Fischarten, darunter die Marmorierte Forelle und die Mühlkoppe, Fisch des Jahres 2025. Mit Spezialgeräten wurden am Aktionstag große und kleine Exemplare der Mühlkoppe und der Marmorierten Forelle sowie Larven der Eintagsfliege aus dem Sackbach gefischt. Simon Schwienbacher vom Fischereiverband sowie Stefan Pföstl, Rudi Schmider und Luis Gamper vom Fischereiverein Meran informierten über deren Lebensweise. In einem mobilen „Aquarium“ konnten die Jugendlichen die Tiere beobachten, bevor diese wieder behutsam in ihren natürlichen Lebensraum zurückgesetzt wurden. Bei einer Begehung der „Kleinen Etsch“ mit Michael Stofner von der Forststation Naturns und Helga Seeber vom Amt für Natur staunten die Jugendlichen u.a. über alte Pappeln mit einem Stammumfang von über 4 Metern sowie über die Artenvielfalt im Biotop. Es wurde auch deutlich, wie sehr das Ablagern von Betonstangen und das Entsorgen von Wurzelknollen Biotope in Tallagen beeinträchtigen. Unter der Anleitung von Michael Stofner entfernten die Jugendlichen das invasive Drüsige Springkraut und verpackten es vollständig zur Verrottung. Dabei wurden auch zwei junge Nattern im Totholz entdeckt. Die Biologin Helga Seeber machte die Teilnehmenden auf den besonderen Duft der Pflanzenart Mädesüß aufmerksam. „Dank der intensiven Ausreißaktion im Vorjahr ist es gelungen, das Springkraut deutlich zurückzudrängen und wieder Raum für Schilf, Schwarzerlen und auwaldtypische Vegetation zu schaffen“, bestätigten Stofner und die Biotop-Patin Reinhilde Köck. Ein spielerischer Zugang zum Thema Umwelt – begleitet von Valentina Wild, saisonale Schutzgebietsbetreuerin des Naturparkhauses Texelgruppe – sowie Pizza und Getränke, gespendet von der Umweltschutzgruppe Vinschgau, rundeten den Vormittag ab. Die jungen Naturschützer/innen hatten sich über das vom Jugendzentrum JUZE Naturns organisierte Projekt „JuNwa – Junge Naturnser wollen anpacken“ zur freiwilligen Mitarbeit im Naturparkhaus angemeldet. Die Aktion „Friday for Nature“ zeigt eindrucksvoll, wie engagiert junge Menschen zum Erhalt der Biodiversität beitragen können. Sie ist das Ergebnis der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Umweltschutzgruppe Vinschgau, Forststation Naturns, Amt für Natur, Naturparkhaus Texelgruppe, Fischereiverband und Fischereiverein Meran. „Das spürbare Interesse aller Teilnehmenden und Partner für das Biotop ‚Kleine Etsch‘ motiviert uns sehr“, resümiert Ingrid Karlegger von der Umweltschutzgruppe Vinschgau. „Gemeinsam mit den Fischern setzen wir uns dafür ein, dass der Bereich, in dem der Schleidertalbach in den Sackbach mündet, renaturiert wird.“