Gruppenbild im Anschluss an eine „hitzige“ und außergewöhnliche SVP-Bezirksausschuss-Sitzung (von links): Parteiobmann Philipp Achammer, das SVP-Kandidaten-Trio Sepp Noggler, Elfi Kirmaier und Dieter Pinggera sowie ein erleichterter Bezirksobmann Albrecht Plangger.

SVP marschiert zu dritt

„Heiße“ Bezirksausschusssitzung. Pinggera kommt als 3. Kandidat dazu.

Publiziert in 22 / 2018 - Erschienen am 26. Juni 2018

Kortsch - Nach einer über dreistündigen, zum Teil heftig, emotional und kontrovers geführten Diskussion im SVP-Bezirksausschuss stand es am späten Abend des 18. Juni endgültig fest: Die Vinschger SVP stellt sich bei den Landtagswahlen im Herbst mit einem Dreier-Team der Wählerschaft, und zwar mit Elfi Kirmaier, Sepp Noggler und Dieter Pinggera. Der Schlanderser Bürgermeister Dieter Pinggera war erst wenige Stunden zuvor von der Parteileitung in Bozen auf die sogenannte Landesliste gesetzt worden. „Wir haben heute 7 Personen nominiert, über die noch fehlenden 3 wird am 23. Juni abgestimmt,“ sagte Parteiobmann Philipp Achammer. Bezirksobmann Albrecht Plangger hatte einleitend auf die Kandidaten-Nominierung im Vinschgau zurückgeblickt. Er - und wohl viele andere auch - seien der Meinung gewesen, dass es im Vinschgau beim Duo Kirmaier und Noggler bleiben würde, aber zumal nun über den Zehner-Vorschlag des Parteiobmannes und des Landeshauptmannes Dieter Pinggera als 3. Kandidat dazugekommen sei, gelte es, „die Reihen zu schließen und gemeinsam mit dem Dreier-Team zu marschieren.“ Statutarisch sei die Sache laut Plangger so in Ordnung. Wie Achammer mehrfach unterstrich, geht es bei der Landesliste keineswegs um irgendwelches Misstrauen den Bezirkskandidaten gegenüber und auch nicht darum, Alibi-Kandidaten aufzustellen, „sondern nur darum, diese Kandidaten als Ergänzung und Bereicherung zu sehen, was der Partei insgesamt zu Gute kommt.“ Das treffe auch auf Dieter Pinggera zu. Den größten Nachholbedarf im ländlichen Gebiet habe die SVP derzeit bei den Themen Migration und Integration sowie Verkehr und Gesundheit. 

Kritik an Dreier-Strategie

Bei der Diskussion wurden einerseits massiv Bedenken geäußert, dass die Erfolgsaussichten bei einer Dreier-Strategie relativ gering seien. Andererseits wurde auch mehrfach betont, dass man sehr wohl auch mit 3 Kandidaten gut fahren könne. Es komme auf die Geschlossenheit im Bezirk und auf den Zusammenhalt an. „Die Entscheidung, eine Zweier-Strategie zu fahren, könnt ihr als Bezirk nicht allein treffen“, wurde Achammer deutlich und verwies auf den derzeitigen Modus der Kandidaten-Nominierung. Dass dieser Modus zu ändern sei, räumte der Parteiobmann unumwunden ein: „Wir können nach den Wahlen über alles reden. Auch darüber, dass zum Beispiel alle 35 Kandidaten von den Bezirken nominiert werden.“ 

Zunächst alle „paff“

Zunächst „paff“ waren Achammer, Plangger und viele weitere Funktionäre, als Elfi Kirmaier aus Laas, die sich bei der Vorwahl im Rahmen der SVP-Bezirksausschuss-Sitzung am 19. April mit 35 Stimmrechten gegen die Latscher Vizebürgermeisterin Sonja Platzer (26 Stimmrechte) durchgesetzt hatte, bekanntgab, ihre Kandidatur „zum Wohl des Vinschgaus“ zurückzulegen. Als Hauptgrund nannte sie den Umstand, dass Mitglieder der Bezirksleitung nicht voll hinter ihrer Kandidatur stünden. Es sei offensichtlich nicht einfach, die basisdemokratische Entscheidung, die über die Ortsgruppen getroffen wurde, zu respektieren. Vertrauen innerhalb der Partei sei bei einem Start in den Wahlkampf besonders wichtig. Sie habe sich nicht deshalb für eine Kandidatur entschieden, „um etwas zu werden, sondern um etwas für den Vinschgau zu bewegen und die Anliegen der Leute zu vertreten.“ Auch mehrere Vertreter der Ortsgruppen und Frauenvertreterinnen zeigten sich überzeugt davon, dass es für den Vinschgau unumgänglich sei, dass alle Funktionäre zusammenhalten und geeint hinter Entscheidungen stehen.

Rückzug vom Rückzug

Im Anschluss an den weiteren Verlauf der Diskussion wurde Elfi Kirmaier von Achammer und Plangger und von Ortsfunktionären eindringlich gebeten, ihre Kandidatur aufrecht zu halten. Auch zu einer spontanen Abstimmung ist es gekommen und Kirmaier erklärte sich bereit, den Rückzug zu überdenken und weiterhin zur Verfügung zu stehen. Sie komme als Quereinsteigerin über die Basis und wünsche sich, dass die positive Stimmung der Vorwahlen nicht versandet und mit in den Wahlkampf genommen wird. Die Ortsfunktionäre sprachen sich deutlich dafür aus, den Wahlkampf „geschlossen und mit aller Kraft“ anzutreten und einigten sich darauf, die drei Kandidaten zu tragen. Achammer sicherte zu, den SVP-Bezirk wahlstrategisch besonders zu unterstützen. Nicht zu Wort gemeldet haben sich bei der Sitzung Dieter Pinggera und Sepp Noggler. Letzterer gehört zu den 4 bäuerlichen Kandidaten. Nachdem die Kandidatur über die Medien bekannt geworden war, hatte Pinggera am 13. Juni der SVP-Bezirksleitung mitgeteilt, vom Parteiobmann und Landeshauptmann als Vinschger Kandidat für die SVP-Landesliste vorgeschlagen worden zu sein. Nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen habe er sich entschieden, sich der Herausforderung zu stellen. Wie bisher als Ortsobmann von Schlanders, Bürgermeister von Schlanders und Vize-Präsident der Bezirksgemeinschaft wolle er sich in Zukunft im Landtag für den Vinschgau, die Stärkung der Peripherie, die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes, für das Krankenhaus, die anderen öffentlichen Dienstleistungen im Vinschgau und nicht zuletzt für die Anliegen der Menschen im Vinschgau einsetzen.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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