Die Transhumanz ist seit 2019 als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt. Diese Bilder entstanden 2020 beim Schafübertrieb von Vernagt über das Niederjoch ins Ötztal.
Die Transhumanz ist seit 2019 als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt. Diese Bilder entstanden 2020 beim Schafübertrieb von Vernagt über das Niederjoch ins Ötztal.
Beim Kulturzentrum „campus transhumanza“ (v.l.): Benjamin Raffeiner, Landesrat Peter Brunner, Bürgermeister und Präsident des Museumsvereins Peter Grüner, Museumsleiterin Johanna Niederkofler sowie Lukas Rainer und Stefan Tappeiner.

Kulturerbe in die Zukunft führen

UNESCO-Anerkennung der Transhumanz soll landesweit sichtbar gemacht werden.

Publiziert in 13 / 2026 - Erschienen am 14. Juli 2026

Schnals - Die Schafübertriebe im Schnalstal haben eine lange Geschichte. Seit 2019 ist die Weidepraxis der Transhumanz als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt und seit rund einem Jahr ist dieser lebendigen alpinen Tradition das Kulturzentrum „campus transhumanza“ in Unser Frau in Schnals gewidmet. Es befindet sich in unmittel-
barer Nähe des archäologischen Freilichtmuseums archeoParc. Beide Strukturen gehören der Gemeinde Schnals, mit der Führung ist der „archeoParc Schnals Museumsverein“ beauftragt. Anlässlich des einjährigen Bestehens des „campus transhumanza“ hat sich Peter Brunner, Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, unlängst mit der Museumsführung über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen ausgetauscht. „Es ist wichtig, auf den kulturellen Wert des immateriellen Kulturerbes aufmerksam zu machen“, sagte Brunner, der für die UNESCO-Anerkennungen in Südtirol zuständig ist.

Ort des Austauschs und der Praxis

„Der Campus versteht sich als zusammenhängender Gebäudekomplex als Ort des Austauschs und der Praxis“, berichtete archeoParc-Museumsleiterin Johanna Niederkofler. Drei bäuerliche Gebäude, zum Großteil aus dem 16. Jahrhundert, bieten Raum für Ausstellungen und Workshops zum Thema Transhumanz. Mit Freude blicke man auf ein Jahr Tätigkeit zurück. „Es gab erste Ausstellungen, Veranstaltungen und Vereinsinitiativen am Gelände, das weiter mit Leben gefüllt werden soll“, so Niederkofler. Bald entstehe am Gelände ein Depotgebäude für die bäuerlichen Vereine und Zuchtvereine. Damit soll die Zusammenarbeit zwischen Museum und Wissensträgern weiter gestärkt werden. Geplant ist zudem die Aktivierung eines Stalles am Gelände sowie die Zusammenarbeit mit Schulklassen im Einzugsgebiet.

Ganzjähriger Betrieb?

Neben den Museumsthemen tauschte sich Landesrat Brunner auch über betriebliche Fragen mit der Museumsleitung aus. Der archeoParc Schnals Museumsverein zählt derzeit 60 Mitglieder, 5 Vollzeitäquivalente finden hier Beschäftigung und rund 20.000 Besucherinnen und Besucher zählen der archeoParc und der „campus transhumanza“ im Jahr. Niederkofler: „Wir denken über einen ganzjährigen Betrieb nach.“ Peter Grüner, Bürgermeister von Schnals und Präsident des Museumsvereins, betont: „Entscheidungen für das Verständnis des immateriellen Kulturerbes sind Entscheidungen für gemeinschaftliche Entwicklungen, die uns als Gesellschaft resilient machen. Durch das Miteinander von Landwirtschaft, Kultur und Tourismus können wir Schnals zukunftsfähig machen.“ Ziel sei es, die UNESCO-Anerkennung südtirolweit sichtbar zu machen. Brunner: „Die UNESCO hat uns mit der Anerkennung der Transhumanz einen Auftrag gegeben. Dieses lebendige Kulturerbe soll sichtbar bleiben und dadurch Brücken schlagen zwischen Geschichte und Zukunft und zwischen Umwelt, Tier und Mensch.“ Eine Initiative in diesem Zusammenhang ist der „Tag des immateriellen Kulturerbes“ mit Workshops und Veranstaltungen für die Bevölkerung, der im Oktober stattfinden wird.

Josef Laner
Josef Laner

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