Auch der Internationale Museumstag am 15. Mai 2022 stand ganz im Zeichen des 25-jährigen Bestehens des Museums in Schluderns. Besonders großen Anklang fand die exklusive Doppelführung Vuseum/Churburg. Helene Dietl Laganda führte die Besucher durch das Museum, die danach von Präsident Anton Patscheider zur Churburg begleitet wurden.
Die Sonderausstellung „Fahrende - die Vinschger Korrnr“ kann auch im heurigen Jubiläumsjahr im „VUSEUM - `s Vintschger Museum“ besichtigt werden.

Wo die Geschichte lebt

Das „VUSEUM – `s Vintschger Museum“ feiert sein 25-jähriges Bestehen

Publiziert in 10 / 2022 - Erschienen am 24. Mai 2022

Schluderns - Der Vinschgau ist aufgrund seiner Siedlungsgeschichte, der Einbettung in einer besonderen Passlandschaft und der daraus gewachsenen Geschichte ein besonderes Tal, das sich von den übrigen Tälern Tirols etwas abhebt. Dies wurde erkannt und von einigen Menschen im Tal auch als Auftrag gesehen. Sie setzten sich dafür ein, dass auch der Vinschgau ein Bezirksmuseum erhielt, um Einheimischen und Gästen die Eigenheiten des Tals näher zu bringen. Das Museum in Schluderns hat es sich längst zum Auftrag gemacht, an den Gedanken der Gründerväter weiterzuarbeiten und mit dem Ausstellungsrepertoire ein Angebot zu schaffen, das den Vinschgau in all seinen Besonderheiten zeigt und verstehen lässt. 

Baubeginn im Herbst 1993

Im Herbst 1993 konnte mit dem Bau des Museums, das im Rahmen des Leader-Programms und mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Schluderns und des Landes Südtirol errichtet wurde, begonnen werden. Mit dem Ziel, die Einmaligkeit des Tales in der Einmaligkeit des Museums widerzuspiegeln, wurde am 3. Juni 1996 der „Verein Vintschger Museum“ mit 37 Mitgliedern in Schluderns gegründet. Eine eigens gebildete Museumskommission entschied sich für typische Vinschger Themen, wie das „WasserWosser“, die Kornkammer Tirols, die Karrner, die Schwabenkinder, die Haflinger und die Archäologie. Der erste Präsident des ehrenamtlich tätigen Vereins war Erich Pitscheider, der den Vorsitz bis 2008 innehatte. Auf ihn folgte Kristian Klotz, der das Ehrenamt des Vorsitzenden bis 2014 ausübte. Für ein Jahr führte Michael Henry Böttner den Verein, 2015 fungierte Arthur Pfeifer als Übergangspräsident und von 2016 bis 2019 lenkte Harald Trafoier die Geschicke des Vereins. 2019 übernahm erneut Arthur Pfeifer die Interimspräsidentschaft, bis 2020 schließlich Anton Patscheider das Präsidentenamt übernahm und dieses bis heute ausübt.

Eröffnung mit Kunstausstellungen 

Zu Pfingsten 1997 erfolgte die Eröffnung des Museums mit einer Ausstellung über sakrale Kunst der Künstlerfamilie Greiner aus der Zeit um 1700 und, im Kontrast dazu, einer Ausstellung zum Thema „Zeitgenössische sakrale Kunst im Vinschgau“. Anlässlich der Eröffnung des Vintschger Museums wurde auch eine Münze vorgestellt, die der Brixner Künstler Martin Rainer gestaltet hatte. Auf der Münze waren Motive der damals geplanten Dauerausstellungen dargestellt: das Haflingerpferd, die Korngarben sowie der Waal und die Waalschelle. Ende Juni 1997 begann das Amt für Bodendenkmäler mit systematischen archäologischen Grabungen am Ganglegg.

Die Funde vom Ganglegg

Die Funde vom Ganglegg wurden dem Vintschger Museum als Leihgabe zur Verfügung gestellt. 1999 begann man mit dem Aufbau und der Errichtung einer archäologischen Abteilung im Untergeschoss des Museums. Im Jänner 1999 fand ein viertägiges internationales Symposium zum Thema „WasserWosser“ statt. Im April 2000 wurde die zweite Dauerausstellung des Vintschger Museums mit dem Titel „WasserWosser“ eröffnet. Kurator war Sebastian Marseiler. Was diese Ausstellung im Museum veranschaulicht, konnte man nur wenige Gehminuten entfernt beim Lehrpfad „Quairwaal“ hautnah erleben. Mittlerweile ist der Lehrpfad nur mehr im Konfall-Park mit einer Waalerhütte und einem kurzen Teilstück des Lehrpfads zu sehen; im Mai 2000 wurde er aber als 500 Meter langer Lehrpfad eröffnet. Ebenfalls 2000 fanden zahlreiche hochkarätige Fachtagungen mit den Archäologen Hubert Steiner und Peter Gamper zu verschiedenen Forschungsergebnissen am Ganglegg statt.

Eine Vielzahl von Ausstellungen

2001 wurde die Sonderausstellung „100 Jahre Strom im Vinschgau“ eröffnet, kuratiert von Franz Lutt und Erich Waldner. Weitere Ausstellungen und Kurse beschäftigten sich mit den Themen „Schemenlarven“ und Weihnachtskrippen. 2002 zeigte der Imkerverein Schluderns eine Ausstellung zu seinem 100-jährigen Bestehen. Ein besonderer Moment in der Vereinsgeschichte war auch die Eröffnung des archäologischen Freilichtmuseums Ganglegg im Jahr 2003. Die Funde und Siedlungsstrukturen am Ganglegg wurden von den Archäologen konserviert, einige Häuser vor Ort rekonstruiert und das Ganze als archäologisches Freilichtmuseum gestaltet. Wichtig war es dem Verein auch immer, heimische Künstlerinnen und Künstler zu fördern und ihnen Sichtbarkeit zu verleihen. So waren im Lauf der Jahre Ausstellungen von Ulrich Wielander und Klaus Pobitzer, Sibylle Trafojer, Rosmarie und Hans Thöni, Harald Punter, Engelbert Donner, Anna Maria Thaler, Tobias Thaler, Franz Lutt, Hans Seifert, Diego und Evelin Brandl und Rafael Graf, Franz Haller, Lukas Klotz, ein „Querfeldein“ verschiedener Künstler, Walter Kuenz, Corrado Ceccarelli und Franco Frenademez, Robert Lessmann und Irene Maria Stecher zu sehen. 2004 wurde im Vintschger Museum die 200-Jahrfeier der Ortler-Erstbesteigung mit einer Enthüllung eines Gedenksteins vor dem Museum gefeiert. Seit 2015 befindet sich dieser Gedenkstein zu Ehren des Schludernser Erstbesteigers Josef Pichler (Pseirer Josele) auf dem Parkplatz der Churburg. Die Sonderausstellung „Olm nou Olm“ beschäftigte sich 2005 mit der Geschichte der Almwirtschaft. 2006 folgte die Sonderausstellung „Es waren einmal die Räter“. Mit der Eröffnung der dritten Dauerausstellung „Schwabenkinder“ im Jahr 2012 gelang es dem Verein, ein wichtiges historisches Thema aufzuarbeiten, das bei der Bevölkerung heute noch auf großen Anklang stößt. Auch viele Schulklassen konnten sich seither intensiv mit diesem tragischen Kapitel der Geschichte auseinandersetzen. 2013 wurde die Ausstellung „Kampfgebiet Ortlerfront 1915-1918“ gezeigt und 2014 beschäftigte sich eine Sonderausstellung mit dem Thema „Mineralien im Vinschgau“. Zwei Sonderausstellungen waren den Themen „Getreide – Korn des Lebens“ und „Urgetreide im Portrait“ gewidmet. Die neuere Südtiroler Zeitgeschichte stand im Mittelpunkt weiterer Sonderausstellungen: Helene Dietl Laganda kuratierte gemeinsam mit Simon Laganda 2018 zum 100-jährigen Gedenken die Ausstellung „1918 - Königsspitze und Ortler - Der Soldat im Eis“. 2019 gestalteten sie eine Sonderausstellung zum Thema Option: „Gehen oder bleiben“. 2021 wurde die Sonderausstellung „Fahrende - die Vinschger Korrnr“ anlässlich des Euregio-Museumsjahres 2021 in Zusammenarbeit mit den Ötztaler Museen eröffnet. 

Besondere Angebote zum Jubiläum

Auch im Jubiläumsjahr 2022 bietet das „VUSEUM - `s Vintschger Museum“ den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, die Sonderausstellung „Fahrende - die Vinschger Korrnr“ zu besichtigen. Um das Jubiläum gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu feiern, bietet das Museum an jedem 25. des Monats allen einen freien Eintritt sowie allen 25-Jährigen (Geburtsjahr 1997) eine kostenlose Mitgliedschaft im Freundeskreis. Außerdem plant das Museum im Herbst eine Geburtstagsfeier für alle Interessierten.

Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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