Prämierung der besten Vinschger Alpkäse (im Bild von links nach rechts, hinten): SBB Obmann Raimund Prugger, Schulleiter Martin Unterer, Annemarie Kaser (Südtiroler Sennereiverband); (vorne): Rosmarie und Josef Abertegger, Elisabeth Haid, Anna Seidl, Markus Joos und Bertram Stecher.

Kaproner Alm erfolgreichste Käsealm des Vinschgaus

Publiziert in 38 / 2014 - Erschienen am 29. Oktober 2014
Die 3. Südtiroler Alpkäseverkostung in der Fürstenburg brachte viele sehr gute Bewertungen für den Vinschger Alpkäse Burgeis - Die ständige Aus- und Weiterbildung des Alp-Personals sowie eine konstante Verbesserung der Alpkäsequalität im Laufe der letzten Jahre trägt reiche Früchte. Das beweist nicht nur das hervorragende Abschneiden der Vinschger Kuhalmen bei der diesjährigen 20. Käseolympiade in Galtür, sondern auch die sehr guten Bewertungen bei der 3. Südtiroler Alpkäseverkostung in der Fürstenburg. Am vergangenen Samstag stellten sich 38 Milchviehalmen, davon auch einige von außerhalb des Vinschgaus einer internationalen Fachjury, um ihr Produkt anhand eines 20-Punkte-Systems auf seine äußere und innere Beschaffenheit, Textur, Elastizität des Teiges sowie auf seinen Geschmack und Geruch bewerten zu lassen. Die Note „ausgezeichnet“ erhielten dabei die Hagner Alm in Welschnofen und die Kaproner Alm mit Sennerin Elisabeth Haid, Zusennerin Anna Seidl, Obmann Rudolf Pinggera sowie den Hirten Gabriel Pinggera und Elia Jörg. Den 3. Platz mit „sehr gut“ erzielte die Schleiser Alm - Arunda Alm mit den Sennen Josef und Rosmarie Abertegger, Almmeister Lorenz Agethle und dem Hirten Gregor Kofler. Die Benotung „sehr gut“ ging weiters an die Höfer Alm Prämajur, die Lifyalm Martell, die Upia Alm Schluderns, die Maseben-Alm Langtaufers, die Mitteralm Taufers, die Matscher Kuhalpe und die Tarscher Alm. Drei Almen produzieren zusätzlich Ziegenkäse; hier gingen die Bewertungen „ausgezeichnet“ an die Ochsenbergalm und „sehr gut“ an die Viviana Alm Graun. Der Publikumspreis ging ebenfalls an die Kaproner Alm. Mit knapp 1500 Kühen pro Jahr seien die Auftriebszahlen zwar konstant geblieben, die extreme Streuung treffe jedoch 2 bis 3 GVE auf über 600 Bauern, sagte Markus Joos vom Landwirtschaftsinspektorat in seinem Alpungsbericht. In den knapp drei Monaten Weidedauer werden auf den Vinschger Almen an die 1.500.000 Liter Milch zu Käse und Butter verarbeitet, die allerdings nur 4 Prozent der gesamten Jahresmilchmenge im Vinschgau entsprechen. Stark geändert habe sich die Zusammensetzung des Almpersonals. Heute sind es viele junge, frisch ausgebildete Senner und Senninnen aus dem In- und Ausland, die die Vinschger Almen führen, wobei der Frauenanteil bei knapp einem Drittel liegt. Im Vinschgau wird nur die Hälfte der Almen auch touristisch genutzt, da eine Kombination für Gemeinschaftsalmen nicht sehr ideal sei, so Joos. Das Ziel für die kleinstrukturierten Milchviehalmen des Vinschgaus sei es, einen vernünftigen Weg zwischen effizienter Milchverarbeitung und den auferlegten Hygieneverordnungen zu finden. Ebenso müsse man in Zukunft bestrebt sein, die Alpungsprämien zu halten und erforderliche Sanierungsmaßnahmen auf den Almen zu verwirklichen. Alles in allem sei die Almwirtschaft ein gutes Beispiel hervorragender Teamarbeit aller Partner, aber die Herausforderung, die Almwirtschaft erhalten zu können, sei groß, sagte Markus Joos. Francesco Gubert von der Versuchsanstalt San Michele erläuterte dem anwesenden Publikum die Sennalmwirtschaft im Trentino. Im Gegensatz zum Vinschgau liegen die produktiven Almen des Trentino bereits auf einer Höhe von 1.300 und 1.800 Metern. Jede dritte Kuh komme im Trentino auf eine der 160 genutzten Milchviehalmen. Der Almkäse galt im Trentino lange als der „Käse der Armen“, dementsprechend niedrig war der Preis. Ingeborg Rechenmacher
Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Ingeborg Rainalter Rechenmacher

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