Fatiha Hallaoui , in Schnals wohnhaft, und Zouhour Fajraqui (links) servierten die Ramadan-Suppe an Christa Klotz, Astrid Pichler, Helmut Müller, Andreas und Rosi Heidegger (v.l.)

Naturnser feiern das Fastenbrechen

Publiziert in 18 / 2018 - Erschienen am 15. Mai 2018

Naturns - Bürgermeister Andreas Heidegger war ebenso überrascht, wie sein Ausschuss und wie alle Organisatoren des Begegnungsabends unter dem Motto „gemeinsam zu Tisch“. Man hatte an die 100 neugierige oder vorurteilslose Naturnser erwartet, am Ende waren es doppelt so viele. Margot Tschager Svaldi, die Integrationsbeauftragte der Gemeinde Naturns, schien müde, aber glücklich. Vielleicht war sie auch überrascht, dass sich die elf Frauen aus Marokko und Tunesien strikt an die Vereinbarungen gehalten haben, keine Verwandten und Bekannten einzuladen. Für orientalische Verhältnisse überraschend war auch die Bereitschaft der Männer, mitzuarbeiten oder Haus und Familie zu hüten. „Wir sollten nach diesem Abend hinter den Namen auch Gesichter wissen und erkennen, dass man auch in unterschiedlichen Kulturen als Bürger miteinander leben kann“, meinte Tschager-Svaldi sinngemäß. Voraussetzung dafür sei der gegenseitige Respekt, fand Bürgermeister Heidegger in seinen Grußworten. Die Integrationsbeauftragte stellte als Sprecherin der arabischen Frauen Ghita Benkirane aus Marokko vor, die sich übers Fernsehen selbst Italienisch beigebracht hatte, mit 15 Frauen und einem Mann bei Ingrid Raffeiner einen Deutschkurs belegt habe und nun zwei Mal nach Meran fahre, um die Sprache zu vertiefen. Tschager-Svaldi begrüßte ausdrücklich Alt-Dekan Georg Peer, dem in seiner Wirkungszeit das friedliche Zusammenleben immer ein Anliegen war. Sie dankte dem Bildungsausschuss für die Übernahme der Saalspesen, der Pfarrcaritas für die großzügige finanzielle Zuwendung, den Betrieben und Privatpersonen mit Sozialreferentin Christa Klotz an der Spitze für die Unterstützung und ganz besonders Ingrid Raffeiner für ihren ehrenamtlichen Einsatz. Bevor die Ramadan-Suppe „Harira“ aufgetragen wurde, wandte sich Frau Benkirane in Italienisch an die Gäste im Bürgerhaus. Sie dankte dem „Sindaco“, und den „Signore“ Margot und Ingrid und erklärte die Bedeutung des Fastenmonats Ramadan und das Ende eines Fastentages mit dem Essen im Kreise der Familie.

Günther Schöpf
Günther Schöpf
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