Wie doch die Zeit verrinnt

Publiziert in 45 / 2017 - Erschienen am 19. Dezember 2017

Was? Schon wieder ein Jahr vorbei? Kaum hat man sich daran gewöhnt, 2017 zu schreiben, steht schon 2018 vor der Tür. Erinnern Sie sich noch an die Jahrtausendwende? Im Vorfeld des Jahreswechsels 1999/2000 wurden allerhand Katastrophenszenarien vorhergesagt. Geschehen ist in diesem Sinne nichts. Für viele von uns verging auch das alte Jahr wie im Flug. Für andere dauerten wenige Stunden oder gar Minuten des Jahres eine halbe Ewigkeit. Es kommt eben darauf an, wie man Zeit erlebt, wie man Zeit fühlt. Die Uhren zeigen uns an, wie spät oder wie früh es ist. Eine Sekunde ist ein Sekunde, eine Stunde eine Stunde. Die Uhr tickt. Unerbittlich und Gott sei Dank. Fast alles lässt sich in der physikalischen Größenart der Zeit messen. Jedes Jahr hat einen Anfang und ein Ende, jeder Krieg, jedes Leiden, alle Geburtswehen, jeder Todesschmerz, jede Freude, jedes Leben. „Stell dir vor, es gibt den Himmel nicht“, singt John Lennon in seinem Song „Imagine“. Auch wenn wir nur selten zu ihm aufschauen, ist der Himmel immer da. Wir wissen, dass er da ist. Ähnlich ist es mit der Zeit. Oft zerrinnt sie uns zwischen den Fingern wie feiner Sand am Meer. Und plötzlich ist sie weg, vorbei, für immer. Oft verschieben wir Dinge, die uns nicht so gefallen, in die Zukunft. Die Wahrscheinlichkeit, für diese Dinge irgendwann Zeit zu finden, ist höchst gering. In diesem Sinn wünsche ich uns im neuen Jahr nebst Gesundheit und Zufriedenheit vor allem Zeit. Zeit für uns selbst und Zeit für die anderen.

redaktion@dervinschger.it

Josef Laner
Josef Laner

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