Der Heilapotheker und Buchautor Arnold Achmüller (rechts) bei der Führung durch die Sonderaustellung.
Der neu gestaltete Naturparkgarten
Einblick in die Gift- und Heilpflanzen
Annamaria Gapp und Anton Egger

Eisenhut und Edelweiß

Sonderausstellung über Gift- und Heilpflanzen im Naturparkhaus.

Publiziert in 15/16 / 2019 - Erschienen am 23. April 2019

Naturns - Die Berge der Alpen sind reich an Gift- und Heilpflanzen. Eine Auswahl davon wird in der Sonderausstellung „Eisenhut und Edelweiß - Gift- und Heilpflanzen unserer Berge“ erklärt und veranschaulicht, die am 13. April im Naturparkhaus Texelgruppe in Naturns eröffnet wurde und die bis zum 20. September geöffnet bleibt. Der tiefblaue Eisenhut gilt als Inbegriff der todbringenden Giftpflanze, während das zarte, aber widerstandsfähige Edelweiß als Wahrzeichen der Alpen allseits bekannt ist. Schon allein diese zwei Blumen veranschaulichen die Vielfalt der Gift- und Heilpflanzen. Beim Großteil der Exponate handelt es sich um Leihgaben des Pharmaziemuseums Brixen. „Ergänzt wird die Sonderausstellung mit Leihgaben der Apotheke St. Zeno in Naturns“, freute sich die Annamaria Gapp, die Leiterin des Naturparkhauses, bei der Eröffnung. Anlässlich der Sonderausstellung hatten Erstklässler der Mittelschule Naturns und Fünftklässler der Grundschule Partschins unter der Anleitung der Kräuterpädagogin Rosmarie Mangger Walder Rungg den Naturparkgarten vor dem Haus neu gestaltet und bepflanzt. Annamaria Gapp dankte allen, die am Zustandekommen der Ausstellung beteiligt waren, nicht zuletzt auch den Mitarbeitern des Bauhofs der Gemeinde Naturns. Die Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer hatte Grußworte übermitteln lassen. Anton Egger vom Amt für Naturparke lobte die Tätigkeit des Naturparkhauses Texelgruppe und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Landesregierung für den Bereich Umwelt und Naturparke auch in Zukunft ausreichend Geldmittel bereitstellt. BM Andreas Heidegger bedauerte in seinen Grußworten, dass die Ausschreibung der Baumeisterarbeiten (ca. 1,25 Mio. Euro) für das neue Naturparkhaus, das am westlichen Dorfeingang entstehen wird, zwei Mal leer ausgegangen ist. Mittlerweile habe man den ursprünglichen Entwurf für Gestaltung der Außenhülle etwas abgeändert und die Arbeiten neu ausgeschrieben. Für die Einrichtung habe die Gemeinde schon vor geraumer Zeit 2 Mio. Euro zweckgebunden. Viel Zuspruch bei der gut besuchten Eröffnung der Sonderausstellung fand ein Kurzvortrag des Heilapothekers und Buchautors Arnold Achmüller. Er führte an Hand von Beispielen in die Welt der Heil- und Giftpflanzen ein und erinnerte an das über Jahrhunderte hinweg angesammelte Wissen um die Nutzung von Kräutern und Pflanzen. So nannte er etwa den Bauernarzt Franz Lutz aus St. Valentin auf der Haide, der u.a. den Wacholder als ein sehr wertvolles Heilmittel bezeichnete. „Kranewittbeeren in der richtigen Anwendung sind ein so wirkungsvolles Allheilmittel, dass mir vor jeder Kranewittstaude, der ich begegne, eine solche Ehrfurcht aufkommt, dass ich vor ihr den Hut heben könnte“, soll Lutz gesagt haben (Grießmair, 1973). Passend zur Ausstellungseröffnung hatte die Athesia-Filiale Naturns einen Bücherstand aufgestellt. An einem weiteren Stand (Planz‘ Gutes) wurden Bio-Pflanzen und Samen aus Permakultur angeboten. 

Josef Laner
Josef Laner

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