Mit den Architekten Christian Monsorno (links) und Katja Trauner hat Martin Pohl Projekte mit Kunst am Bau realisiert; im Hintergrund„ ohne Titel 2020, Acryl auf Leinen, 160 x 210 cm“
Es sind nicht Berge, wie das Auge feststellen möchte, es ist Martin Pohl’s besonderer Farbauftrag; rechts „Acryl, Wachs auf Hartfaserplatte 1996“, links „Acryl auf Leinen 2020“

„Man kann von reiner Malerei sprechen“

..meinte Kurator Andreas Hapkemeyer zu Martin Pohl‘s Ausstellung in Kastelbell

Publiziert in 32-33 / 2020 - Erschienen am 24. September 2020

Kastelbell - Im ausgehenden Winter des Jahres 2009 wurde der Maler Martin Pohl aus Tarsch vom der Vinschger gefragt, ob er auch im Vinschgau einmal ausstellen möchte. „In einem schönen Schloss“ lautete die Antwort. 11 Jahre nach dieser Aussage im winterlichen Brixen stellt Pohl in Sichtweite zum Heimatdorf Tarsch im spätsommerlichen Schloss Kastelbell aus. Auf Einladung des Kuratoriums mit Obmann Gerold Tappeiner ist er gebeten worden, „eine Anthologie seiner Arbeit ab den 1980er-Jahren zu präsentieren“. Kurator der Herbst-Ausstellung ist der Kunsthistoriker und Experte für moderne Kunst, Andreas Hapkemeyer aus Bozen. Noch nie vorher waren in Schloss Kastelbell 24 Bilder ausreichend, um in fünf Sälen einen aussagekräftigen Überblick über einen Künstler zu gestalten. Hapkemeyer leitete seine Ausführungen ein mit dem Hinweis auf einen Besuch im Studio und auf Pohl‘s ursprüngliche Absicht, Bildhauer zu werden. Über die „Rolle der Farben“ kam Hapkemeyer zur „Attraktionskraft“ von Pohl‘s abstrakter Malerei. Sie entstehe durch die Kombination von Farbe und Bewegung. Ein weiterer „Schlüsselbegriff“ bei der Auseinandersetzung mit den Bildern sei die „Illusion“. Pohl gelinge es, auf den zweidimensionalen Bildern den Anschein von Bewegung und Räumlichkeit zu erzeugen, also Gegensätzliches zu verbinden. Damit sah Hapkemeyer den Kreis geschlossen. Martin Pohl schließe in der Produktion der letzten Jahre (Saal d, e und f) auf einer anderen Ebene wieder bei seinen bildhauerischen Anfängen an. Die Ausstellung bleibt bis 31. Oktober 2020 von Dienstag bis Samstag zwischen 14.00 bis 18.00 Uhr und am Sonntag zwischen 11.00 bis 18.00 Uhr zugänglich. 

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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