Der Alpbruch ist der am tiefsten gelegene Bruch im Göflaner Berggebiet. Nun soll der einstige Marmorabbau im Alpbruch in einem Schaustollen dokumentiert werden.
Der Alpbruch ist der am tiefsten gelegene Bruch im Göflaner Berggebiet. Nun soll der einstige Marmorabbau im Alpbruch in einem Schaustollen dokumentiert werden.
Der Alpbruch ist der am tiefsten gelegene Bruch im Göflaner Berggebiet. Nun soll der einstige Marmorabbau im Alpbruch in einem Schaustollen dokumentiert werden.
Der Alpbruch ist der am tiefsten gelegene Bruch im Göflaner Berggebiet. Nun soll der einstige Marmorabbau im Alpbruch in einem Schaustollen dokumentiert werden.

Ein Schaustollen im Göflaner Alpbruch

Ein historisch wertvoller Platz soll die frühen Anfänge des Marmorabbaus sichtbar machen.

Publiziert in 2 / 2021 - Erschienen am 26. Januar 2021

Göflan - Der Laaser Künstler und Fachlehrer an der Berufsfachschule für Steinbearbeitung Bernhard Grassl kennt den alten Alpbruch nahe der Göflaner Alm auf 1850 m Meereshöhe schon seit Jahren. Der Alpbruch ist laut den „Tiroler Wirtschaftsstudien“ von Lois Köll der am tiefsten gelegene Bruch im Göflaner Berggebiet. Er stand mit seiner Ausbeute nach dem Mitterwandlbruch an zweiter Stelle am Göflaner Berg. Der Alpbruch wurde als bequemer Tagbruch betrieben und lieferte laufend große Blöcke für mehrere Steinmetzbetriebe. In den oberen Schichten wurde beispielsweise der Stein für den „Sterbenden Achilles“, einer Figur für den Garten der Villa Achilleion der Kaiserin Sissi auf der griechischen Insel Korfu gewonnen. In den produktivsten Jahren der Abbaugesellschaft „Union“ von 1882 bis 1897 wurden aus dem Alpbruch jährlich 20 bis 100 Kubikmeter Marmor gefördert. Der Alpbruch war 120 Jahre nach seiner Stilllegung mit Erdreich, Bäumen und Gestein verschüttet und beinahe unzugänglich. Bernhard Grassl, der in den Sommermonaten im ehemaligen Maschinenhaus des Göflaner Marmorbruchs künstlerisch tätig ist, trat an die Fraktionsverwaltung von Göflan mit dem Vorschlag heran, den Göflaner Alpbruch zu sanieren und den Marmorabbau im Alpbruch in einem Schaustollen zu dokumentieren, da es sich um ein einzigartiges Beispiel des frühen Marmorabbaus im Vinschgau handelt. „Es gibt keinen anderen Platz, wo Marmor abgebaut wurde, der so historisch wertvoll ist“, ist sich Bernhard Grassl sicher. So wurden bereits 2017 erste Erkundungsarbeiten durch die Fraktion Göflan in die Wege geleitet, die beeindruckende Zeugnisse eines frühen Marmorabbaus zu Tage brachten. Eine Spezialfirma aus dem Sarntal hatte die Beseitigung der Bäume übernommen, die Forstarbeiter legten Kanäle frei und eine tüchtige Baggerfirma aus Göflan sorgte für eine umsichtige Freilegung des hinteren Bruchteils. Als hätte eine Gruppe Marmorarbeiter den Alpbruch plötzlich verlassen, fanden sich noch alte Werkzeuge, Spitzeisen, Keile, charakteristische Abbauspuren und sogenannte Keiltaschen, in denen bis zu 50 cm lange Eisenkeile eingetrieben wurden. Um nun den alten Alpbruch als Schaustollen der Bevölkerung zugänglich zu machen, sind zusätzliche finanzielle Mittel notwendig. Da der Vinschgau, und somit auch Schlanders im LEADER-Gebiet Vinschgau 2014-2020 liegt, wurde nun um einen Fördersatz von 80 % für die Kosten für Studien und Recherchen im Zusammenhang mit der Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesserung des kulturellen Erbes von Kulturschätzen angesucht. Die lokale Aktionsgruppe LAG hat das Projekt gutgeheißen, somit dürfte der Förderung nichts im Wege stehen. Parallel zum Schaustollen angedacht wäre die Errichtung von Hinweistafeln und ein kleines Museum mit den gefundenen Werkzeugen und einer Bilddokumentation im neuen Anbau der Göflaner Alm. Der Künstler in Bernhard Grassl kann sich eine sanfte kulturelle Nutzung mit Lesungen, Musik, Theater und Performance vorstellen, während der Ruhesuchende in ihm im Alpbruch auch einen Rückzugsort der Stille sieht.

Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Ingeborg Rainalter Rechenmacher

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