„Die tote Mutter“, um 1969, im Saal der Erinnerungen an Karl Plattners Familie
Malser Besucher vor Plattners „Karneval in Mals“ aus der Zeit zwischen 1976 und 1979
Anna Silvia Plattner aus der Toscana und Ausstellungskurator Alessandro Casciaro aus Bozen

„Der Vinschgau war Humus für ihn“

In Kastelbell erinnerte sich nicht nur der Vinschgau an den großen Künstler Karl Plattner.

Publiziert in 17 / 2019 - Erschienen am 7. Mai 2019

Kastelbell - Es ist kein Geheimnis geblieben für das Kuratorium Schloss Kastelbell: Karl Plattner wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Der am 13. Februar 1919 in Mals geborene und 1986 in Mailand verstorbene Plattner gehört zu den bedeutendsten Südtiroler Künstlern des 20. Jahrhunderts. Dass man auch in seinem Heimattal auf ihn aufmerksam geworden ist, gehört zu den Verdiensten des Kuratoriums. Im Jahr 2000 wurde dem international bekannten Künstler im Schloss eine umfangreiche Retrospektive mit Katalog gewidmet. Es wurde eine großartige Würdigung des Gesamtwerks unter dem Titel „Karl Plattner in Kastelbell“. Mit der diesjährigen Frühlingsausstellung will man sich wieder an Plattner erinnern und auf Vorschlag und Initiative des Bozner Galeristen Alessandro Casciaro wurde die Ausstellung „Erinnerungen – Karl Plattner“ gestaltet. Casciaro erklärte zur Eröffnung das Ausstellungskonzept. „Wir haben uns gefragt, wie sich Plattner erinnern würde.“ Er, der weitab von seinem Vinschgau lebte, habe die Dorfansichten von Mals und Burgeis und die Landschaften des Oberen Vinschgaus aus der Erinnerung gemalt. Daher wurden die 40 Werke, einige noch nie ausgestellt, sehr viele von privaten Leihgebern, nach Erinnerung an Landschaft, Familie, Personen und Ereignisse in 5 Sälen gruppiert. Obmann Gerold Tappeiner hat sich auch des Netzwerkes der Galerie Casciaro bedienen können. Dadurch kamen „Plattner“ aus der Galleria Suzzara (Mantova), dem Museum für Trient und Rovereto (MART) und der Stiftung Museion Bozen nach Kastelbell. Eine besondere Aufwertung erfuhr die Eröffnung durch die Anwesenheit von Karl Plattners Töchtern Anna Silvia und Patrizia. In seiner Begrüßung ging Obmann Tappeiner auf das Leben des ruhelosen Künstlers ein und erwähnte die besondere Beziehung zu dessen Heimat: „Der Vinschgau war Humus für Plattner. An ihm hat er sich immer aufgerichtet hat.“ Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von einem Quartett der Musikkapelle Kastelbell. Die Ausstellung ist bis 23. Juni von 14 bis 18 Uhr dienstags bis samstags und von 11 bis 18 Uhr sonntags und feiertags zugänglich. Dazu wird der Film „Karl Plattner - das Leben“ von Osmund Zöschg, Bruna Dal Lago Veneri und Nora Veneri aus dem Jahre 1999 gezeigt.

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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