Besonders beeindruckt war das Publikum vom Trailer zu den Drohnen-Aufnahmen, die Eberhard Reinstadler von den Sicherungsarbeiten an und in der Baracke auf der Königsspitze gemacht hat.
Auch einige Funde von der Hohen Schneid wurden im Rahmen der Filmvorführung gezeigt, wie etwa dieses Kanonen-Schutzschild, das als Schutz vor Gewehrschüssen diente.
Melanie Platzer
Gerald Holzer

Angriff im Eistunnel

Filmvorführung des „Ortler Sammlerverein Erster Weltkrieg“

Publiziert in 43 / 2019 - Erschienen am 10. Dezember 2019

Prad - Im Zuge der Prader Bildungstage wurde am 28. November wieder ein selbst produzierter Dokumentarfilm des „Ortler Sammlerverein Erster Weltkrieg“ im Musikraum der Grundschule Prad vorgeführt. Ein Dank dafür gebührt dem Bildungsausschuss und der Bibliothek Prad. Gezeigt wurde vor rund 130 Besuchern ein Film zur Hohen Schneid mit der Besonderheit des Eistunnelangriffs, gefilmt und geschnitten von Eberhard Reinstadler. Der Film besteht aus beeindruckenden historischen Aufnahmen und einzigartigen Bildquellen sowie aktuellem Videomaterial, das vor allem die jetzigen Überreste an der Front zeigt. Als Besonderheit erhielt in diesem Film der damalige Rayonskommandant, der seine Erinnerungen nach dem Krieg in einem Buch festhielt, eine Stimme. Sätze aus dem Buch wurden vom Oberstufenlehrer Christof Anstein nachgesprochen und erklärend in den Film eingebaut. Ergänzend dazu erzählte der Vereinsvizepräsident Gerald Holzer vom Entstehen und der Arbeit des Vereins und Melanie Platzer las aus den Situationsmeldungen von Leutnant Liendl, der an der Hohen Schneid das Kommando innehatte, vor. Dieser Situationsbericht stammt aus dem Besitz von Franz Angerer. Abschließend zeigte Eberhard Reinstadler das geschnittene Material von den Sicherungsarbeiten an und in der Baracke auf der Königsspitze. 

Die Ziele des Sammlervereins

Der Sammlerverein widmet sich der Suche, Aufbewahrung und Konservierung von Überresten aus dem Ersten Weltkrieg an der Ortlerfront: am Stilfserjoch, der Hohen Schneid, an Ortler, Königsspitze und Cevedale. Das auf verschiedenen Hochgebirgstouren gefilmte Material wird alljährlich zu einem neuen Film mit verschiedenen Themenschwerpunkten aufgearbeitet. Gelegentlich wird auch eine Ausstellung organisiert, allerdings fehlt der dauerhafte Ausstellungsraum dafür. Der Eistunnelangriff auf der Hohen Schneid stellt eine Besonderheit im Kampf um die Ortlerfront dar. Monatelang gruben sich die Soldaten durch den Gletscher, um am Ende kurz unterhalb des Gipfels auszubrechen, den Gegner zu überraschen und auf Leben und Tod zu kämpfen. Interessant ist dabei das originale Kartenmaterial mit dem Stand von 1918, das als Fragment vorlag und von Eberhard Reinstadler zusammengefügt und damit für die Öffentlichkeit brauchbar gemacht wurde. Auch für das nächste Jahr wird wieder ein spannender Abschnitt der Ortlerfront verfilmt.

Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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