Waldtag der Eigenverwaltung Staben

Publiziert in 11 / 2026 - Erschienen am 10. Juni 2026

Staben - Bei bestem Wetter lud die Eigenverwaltung Staben die Bevölkerung von Staben kürzlich zu einem abwechslungsreichen Waldtag ein. Ziel war es, den Bürgerinnen und Bürgern die Aufgaben und die Bedeutung der Eigenverwaltung näherzubringen, den gemeinschaftlichen Besitz sichtbar zu machen und das Bewusstsein für die wertvolle Rolle von Wald und Natur zu stärken. Mit einem Shuttle-Service wurden die Teilnehmenden nach „Ladstatt“ gebracht. Von dort aus führte eine etwa 45-minütige Wanderung in Richtung „Gadnertschött“, wo verschiedene Stationen und Vorführungen auf die Besucher warteten. Im Mittelpunkt stand der Wald als wertvoller Lebensraum. Simon Kuenz und Hannes Mayr von der Forststation Naturns erklärten die vielfältigen Funktionen des Waldes sowie die Entwicklung der Forstwirtschaft von früher bis heute. Ein besonderes Thema war die nachhaltige Waldbewirtschaftung und die Bedeutung einer regelmäßigen Waldpflege. Die Förster erläuterten, warum Durchforstungsmaßnahmen notwendig sind, um gesunde und stabile Waldbestände zu fördern und den Wald widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Naturereignisse zu machen. Anschaulich erklärt wurde auch die Problematik des Borkenkäfers. Die Besucher konnten Borkenkäfer sowie von ihnen befallenes Holz aus nächster Nähe betrachten. Sie erfuhren, wie sich der Schädling vermehrt, welche Schäden er verursacht und welche Maßnahmen zur Eindämmung erforderlich sind.
Anschaulich und mit viel Fachwissen vermittelte der Jagdaufseher Daniel Kofler die Bedeutung der Jagd für Natur und Wildbestand. Spannende Einblicke gab er außerdem in die Geschichte des Steinbocks in den Alpen. Ein besonderes Augenmerk legte er auf dessen erfolgreiche Wiederansiedlung.  Ein weiterer Schwerpunkt waren die aktuellen Herausforderungen durch die Ausbreitung von Wolf, Bär und Goldschakal. Wie moderne Wildkameras bei der Beobachtung und Dokumentation der heimischen Tierwelt eingesetzt werden, zeigte Daniel anhand praktischer Beispiele auf. Die Vorführungen zur Kitzrettung mit Drohne und Wärmebildkamera stießen dabei auf besonderes Interesse. Ein weiterer Höhepunkt war die Station von Waldarbeiter Heinz Weger aus dem Sarntal. Er stellte altes Handwerk rund um die Waldarbeit vor. Gemeinsam mit den Besuchern wurde eine Lärchenpechsalbe (im Volksmund „Lörget“) hergestellt. Lärchenpech war früher als bewährtes Haus- und Heilmittel geschätzt.

Starke Mithilfe von Vereinen

Für die Organisation des Waldtages zeichnete die Jungschar Staben verantwortlich. Wolfgang informierte über die viele Produkte, die aus Holz hergestellt werden. Die Jungschar leistete ebenfalls einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen des Waldtages. Für Eigenverwaltungen wird es aufgrund steigender bürokratischer Anforderungen und eines zunehmenden Verwaltungsaufwandes immer schwieriger, Veranstaltungen und Initiativen für die Bevölkerung umzusetzen. Umso wertvoller ist die Unterstützung seitens von Vereinen und ehrenamtlich engagierten Personen, die solche gemeinschaftsfördernden Projekte ermöglichen. Der Seniorenverein verwöhnte die Besucher mit Krapfen, während die Freiwillige Feuerwehr für Gegrilltes sorgte. Gleichzeitig informierten die Feuerwehrmitglieder über Brandschutz- und Erste-Hilfe-Maßnahmen. Auch Musik fehlte nicht. Mit dem Waldtag ist es der Fraktion Staben gelungen, die Bedeutung der Eigenverwaltungen als Hüter gemeinschaftlichen Eigentums auf anschauliche Weise zu vermitteln. Gleichzeitig wurde aufgezeigt, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit Wald und Natur sowie der Erhalt dieses gemeinsamen Erbes für kommende Generationen sind. Ein Dankeschön gilt allen Referenten, Vereinen, Helferinnen und Helfern sowie allen Teilnehmenden.

Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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