Gruppenbild mit den Gemeindeverwaltern.

Verdiente Personen geehrt

Publiziert in 24 / 2014 - Erschienen am 2. Juli 2014
Würdige Feier für sechs frisch gebackene Ehrenmedaillen-Träger Schlanders - Sechs verdienten Persönlichkeiten wurde am 26. Juni im Rathaus im Rahmen eines schlichten und würdigen Fest­aktes die Ehrenmedaille der Marktgemeinde Schlanders verliehen. Die Ehrenmedaille ist nach der Ehrenbürgerschaft die zweithöchste Auszeichnung der Gemeinde. Wie Bürgermeister Dieter Pinggera vor den Geehrten, deren Angehörigen, Freunden und Wegbegleitern sowie im Beisein aller Ausschussmitglieder und vieler Räte einleitend ausführte, haben sich alle sechs Geehrten jahrzehntelang für das Gemeinwohl eingesetzt, nachhaltig für die Gemeinschaft gewirkt und sich in verschiedenen Bereichen hohe Verdienste erworben. In den ausführlichen, in alphabe­tischer Reihenfolge vorgetragenen Laudationen zeichnete ­Pinggera die zum Teil recht bewegten Lebensläufe der Geehrten nach, erinnerte an schwierige Zeiten in der Nachkriegszeit und ging neben der beruflichen Tätigkeit vor allem auf den ehrenamtlichen Einsatz der neuen Ehrenmedaillen-Träger ein. Er erwähnte auch Auszeichnungen und Ehrungen, die Herbert Fritz, Johann Graber, Konrad Lechthaler, Margareth Perkmann Horrer, Hubert Piccolruaz und Karl Schuster bereits bisher erhalten hatten. Einen besonderen Dank zollten Pinggera sowie auch die Geehrten selbst ihren ­Familienangehörigen. Herbert Fritz, geboren am 24. Juni 1933 in Mals, wollte schon immer Schriftsetzer werden. 1960 fand er bei der Firma ­„Pötzelberger“ in Meran eine Lehrstelle. 1960 machte er sich in Schlanders selbstständig. Wenig später brachte er in Eigenregie die erste Vinschger Zeitung ­heraus, die „Etschquelle“. 15 Jahre lang war Herbert Fritz Assessor für Wirtschaft und Sport. Eine besondere Herausforderung war der Bau des Kulturhauses. Die Liste von Vereinen und Verbänden, in denen Fritz zum Teil über mehrere Jahrzehnte tätig war, ist lang: MGV, lvh-Bezirksobmann, Präsident des Sportclubs, lvh-Landesobmann, Präsident des SWR. Als lvh-Landesobmann war es ihm ein besonderes Anliegen, dem Handwerk in Politik und Gesellschaft jenen Wert zu vermitteln, der ihm auf Grund seiner Wirtschaftsleistung für das Land gebührt. Dabei galt es die Ausbildung der Jugend zu fördern, und zwar durch Schaffung der notwendigen Infrastrukturen, speziell der Berufsschulen. Johann Graber, geboren am 28. August 1930 in Kiens, wurde am 1. März 1955 in Schlanders als Rücksiedler und Bürger aufgenommen. Er baute eine Firma auf, die seit 59 Jahren in Schlanders besteht. Hans Graber war einige Jahrzehnte lang politisch tätig: 28 Jahre im SVP-Ortsausschuss, lange Zeit Assessor für Wirtschaft, Personal und Schwimmbad und ab 1990 für 3 Perioden Gemeinderat für die „Union für Südtirol“. Große Anerkennung verdient seine ehrenamtliche Tätigkeit in Vereinen und Verbänden, etwa im lvh, bei den Kaufleuten und im Tourismus- und Verschönerungsverein. Seit 1958 ist er Blutspender (Mitgliedsnummer 2). Seine besondere Liebe galt und gilt noch immer dem Schützenwesen. Er war 1959 Mitbegründer der Schützenkompanie der Großgemeinde Schlanders-Kortsch-­Göflan-Vetzan. Außerdem war er lange Zeit Hauptmann der Kompanie Schlanders, Bezirksmajor und Landeskommandant-Stellvertreter. Konrad Lechthaler, geboren am 11. Juli 1951 am Gungghof in Kortsch, besuchte die Obst- und Weinbauschule Laimburg. Zumal sein Vater Bürgermeister und somit oft außer Haus war, musste er den Gungghof schon in jungen Jahren eigenständig führen. Er stellte ihn von Viehhaltung auf Obstbau um. Seit fast 30 Jahren stellt er seinen Betrieb und sein Wissen den Schülern der Fachschule „Fürstenburg“ für den praktischen Unterricht zur Verfügung. Mit dem Theater kam Konrad schon in der Schulzeit in Kontakt. Er wagte sich an ­Regiearbeiten und bildete sich stetig weiter. Mit seinen Inszenierungen machte er die Theatergruppe Kortsch zu einer der bekanntesten Bühnen des Landes. Den Bau des Kulturhauses in Schlanders erkannte er als große Chance und brachte sich mit Ideen ein. Lechthaler war u.a. Mitglied des Kulturhaus-Verwaltungsrates und ist seit kurzem neues Mitglied des Verwaltungsrates des Bürgerheimes. Bleibende Spuren hinterließ er auch als Obmann des Ortsbauernrates Kortsch und Vorsitzender des Meliorierungskonsortiums Kortsch. Margareth Perkmann Horrer, geboren am 10. November 1939 in Martell, besuchte 1957 und 1958 die Haushaltungsschule und erst mit 32 Jahren die Abendmittelschule. Sie erhielt eine Anstellung als Stockmädchen in der Chirurgie im Krankenhaus Schlanders. Neben der Erziehung der eigenen Kinder betreute sie auch Kinder von berufstätigen Eltern. Besonders am Herzen lag und liegt ihr das Wohl der Seniorinnen und Senioren. Das Wohlergehen anderer stellte sie oft vor ihre eigenen Interessen. Margareth Horrer hat sich in vielerlei Hinsicht auf Gemeinde- und Bezirksebene verdient gemacht und war in vielen Vereinen und Verbänden ehrenamtlich tätig: 40 Jahre Mitglied des KVW-Ortsausschusses, für zwei Amtsperioden Mitglied des KVW-Bezirksausschusses. 1985 wurde der KVW-Seniorenclub offiziell gegründet. 12 Jahre lang war Margareth stellvertretende Vorsitzende und 15 Jahre Vorsitzende dieses Clubs. Auch die Zusammenarbeit mit anderen sozialen Einrichtungen in Schlanders ist ihr seit jeher ein Anliegen. Hubert Piccolruaz, geboren am 30. Dezember 1938 in ­St. ­Ulrich in Gröden, lernte Bildhauer bei seinem Vater und seinem Bruder und holte die Abendmittelschule nach. Als 1966 die Schnitzmaschine Einzug hielt, musste sich Hubert eine andere Arbeitsstelle suchen. Durch die Bekanntschaft mit Josef Wilhalm, dem damaligen Sekretär der Grundschule, kam er 1968 nach Schlanders. Er wurde Werklehrer. Gleichzeitig besuchte er das Kunstlyzeum in Bozen. Er unterrichtete viele Jahre an der Mittelschule Schlanders. Hubert ist Künstler und Handwerker mit begnadeten Händen. Als Aquarellmaler und Holzbildhauer, Tonkünstler und Ikonenmaler hat er sich einen Namen gemacht. Hubert Piccolruaz hat besonders das religiöse Leben in Schlanders wesentlich mitgeprägt. Er wirkte 33 Jahre lang im Pfarrgemeinderat, davon 28 Jahre als Präsident. Diese Aufgabe erfüllt er noch heute. 45 Jahre lang sang er im Kirchenchor Kortsch und ebenso lang spielte er Geige im Kirchenchor Schlanders. 30 Jahre sang er sogar in beiden Chören. Heute noch wirkt er als Kantor und Violinist bei vielen Gottesdiensten mit. Karl Schuster, geboren am 3. November 1945 in Schlanders, wuchs am Mareinhof und später am Feldhof in Vetzan auf. Vor dem Antritt des Militärdienstes arbeitete er im Büro der GEOS, nach dem Militär bei Auto ­„Barchetti“ in Bozen und dann 30 Jahre lang als Beamter in der Gemeinde Martell. Karl setzte sich viele Jahrzehnte lang für den Sport ein. Ab 1972/73 war er Fußball-­Sektionsleiter und Ausschussmitglied des Sportclubs Schlanders, für einige Saisonen auch Trainer von Jugendmannschaften. 1976 war er besonders stolz auf die B-Jugend, die überlegener Meister im Kreis Vinschgau wurde. 1985 wurde Schuster zum Präsidenten gewählt. Er leitete den Sportclub 12 Jahre lang. Sein Hauptaugenmerk galt der Förderung der Jugend in allen Sektionen. Das erfolgreichste Fußballjahr war die Saison 1986/87: alle 4 Jugendmannschaften gewannen in ihrer Kategorie die Meisterschaft. Im Volleyball wurden ebenso große Erfolge erzielt, wie im Schwimmen und Yoseikan Budo. Seit 1979 bis heute ist Schuster Bezirks­leiters des Referats Fußball im VSS. Unter seiner Leitung fanden seit 2008 bis jetzt mehre Fußball-­Mini-Meisterschaften (EM und WM) statt. Schuster hat ehrenamtlich viel Zeit und Mühen in die Aufbauarbeit des Sports investiert. Sepp/red
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.