Zum Fahrrad allgemein und zum Thema Asphalt

Publiziert in 10 / 2022 - Erschienen am 24. Mai 2022

Naturns - Zwischen 2.000 und 3.000 Kilometer legt Walter Pöder aus Naturns jährlich mit dem Fahrrad zurück. „Bislang immer unfall- und sturzfrei“, wie der passionierte Radfahrer festhält. Ausgehend vom Wissen und der Erfahrung rund um das Radfahren hat uns Walter Pöder eine Stellungnahme zukommen lassen, in der er sich einerseits mit dem Thema Fahrrad allgemein befasst und außerdem auf die Diskussion „Asphaltierung des Radweges Laas-Göflan: ja oder nein?“ eingeht. „Die edelste, gesündeste, schönste, umweltfreundlichste und nachhaltigste Mobilität ist und bleibt die Fortbewegung mit eigener Muskelkraft“, schickt der Naturnser voraus. Die Fehlentwicklung grenzenloser Massenmobilität und deren Probleme werde auch der Fortschritt mit neuen Antriebstechniken nicht lösen können. Was es brauche, „ist ein radikales Umdenken und Verhalten mit unvermeidbarem Verzicht.“ Fahrradfahren sei gesund, lärm- und emissionsfrei: „Es ist zwar kein Ersatz, aber ein Teil der Mobilität und hat einen beachtlichen Stellenwert erlangt.“ Dänemark wie auch Holland seien diesbezüglich große Vorbilder. In den vergangenen Jahren wurden in der EU viele neue und zum Großteil sehr schöne Radwege geschaffen. Der ca. 70 km lange Radweg durch den Vinschgau zähle mit zu den schönsten. Er ist Teil des sehr beliebten und vielbefahrenen Fernradweges „Via Claudia Augusta“. Tausende Radreisende mit den Zielen Südtirol, Gardasee, Venedig usw. nutzen diese Route für die schönste Art des Reisens. „Die Möglichkeiten, was Fahrräder inzwischen zu bieten imstande sind, ist nicht allein Sport oder der sonntägliche Familienausflug, die beachtliche Zahl an Radreiseunternehmen, dazu ein unvorstellbar vielseitig praktisches Sortiment an Ausrüstung im Handel, sind der Beweis“, so Pöder. Die Kehrseite dieser an sich schönen Freizeitgestaltung sei die meist damit verbundene motorisierte An- und Rückreise. Empfehlenswerte Alternative wäre eine noch zu verbessernde Eisenbahn mit kundenfreundlichem Fahrradtransport. Als Vielradfahrer sei er kein Befürworter dafür, „dass das gesamte Radwegenetz asphaltiert sein muss. Auch den Rad-Extremsport auf Bergwanderwegen sehe ich keineswegs positiv.“ Müsse der Adrenalinkick über dem Wert des Lebens und der Natur stehen? „Wunschdenken wäre zwischen Laas und Göflan ein Naturweg für Wanderer und Radfahrer, basierend auf gegenseitige Rücksichtnahme. Die Fakten jedoch, mit über 250.000 Radnutzern (2021, Zählstelle Tschars) gebieten eine andere Sichtweise ob für oder gegen Asphalt.“ Wo dieser Belag, primär für die Sicherheit, sinnvoll und besser ist, „darüber sollen Fachleute entscheiden. Beim Radweg Laas-Göflan, dessen Zustand und Gefahren er sehr genau kenne, könne er auch als überzeugter Umweltschützer keinesfalls dem „gegen Asphalt“ zustimmen. „Unabhängig von der Wegbeschaffenheit, vor allem im Vinschgau, bin ich viel unterwegs und leider gibt es zu viel unschönes Verhalten auf Radwegen, zum Beispiel der überaus leichtsinnige Missbrauch des Mobiltelefons. Auch beim Radfahren ist das verantwortungslos und verboten“, schließt Pöder.

Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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