Elena Artioli
Ulli Mair
Dieter Steger
Wendelin Weingartner
Elmar Thaler
Benjamin Pixner

Wohin geht unser Land?

Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft Südtirol“

Publiziert in 38 / 2017 - Erschienen am 7. November 2017

Prad - Eine interessante Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft Südtirol – Wohin geht unser Land?“ findet am Freitag, 17. November, um 20 Uhr im Nationalparkhaus „aquaprad“ in Prad statt. Der Schützenkompanie Prad, die den Abend in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Schützenbund organisiert, ist es gelungen, prominente Diskussionsteilnehmer zu gewinnen. Erwartet werden Wendelin Weingartner, der ehemalige Landeshauptmann von Tirol, der Vorsitzende der SVP-Landtagsfraktion, Dieter Steger, die Landtagsabgeordneten Ulli Mair (Freiheitliche) und Elena Artioli (Team Autonomie), der Landeskommandant des Schützenbundes, Elmar Thaler, sowie Benjamin Pixner in Vertretung der Süd-Tiroler Freiheit. Die Moderation übernimmt Eberhard Daum. Für Weingartner „wird auch für die Zukunft entscheidend sein, dass sich Südtirol als eigenständige Region behauptet. Damit hält sich Südtirol die Option offen, wenn sich einmal ein historisches Fenster auftun sollte, selbst entscheiden zu können, in welchem Staat und in welcher Form der Eigenständigkeit seine Bewohner leben wollen.“ Laut Steger geht es darum, „Autonomierechte und Selbstverwaltung weiter zu stärken. Um den Wohlstand und den sozialen Frieden zu sichern und auszubauen, müssen wir global vernetzt und offen für Neues sein.“ Es brauche ein stabiles politisches Umfeld, „das nicht auf Nationalismus aufbaut, sondern europäisch ausgerichtet und dem Subsidiaritätsprinzip verpflichtet ist.“ Artioli weist darauf hin, dass sich Südtirol enorm entwickelt hat: „Aus einem relativ armen Gebiet ist heute eine Vorzeigeregion jenes Landes geworden, dem die Mehrheit der Bevölkerung lange nicht angehören wollte.“ Italien habe mit „Zugeständnissen für unsere Autonomie seinen Beitrag dafür geleistet, dass ich heute sagen kann: Das katalanische Referendum ist keine Option für Südtirol.“ Laut Mair wird Europa überrannt: „Von vermeintlichen EU-Eliten, die zwar von Demokratie und Mitbestimmung faseln, das Volk allerdings bei jeder Gelegenheit hintergehen. Von Regierungschefs wie in Spanien, die die Interessen des spanischen Nationalstaates über ein Europa der Völker stellen. Von Horden illegaler Einwanderer, die in unser Sozialsystem drängen.“ Die Frage sei, „ob wir in einer gleichgeschalteten, überfremdeten und abgehobenen EU aufgehen und von Europas Blickwinkel aus als normale italienische Provinz enden oder ob wir auf Südtiroler Werte und Unabhängigkeit bestehen wollen.“ „Wer die Zukunft nicht selbst mitgestaltet, dem wird sie gestaltet. Von anderen“, sagt Thaler. Wenn die Menschen in Südtirol imstande sind, „sich über Parteigrenzen hinweg als Österreichische Minderheit zu definieren, die aufgrund ihrer zeitweiligen Zugehörigkeit zu Italien die Vorteile einer Autonomie genießen dürfen, wäre ein erster wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Zukunft getan.“ Das Bewusstsein für die Ursachen und Grundlagen unserer Autonomie scheinen zu schwinden. Der Wohlstand und die Gewohnheit machen sich breit. Andererseits sei die Jugend sehr sensibel für unsere Eigenheiten und Werte. Es gelte, von wackeligen Autonomien Abschied zu nehmen „und Südtirol in einen sicheren Hafen zu lotsen.“ Pixner bedauert, „dass es bis heute immer in den Händen der regierenden Partei lag, wo sich unser Land hinbewegen wird.“ Die Autonomie, „egal wie man sie auch umbenennen mag, wird immer eine Zwischen- und keine endgültige Lösung sein.“ Es sei an der Zeit, „dass Süd-Tirols Bürgerinnen und Bürger das gute Recht erhalten, selbst und demokratisch über ihre Zukunft zu entscheiden.“ Es brauche ein Europa der Regionen und nicht der Nationalstaaten.“

Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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