Was wird aus dem Rathaus-Parkplatz?
Initiativgruppe „Unser Dorfplatz“ für Transparenz und Einbeziehung der Bevölkerung. Christanell: „Mitbestimmung und Mitentscheidung ohne Zeitdruck“.
Naturns - Die Neugestaltung des Rathaus-Parkplatzes in Naturns ist eines der Themen, mit denen sich die Arbeitsgruppe „Erreichbarkeit“ befasst. In einem Positionspapier zur „Platzverwendung“ wartet die neue Initiativgruppe „Unser Dorfplatz“ mit einer Reihe von Vorschlägen auf. Die Neugestaltung werde begrüßt, ein unmittelbarer Handlungsbedarf bestehe allerdings nicht. Die Initiativgruppe erwartet sich „ein gut durchdachtes und auf die Prämissen der Zukunft ausgerichtetes Projekt.“ Die Neugestaltung des Parkplatzes biete die einmalige Gelegenheit, „dem ehemaligen Straßendorf Naturns den wichtigen Mittelpunkt zu geben.“ Um dieses und weitere Ziele zu erreichen, werden Vorschläge bzw. Anregungen unterbreitet: der Platz darf nicht weiteren Verkehr anziehen; für Fußgänger und Radfahrer müssen geeignete Strukturen geschaffen werden; eine Tiefgarage im Zentrum ist nicht mehr zeitgemäß; eine Randverbauung ist möglich; eine Umgestaltung soll primär die Verbesserung der Aufenthaltsqualität für die Menschen zum Ziel haben; Erarbeitung eines Gestaltungskonzepts mit Bürgerbeteiligung.
„Zusätzlichen Verkehr vermeiden“
Zusammenfassend wird festgestellt: „Eine Tiefgarage im Zentrum bekämpft zwar das Symptom (Blechlawinen auf der Straße), verstärkt aber oft die Ursache (zu viel Autoverkehr im Kern). Moderne Orte investieren das Geld lieber in die Erreichbarkeit durch andere Verkehrsmittel oder in die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums.“ Die Initiativgruppe „Unser Dorfplatz“ wünscht sich eine „transparente und regelmäßige Information zu den Entwicklungen rund um die Gestaltung des Parkplatzes“ und eine möglichst breite Einbeziehung der Bevölkerung. Bemängelt wird, dass die Bildung der Arbeitsgruppe „Erreichbarkeit“ nicht klar genug kommuniziert worden sei. Laut der Initiativgruppe habe die Bürgerbeteiligung in Naturns schon besser funktioniert.
„Nehmen Partizipationsprozesse sehr ernst“
In Beantwortung einer Anfrage mit vielen Fragen zum Thema Rathaus-Parkplatz („Werden an der Neugestaltung private Investoren beteiligt sein?“ „Ist die Vergabe von Stellplätzen an Private vorgesehen?“ und weitere mehr) hat Bürgermeister Zeno Christanell der Initiativgruppe unlängst mitgeteilt, dass er die Fragen an die zuständige „Bürger/innen-Arbeitsgruppe Erreichbarkeit - Gestaltung Rathaus-Parkplatz“ weitergeleitet und diese sich in ihrer jüngsten Sitzung damit beschäftigt habe. Diese Vorgangweise stütze sich auf die Gemeindesatzung, die das Recht der Bürger/innen auf Information und Transparenz vonseiten der Organe und der Verwaltung vorsehe. Information und Transparenz hätten in der Naturns einen hohen Stellenwert. Der Prozess der Erarbeitung eines Vorschlages zur Parkplatz-Gestaltung für den Gemeinderat sei noch nicht abgeschlossen. „Wenn man Bürger/innen-Beteiligung ernst nimmt, kann und darf also zum derzeitigen Zeitpunkt von den Gemeindeorganen nur bedingt Auskunft zu den gestellten Fragen gegeben werden“, so Christanell weiter. Die Gemeindeverwaltung nehme Partizipationsprozesse sehr ernst und wolle der noch laufenden Meinungsbildung entsprechend nicht vorgreifen. Daher könnten bestimmte Fragen derzeit nicht beantwortet werden. Die Gemeindeverwaltung lege größten Wert auf eine korrekte und gewissenhafte Vorgangsweise. „Formen der Mitbestimmung und Mitentscheidung sollten ohne Zeitdruck erfolgen. In diesem Sinne ersuche ich um Verständnis und auch Geduld, damit die Bürger/innen-Arbeitsgruppe ihre Arbeit in Ruhe fortführen kann“, schließt der Bürgermeister.