Die fast 2 Kilometer lange Druckleitung wurde im Vorjahr gebaut.
Die fast 2 Kilometer lange Druckleitung wurde im Vorjahr gebaut.
Das Krafthaus in Konfall ist so gut wie fertiggestellt. An den Außenfassen ist eine Steinverkleidung vorgesehen.
Am 4. Februar lag die Turbine der Firma Troyer noch verpackt im Krafthaus. Ab dem 20. März soll sie laufen.
Bürgermeister Heiko Hauser

Saubere Energie und nicht nur

Am 20. März soll das Wasserkraftwerk Konfall in Betrieb gehen

Publiziert in 3 / 2022 - Erschienen am 15. Februar 2022

Schluderns - Über 10 Jahre lang war in Schluderns über den Bau eines Wasserkraftwerks in Kombination mit der Errichtung der Beregnungsanlage „Ebnet“ diskutiert worden. Wirklich konkret wurde das Vorhaben, als am 6. Februar 2021 über 90% der Grundeigentümer von rund 200 Hektar in der „Ebnet“ mit fast 90-prozentiger Mehrheit für den Bau der Beregnungsanlage stimmten. Die Gemeinde hatte sich schon im Vorfeld verpflichtet, die Errichtung der Anlage mit einer Querfinanzierung in Höhe von 750.000 Euro zu unterstützen, falls sie als Gegenleistung das Kraftwerk Konfall bauen kann. Nach der Abstimmung ging es mit dem Kraftwerks-Projekt Schlag auf Schlag weiter. „Läuft alles nach Plan, geht unser Werk am 20. März in Betrieb“, kündigte Bürgermeister Heiko Hauser kürzlich dem der Vinschger gegenüber an. Bauherrin des Kraftwerks ist die „Wasserkraft Konsortial GmbH“. Der Gemeinderat hatte der Gründung dieser Gesellschaft am 7. April 2021 einhellig zugestimmt. Die Gemeinde ist an der GmbH mit 76% beteiligt, das VEK (Vinschgauer Energie Konsortium) und die Energiegenossenschaft SEG mit jeweils 12%. Präsident des Verwaltungsrates ist Alexander Telser (VEK) und Vizepräsident Bernd Stocker (SEG). Die Gemeinde ist im 5-köpfigen Gremium mit dem Bürgermeister, seinem Stellvertreter Peter Trafoier sowie mit der Gemeinderätin Martha Innerhofer vertreten.

Fast 2 Kilometer lange Druckleitung

Froh ist Heiko Hauser darüber, dass die Arbeiten für den Kraftwerksbau bereits im Sommer 2021 vergeben werden konnten, und zwar mit teils guten Abgeboten. Die fast 2 Kilometer lange Druckleitung vom Wasserschloss in Muntetschinig bis Konfall hat die Firma Hofer Tiefbau aus Prad gebaut, die zudem auch den Wasseranschluss beim Fensterstollen der Alperia errichtete. Mit der Alperia gab und gibt es laut dem Bürgermeister eine gute Zusammenarbeit. Geradezu angeboten hatte sich beim Bau der Druckleitung die Anbringung zweier Löschhydranten. Damit konnte ein Wunsch der Feuerwehr erfüllt werden. Als weiteren positiven Nebeneffekt nennt Heiko Hauser den Bau eines rund 600 Meter langen Forstweges: „Dieser Weg kann jetzt für die Waldbewirtschaftung genutzt werden. Bisher waren die dortigen Föhrenwälder, die der Fraktion Schluderns gehören, mit Fahrzeugen nicht erreichbar.“ Zurzeit im Gang ist die elektromaschinelle Ausstattung im Krafthaus. Die Turbine der Firma Troyer AG aus Sterzing wird derzeit montiert. Das Krafthaus gebaut haben die beiden Firmen Mair Josef & Co. KG aus Prad und Systembau GmbH aus Mals. Geplant hat die Wasserkraftanlage das Ingenieur-Team Patscheider & Partner.

Rund 7 Millionen Kilowattstunden

Das Werk soll jährlich rund 7 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Das entspricht in etwa einem Drittel der Jahresleistung des Kraftwerks am Rambach „und ist für eine Gemeinde unserer Größenordnung nicht wenig“, freut sich der Bürgermeister. Die Gesamtkosten für den Bau des Werks habe man - auch dank der Abgebote der Firmen - auf ca. 4 Millionen Euro senken können. Vor einem Jahr sei der Strompreis noch im Keller gewesen, „derzeit ist er im Höhenflug und wie er in Zukunft sein wird, weiß derzeit niemand.“

Viele positive Synergien

Das Kraftwerk sei auch dann sinnvoll, wenn keine Gewinne in die Gemeindekasse fließen. Heiko Hauser: „Unser Ziel war eine positive Null. Wenn unter dem Strich ein Gewinn herausschaut, umso besser.“ Sinnvoll sei das Vorhaben deshalb, weil es gleich mehrere Gewinner gibt: „Saubere Energie, Umweltschutz, mehr Restwasser im Saldurbach und Anhebung des Wasserspiegels im Biotop.“ Außerdem werde der Landwirtschaft geholfen, sowie Wasser gespart: „Das Wasser läuft über die Turbine. Wenn beregnet wird, läuft das Wasser direkt vom Krafthaus zu den Feldern und der Überlauf in den Saldurbach. Und wenn nicht beregnet wird, läuft das Wasser zur Gänze in den Saldurbach. Für die Beregnung wird nur jene Menge genutzt, die es effektiv braucht.“ Die Beregnungsanlage, für deren Errichtung sich u.a. Andreas Hauser federführend eingesetzt hat, wird vom Bonifizierungskonsortium Vinschgau in mehreren Bauphasen errichtet. Die erste Bauphase soll im Februar anlaufen.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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