Das Team Holz in der IDM (v.l.) Michael Stauder, Felix Thaler und Lorenzo Panizzon.
Die Installation war rund ein Monat lang in Naturns zu sehen.

Vom Baum zum Produkt

Installation und Vorträge in Naturns als Plädoyer für den Holzbau.

Publiziert in 15 / 2026 - Erschienen am 25. August 2026

Naturns - Holz gewinnt als nachhaltiger Baustoff zunehmend an Bedeutung – immer mehr Holz wird verwendet. Da dies richtig und wichtig sei, ist Sensibilisierung das Um und Auf, erklärte Michael Stauder. Er ist in der IDM für den Sektor Holz verantwortlich. „Holz macht immer Sinn einzusetzen“, so Stauder. Um auf die Bedeutung dieses Rohstoffes hinzuweisen, gibt es die Zirbenholz-Installation „Vom Baum zum Produkt“, die in verschiedenen Orten Südtirols eine Zeit lang zu sehen ist und bis Anfang August rund ein Monat lang am Rathausplatz in Naturns stand. Verantwortlich für das Projekt ist ProRamus. Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaftsinitiative der Forst- und Holzwirtschaft in Südtirol, die sich für die lokale Wertschöpfung, den nachhaltigen Einsatz von Holz und die Stärkung des Sektors starkmacht. Teil von ProRamus sind das Land, der SBB, der lvh, der Unternehmerverband, der Südtiroler Energieverband (SEV) und die IDM. Die Idee zu einer solchen Installation sei von der IDM ausgegangen, „und alle waren begeistert“, so Stauder. Durch die Installation will ProRamus „das Bewusstsein der Bürger für Holz als natürlichen, nachhaltigen, regionalen und nachwachsenden Rohstoff stärken.“ Symbolisch für diese Aspekte stand in Naturns eine für Alpenregionen typische Zirbe mit zahlreichen positiven Eigenschaften, die mit modernen, hochpräzisen Frästechniken bearbeitet wurde. Die Initiative will darauf aufmerksam machen, dass jede und jeder einzelne einen klimarelevanten Beitrag durch den Einsatz von Holz leisten kann. 

Der Wald als Schutz

Am Baum sind verschiedene Infotafeln mit QR-Codes zu weiterführenden Links angebracht. Informationen gibt es etwa über die Nutzfunktionen des Holzes für das Klima, den Stellenwert des Schutzwaldes, wie Holz optimal genutzt werde, über Holz im Bau und Innenraum und wie Holz das Wohlbefinden steigern und sich positiv auf die Gesundheit auswirken könne. So ist zu erfahren, dass eine nachhaltige Waldbewirtschaftung Wälder stabil und widerstandsfähig macht. Zugleich speichert Holz CO2 und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Auch auf den Stellenwert des Schutzwaldes wird hingewiesen: Ein großer Teil der Südtiroler Wälder erfülle nämlich eine Schutzfunktion, 58 Prozent gelten als Standortschutzwälder, sprich Wälder, die vor allem ihren eigenen Standort schützen, den Boden stabilisieren, Erosionen, Rutschungen sowie Lawinen verhindern. Bei 24 Prozent handelt es sich um Objektschutzwälder, die Menschen, Siedlungen, Verkehrswege und Infrastrukturen vor Naturgefahren wie Steinschlag, Lawinen und Muren schützen. 

Holzbau im Fokus

Im Rahmen der Initiative fand im Naturnser Rathaus Ende Juli auch ein Vortragsabend statt zum Thema „Holzbau im Fokus: Chancen, Förderungen und Planung für die Zukunft“. Nach einleitenden Worten von Bürgermeister Zeno Christanell, Michael Stauder und Margit Gamper (Direktorin Business Development bei IDM Südtirol) standen verschiedene Fachreferate auf dem Programm. Angelika Aichner von der Abteilung Forstdienst des Landes informierte über den Holzbaufonds. Holzius-Firmengründer Herbert Niederfriniger sprach über die Vorteile des Vollholzbaus und darüber, welch wichtigen Beitrag ein lokal gedachter Holzbau zur Kreislaufwirtschaft leisten kann. Auch der Glurnser Architekt Jürgen Wallnöfer plädierte für den Holzbau. Bei Holz handle es sich um einen „Baustoff vor unserer Haustür“, den es zu nutzen gelte. Georg Pircher vom Forstinspektorat Meran sprach darüber, was zu tun sei, um einen klimafitten Zukunftswald zu erhalten. Wie die ProRamus-Verantwortlichen erklärten, sei angedacht, auch im nächsten Jahr mit der Installation in den Vinschgau zu kommen, eventuell nach Schlanders; ein Ziel könnte aber auch der obere Vinschgau sein.

Michael Andres
Michael Andres

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