Christoph Plawenn als Kirchenführer mit Bekannten aus Spanien
Der Ansitz Plawenn mit der Fassade von 1590
„Grenzwertig“ spielte im Garten auf.
Ilse Plawenn beginnt die Führung in Mariä Heimsuchung
Die „Herr-schaft“ in Plawenn unter dem Löwenwappen mit Adelshelm

„Grenzwertig“e Musik

... führt zur Endphase der Sanierung in Mariä Heimsuchung in Plawenn 

Publiziert in 13 / 2022 - Erschienen am 19. Juli 2022

Plawenn - Benedikt von und zu Plawenn-Salvini, Herr auf Plawenn, hatte es geschafft. Zusammen mit Mutter Ilse und Vater Christoph konnte er Neugierige, Freunde, Kulturinteressierte und Hitzeflüchtlinge im uralten „Freisassengut“ Plawenn auf 1.725 m Meereshöhe begrüßen. Neugierig gemacht hatte die Ankündigung eines Benefiz-Konzertes für die Renovierung der Eigenkirche „Mariä Heimsuchung“. Das Patrozinium war wenige Tage zuvor am 2. Juli gefeiert worden. Die Ankündigung „Jazz im Garten“ mit sechs Musikern der Band „Grenzwertig“ erinnerte an frühere Initiativen zur Belebung und Aufwertung von Plawenn. Vor 23 Jahren - im 500. Jahr nach der Calvenschlacht 1499 – ging es ebenfalls um Grenzen. Damals wollte der Kulturverein „arcus raetiae“ Grenzen im Dreiländereck Val Müstair, Südtirol, Nordtirol überwinden, aber nicht abbauen. Inzwischen hat der kulturelle Schwung des Vereins aus verschiedenen Gründen nachgelassen, nicht nachlassen wollte der böige Wind im Garten des Ansitzes. Dem musikalischen Genuss tat es zum Glück keinen Abbruch. Die sechs Musiker aus Salzburg, Oberösterreich und Steiermark begeisterten nicht nur mit einem imponierenden Instrumentarium, sondern auch mit ihrer musikalischen Bandbreite von Volksmusik bis Funk und Jazz. Dass der familiengeschichtliche Hintergrund des Konzertes nicht vergessen wurde, dafür sorgten Ilse und Christoph Plawenn. Sie standen bereit, durch Führungen in ihrer Eigenkirche das kulturelle Familienerbe bekannt zu machen und auf den Zweck des Benefizkonzertes hinzuweisen. Am 2. Juli 2031 sollen 400 Jahre Mariä Heimsuchung in Plawenn und 400 Jahre Geschichte der „Freisassen zu Plawenn“ gefeiert werden. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten, nach Trockenlegung und „Glockenfest“, nach der Rückführung der restaurierten Altarfiguren und deren Neuweihe 2016 sollte auch der Altar in Mariä Heimsuchung renoviert werden. Der stammt übrigens aus der Werkstätte des im Vinschgau wirkenden, aber unbekannten Oberinntaler Altarbauers Hans Patsch. Die Familie Plawenn-Salvini trägt sich mit der Absicht, Hans Patsch eine Dokumentation zu widmen. Die ersten Schritte – zumindest in Diskussionsform – wurden schon am 9. Juli 2022 im Beisein des Restauratoren-Paares Emma Noggler und Peter Pircher gesetzt. Dazu gesellt hatten sich viele Besucher, darunter der Landtagsabgeordnete Hanspeter Staffler (die Grünen) und seine Frau Jutta. Inzwischen hatte sich auch der Fallwind gelegt. Es wurde angenehm in Plawenn. Die Eintragung im Gästebuch „A beautiful church in a sublime location“ konnte man nachvollziehen.

Günther Schöpf
Günther Schöpf
Vinschger Sonderausgabe

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