Dieses Foto entstand Ende März 2019 bei einem Besuch einer Gruppe des SSV Naturns beim FC Stukenbrock (v.l.): Anton Auer (Ex-Präsident des SSV Naturns), Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, Dietmar Hofer (Präsident des SSV Naturns), Sportreferentin Astrid Pichler und Norbert Kaserer (Ex-Präsident des SSV Naturns) mit den Vertretern des FC Stukenbrock Hans-Jürgen Brink, Theo Peters, Dietmar Gebauer, Hans Schäfer, Heinz Bökamp, Michael Strachotta, Karl Marxcord und Bernard Schieweck.
Dieses Bild, entstanden beim 1. freundschaftlichen Fußballtreffen in Stukenbrock, zeigt die Jugendmannschaft gemischt von 1965/66; stehend (v.l.): Konrad Schwembacher (Betreuer), Peter Alber, Eberhard Mayr, Herbert Rinner, Bruno Svaldi, Guido Svaldi, Hias Bachmann (Trainer) und Franz Schgör; kniend (v.l.): Willy Baumgärtner, Luis Rinner, Karl Gapp, Seppl Pichler und Hermann Kuppelwieser.

Was 1966 begann …

… mündet jetzt in eine offizielle Partnerschaft.

Publiziert in 27 / 2020 - Erschienen am 6. August 2020

Naturns  - „Peters’ Lebenstraum geht in Erfüllung“ titelte das Westfalen-Blatt am vergangenen 28. Juli. Die Rede ging vom 85-jährigen Theo Peters, der im fernen Jahr 1966 erstmals nach Naturns gekommen war und in der Marktgemeinde mittlerweile „bekannt ist wie ein bunter Hund“ (O-Ton Westfalen-Blatt). Der erste Weg hatte Theo Peters vor nunmehr 54 Jahren genau genommen in das Landhaus Nummer 1 nach Bozen geführt. Der sportgeisterte, langjährige Geschäftsführer des FC Stukenbrock war auf der Suche nach einem Sportverein in Südtirol, den er unterstützen wollte. Damals waren die Sportvereine im Land noch recht dünn gesät. In Bozen nannte man ihm drei Vereine, und zwar jene von St. Pauls, von Naturns und von Latsch. Theo Peters entschloss sich für Naturns. Er baute Kontakte auf, knüpfte Freundschaften und brachte vor allem die Sportbegeisterten von Stukenbrock und Naturns zusammen. Was dem „Gründervater“ der Freundschaft zwischen dem SSV Naturns und dem FC Stukenbrock, die bereits 1966 besiegelt wurde und deren 50-jähriges Bestehen 2016 gefeiert wurde, seither gelungen ist, zeigt schon allein der Umstand, dass seit der Gründung bis jetzt über 500 Jugendliche die Vereine gegenseitig besucht haben. Hand in Hand damit entstanden und wuchsen auch freundschaftliche Beziehungen zwischen den Gemeinden. Eine aufstrebende und wirtschaftsstarke Tourismusgemeinde war Naturns in den 60er Jahren noch nicht. Wie in vielen anderen Gemeinden im Land war man damals auch in Naturns froh, dass es die „Stille Hilfe“ gab. Es war übrigens Theo Peters, der seinerzeit der Bergschule am Grubhof am Naturnser Sonnenberg das erste Stromerzeugungsaggregat schenkte.

„Er freute sich wie ein Kind“

Einen Anruf, auf den Theo Peters lange und hart gewartet hatte, bekam er am 25. Juli von der Naturnser Gemeindereferentin Astrid Pichler. Sie konnte ihm mit großer Freude mitteilen, dass sich der Naturnser Gemeinderat am Tag zuvor mit einem einstimmigen Grundsatzbeschluss dafür ausgesprochen hatte, mit der Stadt Schloss Holte-Stukenbrock eine offizielle Städte- bzw. Gemeindepartnerschaft zu besiegeln. „Theo war gerührt. Er freute sich wie ein Kind“, so Astrid Pichler. Das „grüne Licht“ aus Naturns war dann auch prompt Thema im Westfalen-Blatt. Für Theo Peters gehe mit dem einhelligen Ja aus Naturns ein Lebenstraum in Erfüllung. „Diese Entscheidung hat mich total gefreut“, wird auch Hubert Erichlandwehr, der Bürgermeister von Schloß Holte-Stukenbrock, zitiert. Der „Heiratsantrag“ an Naturns war im Gemeinderat seiner Stadt ebenfalls einhellig beschlossen worden. Dass alle 5 Fraktionen einer Meinung sind, war bis dahin noch nie vorgekommen. Schloß Holte-Stukenbrock war übrigens seit 2008 „ledig“, denn die Partnerschaft mit Ostritz in Sachsen ist 2008 erloschen. Theo Peters ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Er gehört zusammen mit Hans Schäfer, einer weiteren treibenden Kraft der Partnerschaft, und Bernd Schieweck zum Freundeskreis Naturns. 

Neue Stadtgrenzen seit 1970

Schloß Holte-Stukenbrock ist eine kreisangehörige Stadt im Nordosten Nordrhein-Westfalens. Sie liegt rund 20 km südöstlich von Bielefeld in der Emssandebene. Die knapp über 27.000 Einwohner zählende Stadt gehört dem ostwestfälischen Kreis Gütersloh (Regierungsbezirk Detmold) an. In ihren heutigen Grenzen entstand die Stadt erst 1970 durch die Zusammenlegung der beiden bis dahin amtsangehörigen Gemeinden Schloß Holte (Amt Verl) und Stukenbrock (Amt Schloß Neuhaus). Nun obliegt es dem Naturnser Bürgermeister Andreas Heidegger und seinem Amtskollegen von Schloß Holte-Stukenbrock, die nächsten konkreten Schritte zu vereinbaren. Ob die offizielle Partnerschaftsurkunde noch vor den Gemeinderatswahlen am 20. und 21. September unterzeichnet werden kann, ist noch ungewiss. In Schloß Holte-Stukenbrock finden übrigens bereits am 13. September Gemeinderatswahlen statt. Eine weitere Unbekannte bleibt indessen weiterhin die Entwicklung der Corona-Pandemie. Allein wie Schloß Holte-Stukenbrock ist Naturns indessen nicht. Die Marktgemeinde unterhält eine Partnerschaft mit der Gemeinde Mutterstadt im Rhein-Pfalz-Kreis und eine Freundschaft mit der Gemeinde Axams in Nordtirol.

Josef Laner
Josef Laner

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