Fruchtbringende Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungszentrum Schlanders.

Kunst, Handwerk & Design

Die BASIS Kreativwerkstatt entwickelt sich zu einem offenen Ort für kreatives Arbeiten, Kunst-Handwerk und Austausch.

Publiziert in 15 / 2026 - Erschienen am 25. August 2026

Schlanders - Wo früher militärische Strukturen das Bild prägten, entstehen heute Räume für Kunst, Handwerk, Design und neue Formen der Zusammenarbeit: Die BASIS Kreativwerkstatt auf dem ehemaligen Drusus-Kasernenareal in Schlanders wird schrittweise weiterentwickelt. Mit der neuen Keramikwerkstatt, zusätzlichen Ateliers und Werkstätten sowie baulichen Verbesserungen wächst die ehemalige „Palazzina Tagliamento“ zu einem offenen Produktions- und Kreativstandort für die Region heran. Die Gemeinde Schlanders und BASIS Vinschgau Venosta haben die mittelfristige Nutzung des Gebäudes - mindestens bis 2034 - gesichert. In den kommenden Jahren soll die Kreativwerkstatt in mehreren Etappen aufgewertet und an die Bedürfnisse ihrer Nutzer/innen angepasst werden. Vorgesehen sind Räume für Ateliers, Werkstätten und kreatives Kleingewerbe sowie gemeinschaftlich nutzbare Räume für Keramik und Druck. Unterstützt wird die Weiterentwicklung der Kreativwerkstatt von der Stiftung Südtiroler Sparkasse und dem Amt für Jugendarbeit. Durch ihre Förderung können wichtige Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass der Ort langfristig für kreative, handwerkliche und gemeinschaftliche Tätigkeiten genutzt werden kann.

Vom Projekt überzeugt

„Das Projekt BASIS hat uns als Stiftung Sparkasse überzeugt, weil hier Zukunft mit dem Wissen, dem Unternehmergeist und dem kreativen Potenzial aus der Region gestaltet wird. Die Kreativwerkstatt der BASIS sehen wir darin als Schnittstelle zwischen sozialer Aktivierung, Kreativwirtschaft und Kultur. Für uns ist sie ein Vorreiterprojekt, einzigartig in Südtirol, das aktiv zur Regionalentwicklung im Vinschgau beiträgt, das gefällt uns“, sagt Stefan Pan, Präsident der Stiftung Südtiroler Sparkasse.

Sinnvolle Weiternutzung

„Die Kreativwerkstatt zeigt, wie leerstehende Gebäude im ländlichen Raum sinnvoll weitergenutzt werden können. Statt neue Flächen zu verbauen, wird bestehende Bausubstanz schrittweise aktiviert und für neue Nutzungen geöffnet“, heißt es in einer Pressemitteilung. So entstehe Raum für Kreative, Handwerker/innen, Gestalter/innen, Initiativen und kleine Betriebe, die häufig Schwierigkeiten haben, geeignete, bezahlbare und flexibel mietbare Arbeitsräume zu finden. Bereits heute arbeiten unterschiedliche Akteur/innen in der Kreativwerkstatt. Auch die Kleidertauschkammer hat dort ihren Platz gefunden. Die unmittelbare Nähe zum BASIS-Hauptgebäude schafft zusätzliche Möglichkeiten: Coworking-Räume, Beratung, Veranstaltungen, Maker-Space und digitale Fertigungstechnologien wie 3D-Druck oder Laserschneiden zugreifen. „Mit der Kreativwerkstatt werden nicht nur einzelne Arbeitsräume geschaffen, sondern ein Ort entwickelt, an dem Wissen, handwerkliche Fähigkeiten und unterschiedliche kreative Disziplinen zusammenkommen können“, sagt Katrin Gruber, Präsidentin von BASIS Vinschgau Venosta. „Die langfristige Sicherung des Gebäudes zeigt, wie wichtig verlässliche Freiräume für die Kreativszene und für die Entwicklung des ländlichen Raums sind.“

Neue Keramikwerkstatt

Ein wichtiger Schritt ist die Einrichtung der neuen Keramikwerkstatt. Sie soll sowohl für lokale Nutzer/innen als auch für Workshops, Kooperationen mit Schulen und Universitäten, alternative Bildungsangebote und künstlerische Projekte zur Verfügung stehen. Damit wird die Kreativwerkstatt nicht nur zu einem Ort der Produktion, sondern auch zu einem Raum, in dem Wissen weitergegeben und gemeinsam Neues erprobt werden kann. Bereits über den Sommer 2026 wird die Keramikwerkstatt im Rahmen des internationalen Residency-Programms „atTERRAre”, gefördert durch Culture Moves Europe, genutzt. Kunstschaffende und interdisziplinär arbeitende Kreative aus ganz Europa beschäftigen sich dabei über mehrere Wochen mit Boden als Material, Lebensgrundlage, Territorium und Tradition. Sie verbinden unter anderem lokalen Lehm und landwirtschaftliche Produkte zu einem kulinarischen Erlebnis und treten mit Menschen im Vinschgau in Austausch. Das Programm verbindet die lokale Infrastruktur mit internationalen Perspektiven und macht sichtbar, welches Potenzial spezialisierte Werkstätten auch für Bildung, Kultur, Kulinarik und regionale Zusammenarbeit haben.

Zusammenarbeit mit Berufsbildungszentrum

Auch bei der baulichen Weiterentwicklung setzt BASIS auf Zusammenarbeit vor Ort. Gemeinsam mit dem Berufsbildungszentrum Schlanders wurde das Fundament für die neue Feuertreppe vorbereitet. Schüler/innen konnten dabei ihr Fachwissen in ein konkretes Vorhaben in direkter Nachbarschaft einbringen. Die Zusammenarbeit zeigt, wie praktische Ausbildung, lokale Entwicklung und die Wiederbelebung bestehender Gebäude miteinander verbunden werden können. 

Gemeinsames Projekt für die Region

Die Weiterentwicklung der BASIS Kreativwerkstatt wird durch das Zusammenspiel mehrerer Partner möglich. Die Gemeinde Schlanders schafft durch die langfristige Sicherung des Gebäudes die Grundlage für dessen Nutzung. Die Stiftung Südtiroler Sparkasse unterstützt die Weiterentwicklung bis 2028 finanziell. Das Amt für Jugendarbeit hat in den vergangenen Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung der Werkstätten geleistet. Das Berufsbildungszentrum Schlanders bringt praktisches Wissen und die Kompetenzen ihrer Schüler/innen ein. BASIS fördert und begleitet die inhaltliche, organisatorische und schrittweise räumliche Entwicklung. Damit entsteht in Schlanders ein Modell dafür, wie leerstehende Gebäude durch Kooperation, langfristige Planung und neue Nutzungen wieder Teil des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens werden können. Die Kreativwerkstatt stärkt die lokale Kreativszene, schafft Perspektiven für junge Menschen und kleine Betriebe und trägt dazu bei, Wissen und Gestaltungsmöglichkeiten in der Region zu halten.

Redaktion

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